01.02.2015 18:06 aktuelle Ausstellungen und Werke

Damien Hirst - Tod und Vergänglichkeit, Religiosität und Blasphemie zeichnen seine Werke aus

Sammler zahlen horrende Summen für tote Schmetterlinge von Damien Hirst

Seit mehr als zwanzig Jahren schockt und provoziert der britische Künstler Damien Hirst mit seinen Gemälden, Installationen und Skulpturen © Zimmermann & Heitmann Kunsthaus seit 1879

Von: Redaktion - GFDK

Diamantbesetzte Schädel, formaldehyd-konservierte Tierkadaver und auf nasser Farbe klebende Schmetterlinge: Das alles ist Damien Hirst. Seit mehr als zwanzig Jahren schockt und provoziert der britische Künstler mit seinen Gemälden, Installationen und Skulpturen ein Publikum, das zwischen Faszination und Verstörung schwankt.

In seinen aktuellen Ausstellungen beweist Damien Hirst einmal mehr, warum er nicht nur der wichtigste britische Künstler unserer Zeit, sondern auch der kommerziell erfolgreichste lebende Künstler weltweit ist.

Von Tigerhaien, halben Kühen und bunten Punkten

So unterschiedlich die Werke auf den ersten Blick auch sein mögen, ihnen allen ist eines gemeinsam: Damien Hirst provoziert. Und dabei eckt er nicht nur thematisch an, indem er Tod und Vergänglichkeit darstellt, zwischen Religiosität und Blasphemie oszilliert und den blinden Konsumwahn der Wohlstandsgesellschaft demaskiert, sondern auch seine Materialwahl ist bisweilen befremdlich.

Während eine seiner bekanntesten Reihen, die sogenannten „spot paintings“ materialtechnisch eher unspektakulär ist, stellt sich die Installation „The Physical Impossibility of Death in the Mind of Someone Living“ aus dem Jahre 1991 als ein in Formaldehyd konservierter Tigerhai dar.

Ebenfalls in Formaldehyd zu bewundern ist das Kunstwerk „Some Comfort gained from the Acceptance of the Inherent lies in Everything“ von 1996, das Ganzkörperquerschnitte durch zwölf Kühe zeigt. Doch Hirst geht es nicht nur darum, den Stillstand des Todes zu zeigen, sondern auch darum, den Kreislauf von Leben und Tod zu verdeutlichen: Mit der Käfiginstallation „A Thousand Years“ von 1990 stellt er einen langsam verwesenden Kuhkopf dar, der von unzähligen, an ihm fressenden, Fliegen umschwirrt wird.

Horrende Summen für tote Schmetterlinge

Seit seiner ersten Ausstellung „Freeze“, die er im Jahre 1988 als Student des Goldsmiths Colleges in London veranstaltete, und die als Geburtsstunde eines Phänomens gilt, das in Medienkreisen als „Young British Artists“ bekannt ist, ist Hirst die Aufmerksamkeit des Kunstmarktes sicher.

Damien Hirsts Werke erzielen sowohl über Galeristen als auch im Direktverkauf unglaubliche Summen und gelten mittlerweile vor allem bei den Superreichen dieser Welt als Status- und Prestigesymbol. Erst vor kurzem hat ein Sammler auf der „Singapore Art Fair“ das Kunstwerk „Amorous“ aus dem Jahre 2008 für 1,6 Millionen US-Dollar erworben. „Amorous“ besteht im Wesentlichen aus Schmetterlingsflügeln, die auf nasse rote Farbe geklebt sind.

Die Prominenz seines Namens und die wachsende Nachfrage nach Werken Damien Hirsts haben dazu geführt, dass die meisten gut sortierten Kunsthäuser Drucke seiner Arbeiten ebenso wie Originale führen. Beispielsweise vertrieben wird Damien Hirst in der Galerie Zimmermann & Heitmann, die sich auf moderne Kunst und aktuelle KünstlerInnen spezialisiert ist. Vor allem die „spot Paintings“ und die Schmetterlingsbilder von „The Souls on Jacob's Ladder Take Their Flight“ lassen sich hier finden.

Neues von Damien Hirst: Aktuelle Ausstellungen

Hirsts Ideenreichtum scheint auch nach über zwanzig Jahren Produktion noch nicht erschöpft zu sein. Seine jüngste Serie von Stadtansichten in schwarz-weiß, die „Black Scalpel Cityscapes“, war noch bis zum 31. Januar 2015 in der Kunstgalerie „White Cube“ in São Paulo zu sehen. Die Kunstwerke, die aus zahllosen chirurgischen Instrumenten zusammengesetzt sind, imitieren die Vogel-Perspektive auf stark urbanisierte Gegenden auf der ganzen Welt.

In der Ausstellung „Self: Image and Identity“, die vom 24. Januar bis zum 10. Mai in der Galerie Turner Contemporary im englischen Kent stattfindet, werden Damien Hirsts Selbstportraits neben denen vieler anderer KünstlerInnen ausgestellt. Die Idee dahinter ist es, den Wandel des Selbstportraits und der Wahrnehmung von Außen- und Selbstbild im Laufe der Jahrhunderte zu hinterfragen.

Über die Ausstellungen seiner eigenen Arbeiten hinaus ist für das Frühjahr 2015 zusätzlich eine Ausstellung in der „Newport Street Gallery“ geplant, für die Damien Hirst mehr als 2000 Objekte aus seiner persönlichen Sammlung beisteuern wird, die er seit den späten 1980er Jahren aufgebaut hat.

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