20.02.2015 07:00 Raum, Bewegung, Licht

Ausstellung in Zürich: Xanti Schawinsky - multimediale Inszenierungen

Xanti Schawinsky zuerich

Zum ersten Mal vereint die Retrospektive im Migros Museum für Gegenwartskunst Arbeiten aus allen Schaffensperioden des Künstlers; Xanti Schawinsky, Untitled, 1928, (Szene aus Olga-Olga), Schwarzweissfotografie, 17.5 x 23.6 cm, Foto: Theodor Lukas “Lux” Feininger, Courtesy of the Estate of T. Lux Feininger

Von: GFDK - Migros Museum für Gegenwartskunst

In einer ersten umfassenden Retrospektive zeigt das Migros Museum für Gegenwartskunst das Werk des Schweizer Künstlers Xanti Schawinsky (geboren 1904 in Basel, gestorben 1979 in Locarno).

Ausstellung in Zürich

Schawinsky wurde zu Lebzeiten hauptsächlich durch seine Tätigkeit in der Theaterabteilung am Bauhaus bekannt. Ausgehend von seiner dortigen Arbeit entwickelte Schawinsky in den 1930er Jahren als Lehrer am Black Mountain College, einer legendären Kunsthochschule in North Carolina, die vielen europäischen Emigranten während der NS-Zeit Zuflucht bot, seine Theatertheorie vom «Spectodrama». Es handelt sich dabei um multimediale Inszenierungen, die elementare Phänomene wie Raum, Bewegung, Licht, Klang oder Farbe unter wissenschaftlichen, technischen und performativen Aspekten untersuchen. Sie stellen eine frühe Form des «Happening» dar, das später an derselben Institution von John Cage berühmt gemacht wurde. Auch Schawinskys malerische Praxis beschäftigt sich mit der Entgrenzung des Mediums und fokussiert den Prozess; etwa in seiner Track-Serie, die er mithilfe eines Autos «malte». 

Zum ersten Mal vereint die Retrospektive im Migros Museum für Gegenwartskunst Arbeiten aus allen Schaffensperioden des Künstlers. Neben den avantgardistischen Utopien des Bauhaus und einer Proto-Happening-Kunst finden sich in Schawinskys Schaffen viele weitere Anknüpfungspunkte an die Hauptströmungen der Kunst der Vor- und Nachkriegsmoderne des 20. Jahrhunderts in Europa und Amerika.

So kann sein Werk auch als stellvertretend für den durch die politische Lage bedingten transatlantischen Austausch künstlerischer Ideen gelesen werden, der die Kunstgeschichte nachhaltig geprägt hat. Die Ausstellung präsentiert Schawinskys herausragendes, der Öffentlichkeit über mehrere Jahrzehnte nicht zugängliches Werk erstmals in seiner ganzen Breite und ordnet es im historischen Kontext und in Hinblick auf sein Nachwirken auf die Gegenwart ein. 

Freunde der Kunst

Die Ausstellung wird von Raphael Gygax (Kurator, Migros Museum für Gegenwartskunst) kuratiert. Zur Ausstellung erscheint eine Monographie bei JRP|Ringier mit Beiträgen von Thorsten Blume, Eva Díaz, Raphael Gygax, Juliet Koss und Tobias Peper.

presse@remove-this.migrosmuseum.ch