08.09.2014 08:00 Museum im Kulturspeicher

Ausstellung in Würzburg: Wolfgang Lenz zum Gedächtnis – Stilles Leben und phantastische Welten

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Prägend waren für Wolfgang Lenz seine Reisen nach Italien; (c) Wolfgang Lenz/Privatbesitz

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Von: GFDK - Museum im Kulturspeicher Würzburg

Am 1. Januar 2014 starb der Würzburger Maler Wolfgang Lenz. Er hinterließ seiner Heimatstadt Inkunabeln wie den „Würzburger Totentanz“, mit dem er das Trauma der Kriegszerstörung eindrücklich visualisierte, aber auch zahlreiche Werke im öffentlichen Raum wie die Ausmalung des Ratssaales.

Ausstellung in Würzburg

1925 geboren und an der Münchener Akademie als Wandmaler ausgebildet, malte Lenz Zeit seines Lebens figürlich. Er blieb jedoch nicht bei der bloßen Wiedergabe der äußeren Wirklichkeit, sondern schuf in seinen Bildern eine eigene, phantastische Realität, voll Traum und Poesie. Dabei interessierten ihn sowohl das geheimnisvolle Eigenleben der Dinge in seinen Stillleben als auch die Welt des Theaters, der Maskerade und des Gauklertums. Die Gedächtnisausstellung zeigt Wolfgang Lenz’ künstlerischen Weg und die Vielfalt seines Schaffens in über 100 ausgewählten Werken aus dem Nachlass.

Prägend waren für Wolfgang Lenz seine Reisen nach Italien: Bereits 1955 erhielt er das mit einem einjährigen Aufenthalt verbundene Rom-Stipendium. Die antike und barocke Architektur Italiens, aber auch die Stadtlandschaft Würzburgs hielt er in zahlreichen meisterhaften Aquarellen fest. In seinen Gemälden kehren sie als oft ruinöse Schauplätze phantastischen Lebens wieder, in denen sich Mischwesen aus Mensch und Tier, Harlekine oder plötzlich lebendig gewordene Puppen tummeln und der Tod höchstpersönlich auftritt. So verbindet Wolfgang Lenz die Mahnung an die Vergänglichkeit mit subtilem Witz, das Schöne mit dem Unheimlichen, die Realität mit dem Traum. Kunsthistorisch ist er dem „Phantastischen Realismus“, einer aus dem Surrealismus entwickelten europäischen Kunstströmung nach dem Zweiten Weltkrieg, zuzurechnen.

Freunde der Kunst

Seine akademische Ausbildung, aber auch seine überbordende Phantasie befähigten Wolfgang Lenz zur Bewältigung großflächiger Wandbilder. Von barockem Übermut etwa sind seine Ausmalung der Laube im Würzburger Ratskeller und des „Café Prinzipal“ im Prinzregentheater München oder der Vorhang für das Wiesbadener Theater.

Reiche allegorische und historische Anspielungen prägen die Wandbilder im Würzburger Ratssaal. Entwürfe für diese Arbeiten sind ebenso in der Ausstellung zu sehen wie eine Spiegelscheibe, die Wolfgang Lenz in Zusammenhang mit der Rekonstruktion des Spiegelkabinetts in der Würzburger Residenz schuf. Gemeinsam mit den Staffeleibildern, der Hinterglasmalerei, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafik vermitteln sie einen Eindruck von der Breite und Vielfalt von Lenz’ Schaffen.

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