27.06.2017 06:38 Kraszewski-Museum in Dresden

Perspektivenwechsel - Begegnungen zweier Künstler in Dresden

Das Kraszewski-Museum zeigt Stanisław Przewłocki und Dyrck Bondzin

Die beiden Künstler Stanisław Przewłocki und Dyrck Bondzin verbindet mehr als nur die Malerei. Foto: Museen der Stadt Dresden, Dana Paletschek

Von: GFDK - Museen der Stadt Dresden

Die Perspektiven von Stanisław Przewłocki und Dyrck Bondzin auf ihre Heimatstädte Wrocław und Dresden sind ein Spiegel von Lebenserfahrungen, Brüchen und Zeitempfinden. Wir begegnen zwei Künstlern und zwei unterschiedlichen Biografien einer Generation.

Was sie beide verbindet, ist das Schicksal ihrer Väter durch Flucht und Vertreibung sowie die Leidenschaft zur Malerei, die Sprachbarrieren überwindet. Hinter dieser kleinen Auswahl aktueller Perspektiven auf Wrocław und Dresden, die Stanisław Przewłocki und Dyrck Bondzin für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben, verbergen sich persönliche Geschichten, vor allem aber Persönlichkeit.

Kraszewski-Museum

Stanislaw Przewłocki hat 1957 die angestammte Heimat in der damaligen Grenzregion zu Russland verlassen. Seine Eltern standen vor der Wahl, entweder die sowjetische Staatsbürgerschaft anzunehmen oder in Richtung Westen aufzubrechen. Sie entschieden sich für den Aufbruch und fanden ihre neue Heimat in Mieszkowice in Pommern. Ab diesem Moment war sein Leben ein einziger Perspektivwechsel.

Przewłocki ist Autodidakt und gilt in Polen als Meister der Aquarell- und Miniaturmalerei. Die polnische Regierung hat ihn 1989 den Titel eines Kunstmalers verliehen. Seit 1972 lebt er in Wrocław. Hier hat er eine künstlerische Heimat gefunden. Hier spiegelt sich seine wechselvolle Geschichte. Hier verbindet sich das Kulturelle, das Ethnische und das Religiöse. In seinen Stadtansichten sind es die Farben und das Licht, die das Traumhafte, das Einmalige dieser Stadt kenntlich machen, die böhmische, österreichische und deutsche Spuren hat.

Ausstellung in Dresden

In der Ausstellung werden 30 Gemälde von Przewłocki gezeigt, darunter Öl- und Aquarellgemälde sowie Miniaturen.

Dyrck Bondzin wurde 1955 in Dresden als Sohn eines Malers und einer Malerin geboren. Von 1975 bis 1980 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste und arbeitet seitdem freischaffend. Seine Bilder stehen in der Tradition der „Dresdner Malschule“. Dyrck Bondzin liebt die stillen unspektakulären Winkel seiner Heimatstadt und begegnet ihnen mit Liebe und Zuneigung. Seine Arbeiten entstehen immer vor Ort, Ergänzungen folgen im Atelier.

In seinen Ölbildern, Pastellen und Aquarellen geht es um Menschen und Gebäude, Brücken und Landschaften dieser Stadt – und darum, wie und wo sich diese Menschen begegnen und wie sie mit der ihnen anvertrauten Stadt umgehen. Es fällt auf, dass der Maler unterschiedliche Auffassungen parallel zueinander pflegt und sie je nach Stimmung und Charakter des Motives für sich ausdeutet und vorträgt, eher sachlich und mit ein wenig Melancholie.

Freunde der Kunst


In der Ausstellung werden 17 Arbeiten von Dyrck Bondzin präsentiert, darunter Öl-, Pastell-, und Aquarellgemälde.

Ein Ausstellungsprojekt des Kraszewski-Museums Dresden und des Verbindungsbüros des Freistaates Sachsen in Breslau aus Anlass seines 5-jährigen Bestehens im Juni 2017.


Perspektivwechsel Dresden/Wrocław

Malerei von Dyrck Bondzin und Stanislaw Przewłocki

23.6. bis 15.10.2017, Kraszewski-Museum

Kraszewski-Museum, Nordstraße 28, 01099 Dresden