11.09.2012 07:01 GOETHE-INSTITUT

Eines der großen Kunstereignisse des Deutschlandjahres in Russland 2012/2013 - Goethe-Institut holt große Beuys-Werkschau nach Moskau

Bild 1: JOSEPH BEUYS — Räume 1971-1984. Plastiken und Objekte 1952-1974

Bild 2: siehe Text

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Erstmals kommt eine umfassende Werkschau von Joseph Beuys nach Russland. Eröffnet wird die Ausstellung „Aufruf zur Alternative“ am 11. September 2012 im Staatlichen Museum für Moderne Kunst der Russischen Akademie der Künste, Moskau.

Sie ist eines der wichtigsten Ereignisse des Deutschlandjahrs in Russland 2012/13 und wird präsentiert vom Goethe-Institut und dem Moskauer Museum für Moderne Kunst in Kooperation mit der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin. Kuratiert hat die Ausstellung der Beuys-Experte und Leiter des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin Eugen Blume.

Eines der großen Kunstereignisse des Deutschlandjahres in Russland 2012/2013 ist die Joseph-Beuys-Werkschau – die bisher umfassendste Ausstellung dieses herausragenden deutschen Künstlers des 20. Jahrhunderts in Russland, präsentiert vom 12. September bis 14. November 2012 vom Goethe-Institut und dem Moskauer Museum für Moderne Kunst in Kooperation mit der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin.

Die Eröffnung findet am 11. September durch den Sonderbeauftragten des russischen Präsidenten Michail Schwydkoj, den Botschafter der Bundesrepublik Deutschland Ulrich Brandenburg, den geschäftsführenden Direktor des Moskauer Museums für Moderne Kunst, Vasili Tsereteli, den Präsidenten des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann sowie den Kurator der Ausstellung und Leiter des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin Eugen Blume statt.

Aus diesem Anlass geben die Veranstalter eine Pressekonferenz im Staatlichen Museum für Moderne Kunst der Russischen Akademie der Künste, Moskau. In der Joseph-Beuys-Werkschau werden neben Installationen - darunter die für Beuys‘ Schaffen Symbolcharakter tragenden Arbeiten „Das Ende des 20. Jahrhunderts“ und „Straßenbahnhaltestelle“ - zahlreiche Multiples, Zeichnungen, Grafiken und Videoaufzeichnungen von Vorträgen und performativen Aktionen gezeigt. Im Rahmenprogramm laufen szenische Lesungen des Beuys-Manifests „Aufruf zur Alternative“, Vorträge und Podiumsdiskussionen.

Goethe-Institut holt große Beuys-Werkschau nach Moskau

Der Titel „Aufruf zur Alternative“ nimmt Bezug auf das gleichnamige Manifest, das Beuys 1978 in der "Frankfurter Rundschau" als Konklusion seiner gesellschaftspolitischen Vorstellungen veröffentlichte. Das Thema „Alternative“ griff Beuys erstmals in den 1950er-Jahren auf, als er das Projekt „Westmensch“ entwarf, das für die experimentelle Herausarbeitung eines Wirklichkeitsmodells mit den Mitteln der Kunst stand.

Darin zog er konkrete Schlüsse aus den verheerenden gesellschaftlichen Entwicklungen, die während des Zweiten Weltkrieges, an dem Beuys als Soldat selbst teilnahm, von Deutschland ausgingen. Voraussetzung für eine echte Alternative zur existierenden Wirklichkeit war für Joseph Beuys die Erweiterung des herkömmlichen Kunstkonzepts: der schöpferische Prozess sollte alle menschlichen Tätigkeitsfelder umfassen und die Grenze zwischen Kunst und Leben verwischen.

Bezogen auf sein Schaffen sprach Beuys von einer „anthropologischen Kunst“ und konstatierte, dass „jeder Mensch ein Künstler ist“. Ausgestattet mit einem inneren kreativen Potenzial, könnten die Menschen neue soziale Systeme errichten und die Welt mithilfe der künstlerischen Praxis umgestalten, das heißt zu Schöpfern der „Sozialen Plastik“ werden.

Beuys‘ Erweiterter Kunstbegriff übte starken Einfluss auf seine politischen Aktivitäten aus. 1979 gehörte er zu den Gründungsvätern der westdeutschen Partei „Die Grünen“, der ersten ökologischen Partei Europas. Als Vertreter dieser Partei kandidierte Beuys für den Deutschen Bundestag.

Kurator der Ausstellung ist der ausgewiesene Beuys-Experte Eugen Blume, Leiter des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, zu dessen Bestand eine umfassende Sammlung von Werken des Künstlers gehört und das als Zentrum der Beuys-Forschung gilt.

In der Exposition sind Leihgaben der Sammlung Marx aus dem Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, der Sammlung Reinhard Schlegel (Berlin), der Sammlung des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) Stuttgart und der Stiftung Museum Schloss Moyland (Sammlung van der Grinten, Joseph Beuys Archiv) des Landes Nordrhein-Westfalen sowie des Joseph Beuys Medien-Archivs des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin vertreten. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der sich insbesondere der Frage widmet, welchen Einfluss Beuys‘ Ideen auf die Entwicklung russischer zeitgenössischer Kunst hatten.

Bild 2: Angelika Platen, Joseph Beuys (vor Rodin Skulptur), Hamburg, 1968
Silbergelatineabzug auf Barytpapier auf Aluminium aufgezogen, 80 x 120cm
Galerie Haas AG, Zürich © Angelika Platen, Courtesy Galerie Haas AG, Zürich.

Quelle:
http://www.goethe.de/prs/prm/a...