24.03.2014 08:00 Siebold Museum

Ausstellung in Würzburg: Der Kimono - ein alltägliches Kleidungsstück ?

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Vor kurzem noch galt das traditionelle Kleidungsstück der Japaner fast als ausgestorben; (c) Siebold-Museum

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Von: GFDK - Siebold Museum

Das Wort „Kimono“ entstand erst vor ca. 130 Jahren, als sich Japan den Einflüssen des Westens öffnete.  Vor kurzem noch galt das traditionelle Kleidungsstück der Japaner fast als ausgestorben, da zu unpraktisch, zu konservativ, zu aufwendig anzuziehen und dazu noch immens teuer. Doch er ist nicht aus dem Stadtbild verschwunden. Im Gegenteil: Junge Leute und Modedesigner entdecken das vielseitig verwendbare Gewand aufs Neue.

Ausstellung in Würzburg

Der Kimono war immer ein Spiegelbild seiner Zeit, schlicht oder verschwenderisch. In der Mode gab es ein Auf und Ab. Mal waren die Ärmel länger, mal kürzer, mal trug man Hosen darunter, mal darüber, mal bevorzugte man eine strenge, gerade Silhouette, mal ein fließendes, langes Gewand, das über den Boden schleifte.

Aber eines änderte sich nie: der Grundschnitt. Der Kimonowurde immer aus ca. 36 cm breiten Stoffbahnen genäht, entsprechend der Breite der Webstühle. Ca. 11 Meter sind für einen Kimono von normaler Länge erforderlich. Es gibt keine Abnäher oder andere auf die Figur bezogenen Besonderheiten, es wird nichts gerüscht und gerafft, es gibt keine Knöpfe, Taschen und Reißverschlüsse. Nur durch einen mehr oder weniger breiten Gürtel Obi wird das lose Gewand zusammengehalten.

Freunde der Kunst

Einen Kimono zu tragen, bedeutet auch, seine Verbundenheit mit dem Land und seiner Tradition zu zeigen. Mit dem Kimono verändert sich nicht nur die Körperhaltung, die Trägerin ist auch gezwungen, sich bewusst langsamer und eleganter zu bewegen. Kimonoschulen, in denen man das Anziehen und Tragen von Kimonos erlernt, haben in den letzten Jahren regen Zulauf, und der fast vergessene Berufsstand des Kimonoanziehers erlebt eine neue Blüte.

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