29.03.2013 07:00 Susanne Ritter - Neue Bildnisse und Zeichnungen

Geheimnisvolle Welt der Gesichter: Das Weserrenaissance Schloss Bevern zeigt vom 24. März bis 02. Juni die monumentalen Porträts der Malerin Susanne Ritter

(c) Susanne Ritter

Von: GFDK - Kulturzentrum Weserrenaissance Schloss Bevern - 3 Bilder

Patrycja träumt mit offenen Augen. Oder schaut sie aus dem Fenster? Wer ist diese junge Frau mit dem Kurzhaarschnitt und dem gehäkelten Kettenhemd, die so selbstvergessen in sich ruht? Ihr Gesichtsausdruck ist so rätselhaft wie ihre gesamte Erscheinung.

Susanne Ritter malt Gesichter, die Gesichter junger Menschen in überlebensgroßen Porträts. Mehr als 1m x 1m groß sind die monumentalen Köpfe, mit denen die Malerin aus Jugenheim bei Mainz das Porträt der Renaissancemalerei modern interpretiert. In der Ausstellung „Susanne Ritter“ – Neue Bildnisse und Zeichnungen“ zeigt das Weserrenaissance Schloss Bevern vom 24. März an fast 50 Bilder und Zeichnungen der mit zahlreichen Kulturpreisen ausgezeichneten Malerin. 

„Es ist diese Ambivalenz von Fremdheit und Vertrautem, von Gegenwart und Vergangenheit, die die Wirkung von Susanne Ritters Bildern ausmacht“, meint Kulturzentrumsleiter Dr. Christian Leiber. „Ihre gewaltigen Porträts finden im Weserrenaissance Schloss Bevern den passenden Rahmen und deshalb freuen wir uns besonders über diese Ausstellung.“

Die Imagination des menschlichen Anlitzes ist das Lebensthema der 1945 in Düsseldorf geborenen Malerin. Seit ihrem Studium bringt Susanne Ritter Gesichter in doppelter Lebensgröße auf Leinwand. Meist sind es die unfertigen, noch nicht vom Schicksal gezeichneten Gesichter junger Menschen, in die sie ihre eigene Sicht auf die Welt hineinlegt. Dabei bedient sich einer von ihr selbst entwickelten Maltechnik aus altmeisterlicher Eitempera und modernen Acrylfarben.

Mit äußerster Präzision nähert sie sich beim Malen den Gesichtern ihrer Modelle und arbeitet dabei einerseits so fein und präzise mit Farbe, Licht und Schatten, dass man den samtenen Schimmer der jugendlichen Haut ihrer Modelle zu spüren meint. Andererseits verfremdet sie sie durch die unnatürliche Vergrößerung, durch die Wahl der Licht- und Schattenfarben und der verwendeten Accessoires. Sie hält individuelle Gesichtszüge fest und typisiert sie doch in einer Weise, dass alle Porträts wie aus einer Ahnengalerie zu stammen scheinen.  

Die Künstlerin findet ihre Modelle auf der Straße. Sie spricht die ihr unbekannten Menschen an und bittet sie, ihr für eine Stunde oder zwei Modell zu sitzen. In dieser Zeit zeichnet sie ihr Modell mehrfach und fotografiert es. Gesprochen wird dabei so gut wie nichts. Die Malerin will sich völlig unvoreingenommen dem Menschen nähern, der da vor ihr sitzt. Erst in ihrem Atelier in Jugenheim entstehen dann die handwerklich aufwendigen Porträts auf Leinwand, mit denen sich die Malerin in vielen Einzelausstellungen international einen Namen machte.

Warum diese Fixierung auf Gesichter? „Im Anlitz des Menschen liegt etwas Magisches“, sagt die Künstlerin. „Im Gesicht des anderen kann man die Welt entziffern. Es gibt für mich nichts Spannenderes.“

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