06.04.2012 07:45 20.-22.4.2012 in München

München - Gastspiel Kunst und Kirche - Was verbindet zeitgenössische Kunst und das Konzept der Andacht?

(c) Barbro Raen Thomassen: Installation „Av Aske“ (Aus Asche)

Von: Christiane Pfau

Fremdheit als Inspiration, Abstand von gesicherten Positionen: Was verbindet zeitgenössische Kunst und das Konzept der Andacht? Was bedeutet es für Kirchen und Künstler, wenn Künstler im Kirchenraum tätig werden?

Von 20.-22. April 2012 veranstaltet die Evangelische Stadtakademie gemeinsam mit dem Evangelisch-Lutherischen Dekanat München und dem Kulturbüro des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland drei Tage zum Thema "Gastspiel Kunst und Kirche".

Installationen, Lesungen, Performances, Konzerte und Diskussionen an ungewöhnlichen Orten, mit Petra Bahr, Ruth Geiersberger, Sybille Loew, Armin Nassehi, Dorothea Seror, Johan Simons, Klaus Treuheit, Wilhelm Vossenkuhl, Savina Yannatou u.v.a. laden ein, sich in neue Gefilde zu begeben, in denen das „Gast-Spiel“ in der Kirche im Mittelpunkt steht.

Bis zur Renaissance bildeten Kirche und Kunst eine Einheit. Während die Kunst allerdings über Jahrhunderte explizit im Dienst der Kirche stand, haben sich die Parameter für das Verhältnis zwischen Kunst und Kirche heute verändert: Kunst ist autonom und hält Einzug in Kirchenräume, während die Gemeinden schrumpfen.

Die Gemeindeleitungen müssen sich also überlegen, welche Anreize sie schaffen können, um den Kreis der Interessenten wieder zu vergrößern - auch, um dem zur Verfügung stehenden Raum gerecht zu werden. Sind Kirchen, die sich der Kunst öffnen, also eher als Galerien oder gar Museen zu verstehen? Ist die Kirche als Organismus bereits per se ein Museum? 

Dabei stellt sich die Frage, was es heute dann noch mit der Kirche als Andachtsraum auf sich hat – oder mit der Andacht generell: Wer eine Pause braucht oder ein Dach über dem Kopf, wenn ein Gewitter naht, findet das – in Kirchen. Mitten in der Stadt, im größten Trubel, sind sie zahlreich vorhanden, die Oasen, an denen man kurz und ohne Aufwand innehalten darf.

Man setzt sich in eine Kirchenbank – und findet sich wieder, umgeben von Kunst.Wer Zugang zu einem Kunstwerk finden möchte, muss in der Lage sein, sich zu konzentrieren, zu versenken – im Umfeld der Kirche spricht man dann von Kontemplation, was nichts anderes als „Andacht“ ist.

„Gastspiel Kunst und Kirche“ geht genau diesen Fragen nach. Was kann, darf, soll oder muss Kunst heute in der Kirche leisten? Bereits eine Woche vor Beginn der dreitägigen Veranstaltung stimmt die norwegische Künstlerin Barbro Raen Thomassen mit ihrer Installation „Av Aske“ (Aus Asche) auf das Thema ein: Aus Asche wird mitten im Kirchenschiff von St. Markus ein Garten.

Im Vorfeld des Wochenendes ist auch ein Stadtführer besonderer Art entstanden, in dem 50 Münchner – darunter Nikolaus Brass, Ulrike Draesner, Gunter Pretzel, Bettina Wagner-Bergelt, Hans-Georg Küppers u. a. - ihre ganz persönlichen „Andachtsorte“ beschreiben, die sich auch weit außerhalb jeglichen Kirchenraumes finden.

Dieses Buch wird am zweiten Abend mit Musik, Lesungen, Installationen und Performances in St. Markus präsentiert. Erfahrungen aus Kulturkirchen bundesweit und international werden in Diskussionen und Workshops ausgetauscht, und das Gastland Norwegen ist per Skype mit Performances vertreten, die aus dortigen Kirchen in die Münchner Markuskirche übertragen werden.

Ein theatraler Kunstgottesdienst am Sonntag in St. Lukas am Mariannenplatz schließt das Gastspiel Kunst und Kirche ab.

 

Im Anhang finden Sie ein Foto zu "Av Aske" und eine ausführliche Presseinformation.

Ich danke Ihnen für die Ankündigung von "Gastspiel Kunst und Kirche" und stehe Ihnen bei Fragen gern zur Verfügung.

20.-22.4.2012

St. Markus, Gabelsbergerstr.6, 80333 München / St. Lukas, Mariannenplatz, 80538 München / Museum Brandhorst, Theresienstr. 35, 80333 München / Hofgarten 

Tickets: Gesamtveranstaltung: 20.- , erm.  10.-  /  Tageskarten:  12.-,  erm.  6.- / inkl. Publikation AN_DACHT. 50 neue Orte

Veranstalter:

Evangelische Stadtakademie München, Jutta Höcht-Stöhr

Evangelisch-Lutherisches Delkanat München, Stadtdekanin Barbara Kittelberger

Kulturbüro des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Hannes Langbein

Projektleitung: Horst Konietzny

Mit freundlicher Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Kulturreferats der Landeshauptstadt München. 

Christiane Pfau

Pfau PR

Breisacher Str. 4

81667 München

Tel.: 089 / 48 920 970

mobil 0173 / 947 99 35