09.04.2012 07:39 bis 30. September 2012

Große Sonderausstellung zum 400jährigen Jubiläum im Weserrenaissance Schloss Bevern

(c) Kulturzentrum Weserrenaissance Schloss Bevern

Von: Claudia Biehahn - 2 Bilder

Fürstliche Residenz, Erziehungsanstalt, SA-Schule – kaum ein Baudenkmal im Weserbergland hat eine derart wechselvolle Vergangenheit wie das Weserrenaissance Schloss Bevern. Zum 400jährigen Jubiläum präsentiert das Schloss erstmals in einer großen Ausstellung seine  Geschichte mit all ihren Licht- und Schattenseiten. Am 24. März um 10 Uhr wird die Ausstellung eröffnet. Sie steht unter der Schirmherrschaft der niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka.

 

Generationen von Kindern sind im Weserbergland mit der Drohung aufgewachsen: „Bist du nicht artig, kommst Du nach Bevern!“ Doch welchen Hintergrund diese Redewendung hatte, ist heute kaum mehr bekannt. In der Sonderausstellung zum 400jährigen Jubiläum des Weserrenaissance Schlosses Bevern erfahren die Besucher, wie eines der schönsten Baudenkmäler im Weserbergland zu einem denkbar schlechten Ruf kam – aber auch wie es Jahrhunderte lang glänzte: als Ort der Wissenschaft, der Kunst und Musik.

 

Als prachtvolle Residenz für den Junker Statius von Münchhausen 1612 fertig gestellt, erlebte die vierflügelige Schlossanlage bei Holzminden ihre Blütezeit im 17. Jh. unter dem Herzog Ferdinand Albrecht I. von Braunschweig-Lüneburg. Der hochgebildete Herzog war ein leidenschaftlicher Sammler von Literatur und Kunst, wissenschaftlichen Instrumenten und allem, was er irgendwie bemerkenswert fand. Sein schon zu Lebzeiten berühmtes Kunst- und Raritätenkabinett ist ein Höhepunkt der Ausstellung.

 

Präsentiert werden darin eine große Auswahl seiner ursprünglichen Schätze, die sein breites Interesse zeigen: Neben wissenschaftlichen Instrumenten wie einem frühen Mikroskop finden sich Raritäten wie eines der ersten Exemplare einer Laterna Magica oder die wunderschön ausgemalte Glockendon Bibel von 1524. Aber auch jede Menge kurioser Objekte wie getrocknete Gallensteine, „Komponierkästchen“ oder eine Schildkröte, die der Herzog aus anatomischer Neugier einst selbst sezierte.  

 

Ferdinand Albrecht I. begründete die Nebenlinie Braunschweig-Bevern, die von 1735 an das Herzogtum Braunschweig regierte. Im 18. Jh. erstrecken sich die verwandtschaftlichen Beziehungen des Hauses Braunschweig-Bevern über die Monarchien ganz Europas.

 

In sieben Themenbereichen, verteilt auf 800m², illustriert die Sonderausstellung das Leben der Menschen im Schloss über 400 Jahre. Das Leitthema der Ausstellung ist dabei der Satz, der ihr den Titel gab „Bist Du nicht artig, kommst Du nach Bevern!“ Wie ein roter Faden zieht sich das Thema „Strafe“ durch die Schicksale vieler Schlossbewohner. Besonders zu leiden hatten all jene Männer, Frauen und Kinder, die im 19. Jh. im Schloss durch harte Arbeit zu „besseren“ Menschen gemacht werden sollten. Hunger und katastrophale Lebensbedingungen prägten ihren Alltag in der „Correctionsanstalt“ Bevern. Zwar wurde die Besserungsanstalt nach nur 40 Jahren durch eine Erziehungsanstalt für elternlose Kinder abgelöst, die keinen Hunger mehr leiden mussten. Doch das Strafen als Mittel der Erziehung blieb – und heftete dem Schloss jene Redewendung an, die im Weserbergland zum Sprichwort geworden ist.

 

„Die Ausstellung bietet damit eine einmalige Gelegenheit, sich ein Bild von der Vergangenheit des Schlosses zu machen, wie sie wohl nie mehr wiederkommt“, sagt Dr. Christian Leiber, der Leiter des Kulturzentrums Weserrenaissance Schloss Bevern. Es kommen dafür Objekte für ein halbes Jahr wieder an ihren Ursprungsort zurück, die weit über Europa hinaus auf Museen und private Sammlungen verstreut worden sind.

 

Veranstaltungsprogramm im Jubiläumsjahr

Begleitet wird die Ausstellung das ganze Jahr über von Vorträgen, Konzerten, Theateraufführungen, Open-Air-Events und einer nächtlichen „Geburtstags“-Party im Sommer vor der prächtigen Kulisse des Schlosses. Aus jeder Epoche des Bauwerks, von 1612 bis heute, und für jeden Kulturgeschmack hält das Veranstaltungsprogramm ein Highlight bereit. Das gesamte Programm steht zum Download auf www.schloss-bevern.de bereit.

 

Weitere Infos: Kulturzentrum Weserrenaissance Schloss Bevern, Tel. 05531 - 9940 10, E-Mail: kultur@schloss-bevern.de

 

Ausstellungsdauer: 24. März bis 30. September 2012

Öffnungszeiten: Di – So 10 – 17 Uhr, Gruppenführungen nach Voranmeldung,

Eintritt: 8 €, ermäßigt 6,50 €, Gruppe (ab 10 Pers.): 6,50 €, Familienticket 19 €,  Kinder: 3,50 €,

Schulklasse: 1 € pro Schüler

 

 

Förderer und Sponsoren:

Die Ausstellung wird unterstützt durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die STIFTUNG NORD/LB · ÖFFENTLICHE, die Kulturstiftung des Landkreises Holzminden, den Freundeskreis Schloss Bevern e.V., sowie von der Schlosswirtschaft, den Unternehmen Egger, Rewe Altergott OHG Bevern, Schott und Klingenberg. Medien- und Kulturpartner sind der Tägliche Anzeiger Holzminden und NDR Kultur.

 

 

Das Schloss heute:

Seit 1986 ist der Landkreis Holzminden Eigentümer des Schlosses und nutzt es als Kulturzentrum für die Region. 2008 wurde die Erlebniswelt Renaissance darin eröffnet. Neben seinen erstklassigen Meister- und Folk-Konzertreihen hat sich das Schloss vor allem als Ort internationaler Archäologie-Ausstellungen bundesweit ein Namen gemacht.

 

Das  2„Tischautomat“ zeigt einen typischen Gegenstand aus der Sammlung des Herzogs Ferdinand Albrecht I.. Der Tischautomat ist eine Uhr. Zu jeder vollen Stunden wedelt der Hund mit dem Schwanz und rollt mit den Augen.  Leihgeber: Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig.

 

 

Claudia Biehahn

vitamin be - Kommunikation

Hagenstr. 39

32683 Barntrup

 

Tel. 05263 - 953083

Fax 05263 - 953084

Mobil: 0171- 47 38 227

Email: biehahn@vitaminbe.info

Internet: www.vitaminbe.info