15.09.2014 08:00 Fotografie

Ausstellung in Stuttgart: Gebanntes Licht - Experimentelle Fotografien der Staatsgalerie Stuttgart

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Das natürliche Licht, sonst so flüchtig, entfaltet seine volle Pracht für uns erst auf das Fotopapier gebannt; © Stankowski-Stiftung

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Von: GFDK - Staatsgalerie Stuttgart

Um 1920 rückt die Fotografie in den Fokus von Künstlern wie Christian Schad, Man Ray oder László Moholy-Nagy.

Ausstellung in Stuttgart

Auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen beginnen sie mit einer kameralosen Technik zu experimentieren und in den so erzeugten Fotogrammen mittels gezielter Lichteinwirkung abstrakte Strukturen auf dem Papier entstehen zu lassen. Diese neue Betonung und Sichtbarmachung des Lichts als eigenständiges Gestaltungsmittel inspiriert zahlreiche weitere Künstler dazu, sich in ihren Fotografien von der direkten Naturwiedergabe zu lösen und neue Möglichkeiten auszuloten. Alfred Ehrhardt, Marcel Duchamp oder Anton Stankowski erzeugen besondere Ansichten mittels untypischer Perspektiven und reizvoller Licht- und Schattenspiele.

Während Imi Knoebel oder Antoni Mikołajczyk künstliche Lichtquellen nutzen, hält Monika Baumgartl nächtliche Lichtspuren des Mondes auf dem Papier fest und verleiht dadurch der Zeit eine visuelle Ausformung. Im Gegensatz dazu stehen die vom Zufall abhängigen spektakulären Blitze über Walter De Marias »Lightning Field«, die ihre volle Pracht auf das Papier gebannt entfalten.

Freunde der Kunst

Die unverzichtbare Rolle des Lichts für die Fotografie verdeutlicht zum Abschluss der Präsentation Ugo Mulas‘ inszenierter Kontaktabzug unbelichteter Negative eines Kleinbildfilms. So endet die Ausstellung mit 36 »verlorenen Gelegenheiten«, mit denen Mulas einen der Erfinder der Fotografie würdigt: Nicéphore Niépce.

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