06.10.2013 08:00 MUMOK

Ausstellung in Wien: Marge Monko. How to Wear Read - Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen in ihrem postsozialistischen Umfeld

Marge Monko. How to Wear Read neue ausstellung im mumok

Sorgsam recherchiert die Künstlerin die Alltagsgeschichte der Arbeitswelt in ihrem zeitgenössischen politischen Kontext; (c) Marge Monko

Marge Monko. How to Wear Read ausstellung wienMarge Monko. How to Wear Read kuenstlerin foto und videoarbeiten
Von: GFDK - MUMOK

2012 ging der Henkel Art.Award. zum ersten Mal nach Estland: Die 1976 in Tallinn geborene Film- und Fotokünstlerin Marge Monko erhielt den mit 7.000 Euro und zwei Einzelausstellungen dotierten Preis. Ab 25. Oktober 2012 gibt sie im mumok einen Einblick in ihre Arbeit. Im Mittelpunkt ihres Interesses stehen der historische Wandel vom Kommunismus zum Kapitalismus und die damit verbundene Veränderung gesellschaftlicher Rollenbilder.

Ausstellung in Wien

Sorgsam recherchiert die Künstlerin die Alltagsgeschichte der Arbeitswelt in ihrem zeitgenössischen politischen Kontext und unterzieht sie einer kritisch-analytischen Betrachtung aus weiblicher Perspektive. Dabei werden die Propaganda und das Pathos kommunistischer Ideologie ebenso einer Revision unterzogen wie die Fortschrittsgläubigkeit kapitalistischen Gewinnstrebens. Die einstigen Versprechen des Kommunismus und seiner kulturellen Industrie von Glück, Zufriedenheit und Selbstbestimmung werden als hohle und dem Verfall unterworfene Gesten erkennbar.

Freunde der Kunst

Im Karrieredenken neoliberaler Eliten kehren sie nun unter veränderten Bedingungen und in neuen Erscheinungsformen wieder. So hat Monko bereits 2009 in der Videoarbeit Shaken Not Stirred die Brüche im Leben einer weiblichen Existenz nachgezeichnet: Nach außen dem Bild einer erfolgreichen Geschäftsfrau entsprechend, entpuppt sich die Hauptfigur als privat gescheitertes und zutiefst enttäuschtes menschliches Wesen, in dessen Umfeld die Verwerfungen zwischen den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten tiefreichender sind als je zuvor.

press@mumok.at