23.11.2012 08:16 Und das alles soll Design sein?

Mit Vorurteilen aufräumen, Design ist nicht nur teuer - „Von Äpfeln und Birnen. Best of HfK Design 2012“

Design macht sichtbar, deckt Hintergründe auf, macht die Vergangenheit lebendig und ist nicht teuer. Diese und andere grundlegende Gedanken zum Thema Design stehen im Fokus der Ausstellung "Von Äpfeln und Birnen. Best of HfK Design 2012", die derzeit im Bremer Wilhelm Wagenfeld Haus läuft. Mit rund 50 Exponaten präsentiert die Hochschule für Künste Bremen (HfK) in Kooperation mit der WfB / Wirtschaftsförderung Bremen zum zweiten Mal die besten Arbeiten aus den Studiengängen Integriertes Design und Digitale Medien.
Von: GFDK - Lisa Schwarzien/ Daniel Günther

Design macht sichtbar, deckt Hintergründe auf, macht die Vergangenheit lebendig und ist nicht teuer. Diese und andere grundlegende Gedanken zum Thema Design stehen im Fokus der Ausstellung "Von Äpfeln und Birnen. Best of HfK Design 2012", die derzeit im Bremer Wilhelm Wagenfeld Haus läuft.

Mit rund 50 Exponaten präsentiert die Hochschule für Künste Bremen (HfK) in Kooperation mit der WfB / Wirtschaftsförderung Bremen zum zweiten Mal die besten Arbeiten aus den Studiengängen Integriertes Design und Digitale Medien. Das Gezeigte reicht von Grundlagenprojekten in Geometrie über Produkte, die den Alltag bequemer machen, bis hin zu innovativen Lösungen durch den Einsatz digitaler Medien.

Der Besucher kann sich sowohl mit komplexen, konzeptionellen Theorien auseinandersetzen als auch sinnliche und visuelle Erfahrungen sammeln.Und das alles soll Design sein? Was verbindet eine Tasse, die Blinden das Einschenken erleichtert, mit einem Film über die Willkür und Parallelität unserer Gedankengänge? „Gar nichts“, sagen die Studenten der AG Designausstellen, die mit dem neuen Titel „Von Äpfeln und Birnen“ genau das ausdrücken wollten.

„Design ist eine Herangehensweise und die Ergebnisse sind oft nicht vergleichbar. Wir wollen mit den Vorurteilen aufräumen, dass Design nur teuer ist und oberflächlich hübsch macht – also überflüssig ist“, sagt Lene Schwarz stellvertretend für die ganze AG. „Ja, wir haben einen ästhetischen Anspruch, aber der ist immer nur Teil der Lösungen eines realen Problems.“

So bekommt der Besucher auf den 350 Quadratmetern Ausstellungsfläche des Wilhelm Wagenfeld Hauses eine Vielzahl an aktuellen Projekten präsentiert, die Studierende der HfK erarbeitet haben: von Fotografien, die den Bio-Begriff ad absurdum führen (siehe „Zehntausendkilometer“), über einen mobilen Speicher vertrauter Gerüche „zum Mitnehmen“, der die Wartezeit am Bahnhof mit Gerüchen aus Omas Küche versüßt (siehe „smellslike“) bis hin zu einer kompletten Produktlinie inklusive Vermarktungskonzept (siehe „nonessentials“).

Die HfK hat die Trennung in gestalterische Teildisziplinen wie Produkt-, Mode- oder Kommunikationsdesign schon vor einiger Zeit aufgehoben. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Studium willkürlich ist. „Ein Designprozess beinhaltet immer eine Problemstellung, eine Analyse und eine kreative Lösung. Inhalt und Ausdrucksform können stark variieren, da gibt es kaum Grenzen“, sagt Prof. Detlef Rahe, der das Ausstellungsprojekt wie schon im vergangenen Jahr gemeinsam mit Prof. Roland Lambrette und Prof. Andreas Ostwald betreut.

„Unsere Studenten brauchen breitgefächerte Interessen und eine umfassende Allgemeinbildung, um den Anforderungen standzuhalten. Sie können sich fachlich stark spezialisieren, der Blick fürs Ganze darf aber nie verlorengehen.“ Einen interdisziplinären Ansatz verfolgt die HfK auch im Studiengang Digitale Medien, der ebenfalls eine Reihe von Exponaten zu „Von Äpfeln und Birnen“ beisteuert.

Studierende untersuchen die Möglichkeiten, die die Informatik sowie neue Medien und interaktive Systeme eröffnen, um kreative Lösungen für Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft zu finden. Ob neugieriger Schüler, interessierter Student oder Unternehmer auf der Suche nach Ideen und Dienstleistern – mit ihrer Vielfalt an Exponaten spricht die Ausstellung alle Designinteressierten an.

Besonderes Highlights neben der „Kinectür“, einer interaktiven Informationstafel im Eingangsbereich, die über Gestenerkennung funktioniert, ist die Präsentation der Kostüme der HfK-Oper „The Rape of Lucretia“ (siehe Foto), die im Juni im BLG-Forum aufgeführt wurde.

Die Ausstellung wird durch ein Vortragsprogramm ergänzt, das sich sowohl an ein Fachpublikum aus Wirtschaft und Design als auch an die interessierte Öffentlichkeit richtet. Das Wilhelm Wagenfeld Haus ist Sitz und die gemeinsame Ausstellungs- und Veranstaltungsplattform der WFB / Wirtschaftsförderung Bremen, der Wilhelm Wagenfeld Stiftung und der Gesellschaft für Produktgestaltung.

Die Ausstellung wir unterstützt durch die Bremer Tageszeitung Weser-Kurier und das Wirtschaftsmagazin brandeins.

Ort: Wilhelm Wagenfeld Haus, Am Wall 209, 28195 Bremen
Laufzeit: 16. November 2012 bis 3. Februar 2013, Eröffnung: Donnerstag, 15. November 2012, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Di. 15 - 21 Uhr, Mi. - So. 10 - 18 Uhr
Eintritt Ausstellung: 3,50 € / ermäßigt 1,50 €
Führungen: Sonntags um 13 Uhr  (5,50 € / ermäßigt 2,50 €) und nach Voranmeldung
Eintritt Abendveranstaltungen: 5,00 Euro / 2,50 Euro ermäßigt.

Führungen buchen Sie bitte bei:
Karin Krusche
Telefon: 0421 3388 111 / Email: karin.krusche@remove-this.wfb-bremen.de