18.09.2014 08:00 Stadthaus

Ausstellung in Ulm: Bamako - Dakar - Westafrikanische Fotografie heute

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Nach zwei Ausstellungen, die südafrikanische Fotografie im Stadthaus vorgestellt haben, folgt nun der Blick in den Westen des Kontinents; Bild 1: Elise Fitte-Duval: La lutte traditionell, 2009 (Ausschnitt)

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Bild 2: Fatoumata Diabaté: Studio de la rue. Serie

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Bild 3: Malika Diagana: Porträt der Kultur- bloggerin Aisha Ken

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Bild 4: Djibril Sy: natures mortes, 2013

Von: GFDK - Stadthaus Ulm

In der westlichen Kunstwelt werden seit den 1990er Jahren Fotografinnen und Fotografen vor allem aus Südafrika, zunehmend aber auch aus den westafrikanischen Ländern Senegal und aus Mali mit Aufmerksamkeit wahrgenommen. Insbesondere in den Metropolen Dakar und Bamako hat sich eine lebendige Fotografenszene entlang der Genres der „Straßen-“, Presse- und „Studiofotografie“ mit eigenen Bildtraditionen und Ästhetiken entwickelt.

Ausstellung in Ulm

Die Studiofotografie erfüllt bis heute eine wichtige soziale Funktion, das Posieren vor der Kamera und die Fotos im Album sind visuelles Gedächtnis und Herzstück einer ganz eigenen Ästhetik. Die Straßenfotografie entwickelte sich in den 1960er Jahren in Mali im Zuge der Unabhängigkeitsbewegung und hielt zunächst die Aufbruchstimmung dieser Epoche fest. Auch andere Formen der Dokumentarfotografie spielen eine große gesellschaftliche Rolle, als Informationsvermittlung für Leseunkundige beispielsweise, aber auch bei der Weitergabe von Überlieferungen und Erzählungen. Für diese „angewandten“ Bereiche der Fotografie gibt es einen eigenen Markt.

Für eine künstlerische Fotografie nach westlichem Vorbild gibt es vor Ort nur wenige Ausbildungs- und Finanzierungsstrukturen. Fotokunst-Projekte entstehen daher oftmals in einem internationalen Rahmen, was die Künstlerinnen und Künstler wiederum in einem Spannungsfeld unterschiedlicher Erwartungen arbeiten lässt, den eigenen Traditionen und Ansprüchen auf der einen und denen des westlichen Kunstmarktes auf der anderen Seite gerecht zu werden. Dieser westliche Kunstmarkt freilich ist u.a. über zwei regelmäßige Kunstmessen, die seit den 1990er Jahren stattfinden, angekommen: In Bamako die Biennale der Fotografie (1994-2011), in Dakar die Dak’Art, die ebenfalls alle zwei Jahre stattfindet.

Nach zwei Ausstellungen, die südafrikanische Fotografie im Stadthaus vorgestellt haben, folgt nun der Blick in den Westen des Kontinents. Wir stellen fotokünstlerische Positionen aus dem Senegal und aus Mali vor und lassen darüber hinaus die Fotografinnen und Fotografen selbst in ausführlichen Interviews zu Wort kommen, in denen sie auch über ihre Position zwischen dem westlichen Kunstmarkt und ihren eigenen Traditionen in einer zunehmend globalisierten Welt reflektieren und ihre Werke kommentieren.

Aus Bamako werden Emmanuel Bakary Daou, Fatoumata Diabaté (auch Dakar), Harandane Dicko, Malick Sidibé und Amdou Sow in der Ausstellung vertreten sein, aus Dakar Malika Diagana, Omar Victor Diop, Elise Fitte-Duval, Mamadou Gomis, Angélina Nwachukwu, Boubacar Touré Mandemory, Djibril Sy und Ibrahima Thiam.

Freunde der Kunst

Die Ausstellung ist eine Kooperation der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart mit dem Stadthaus Ulm, gefördert im Fonds TURN der der Kulturstiftung des Bundes und freundlicher Unterstützung der Walther Collection, Neu-Ulm. Im Rahmen des Projekts wird es im November einen direkten Austausch zwischen Künstlern und Studenten aus Bamako, Dakar und Baden-Württemberg geben.

19. September bis 23. November 2014

s.presuhn@ulm.de