25.01.2013 08:07 Wunderkammer als Referenz zeitgenössischer Kunst

Der Dortmunder Kunstverein zeigt schaurig-schöne Werke von Carina Linge und Léon van Opstal bis 28.03.2013

Der Dortmunder Kunstverein zeigt schaurig-schöne Werke von Carina Linge und Léon van Opstal

1. Carina Linge: Stilleben mit präpariertem Herz,Stillleben mit präpariertem Herz, Courtesy Jarmuschek + Partner, Berlin

2. Cornelis van der Meulen: Vanitas-Stillleben mit der Statuette der Hl.Susanna, 1688. SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

3. Léon van Opstal: Hommel-in-doos, 2011, Stahl, Messing, Elektronik, Taxidermie, Kunststoffcopyright Léon van Opstal

Von: Sandra Dichtl - 3 Bilder

Der Ausstellungstitel spielt auf die in Wunderkammern vereinten Kunstwerke und Objekte an, viele von ihnen sind „schrecklich-schön“. Der Dortmunder Kunstverein möchte sich mit dem Ursprung der musealen Präsentation, der historischen Wunderkammer und ihrer Bedeutung in der Gegenwart beschäftigen. Dies geschieht nach dem Prinzip der diachronen Hängung, einerseits durch zwei zeitgenössische Positionen, die deutliche Referenzen zur Wunderkammer aufweisen, andererseits durch die Präsentation ausgewählter Arbeiten aus repräsentativen Privatsammlungen der Region.

Das Ziel der Ausstellung im Kunstverein ist, durch die Präsentation der schaurig-schönen Werke der beiden mit der Region verbunden Privatsammlungen von Prof. Dr. Dr. Thomas Olbricht/„Olbricht-Collection“ und Dr. Dr. Thomas Rusche/„SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin“ und der Werke der Künstler Carina Linge und Léon van Opstal, die Zuwendung zur Geschichte des Ausstellungswesens sowie dem stets aktuellen Thema der Privatsammlung und ihrer Motivation. Die Kostbarkeit der gezeigten Werke wird darüber hinaus eine Auseinandersetzung mit der Wertigkeit von alten und neuen Artekfakten auslösen. In der Gegenüberstellung mit diesen aktuellen Werken entfalten sowohl die Altniederländischen Meister als auch die Wunderkammerobjekte eine ganz neue Wirkmächtigkeit. Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt folgerichtig auf der Auseinandersetzung mit dem Vanitasgedanken („Bedenke, dass Du sterben wirst“), der bereits im Barock durch die humorvolle und gleichsam andächtige Betrachtung des Todes in Szene gesetzt wurde.

Auch wenn oder gerade weil zwischen den Positionen Jahrhunderte liegen, entsteht ein interessanter, aber auch provokativer Dialog, der den Betrachter sowohl an intime als auch überraschende Spiegelungen führt. Das Ergebnis ist ein Spektrum sehr eigenwilliger Bilderwelten: Von der bizarren Dynamik der Annäherung und des sich abgestoßen Fühlens, vor allem aber von der Lust und dem Frust der jeweiligen Epoche.

 

S. Dichtl

Dortmunder Kunstverein e.V.
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44137 Dortmund

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