18.06.2013 08:00 Ausstellung im MdM RUPERTINUM

Ausstellung in Salzburg: Matthias Herrmann. Otto Breicha-Preis für Fotokunst 2013

Otto Breicha-Preis für Fotokunst 2013

Otto Breicha-Preis für Fotokunst 2013; (c) Bild 1/2: Matthias Herrmann/Galerie Steinek

Ausstellung im MdM RUPERTINUM

Bild 3/4/5: Fotosammlung des Bundes/Österreichische Fotogalerie/Museum der Moderne Salzburg

subjektive Sicht eines sehenden IndividuumsÜberblick auf ein faszinierendes, vielschichtiges Œuvrewerke, arbeiten, fotografien
Von: GFDK - MdM RUPERTINUM - 5 Bilder

Das Museum der Moderne Salzburg vergibt den 14. Otto Breicha-Preis für Fotokunst 2013 an den Fotokünstler Matthias Herrmann.Diese Auszeichnung wird alle zwei Jahre an einen österreichischen oder in Österreich lebenden Fotokünstler oder eine Fotokünstlerin verliehen. Matthias Herrmann setzt die Reihe der Preisträger nach Alfred Seiland, Otmar Thormann, Branko Lenart, Heinz Cibulka, Manfred Willmann, Walter Berger, Paul A. Leitner, Friedl Kubelka, Seiichi Furuya, Peter Dressler, Ferry Radax, Margherita Spiluttini und Ilse Haider fort.

Austellung in Salzburg

Der 1963 in München geborene und in Wien lebende Fotokünstler Matthias Herrmann hatte von 2003 bis 2011 die Professur für „Kunst und Fotografie“ an der Wiener Akademie der bildenden Künste inne. In seiner neuen fotografischen Werkserie befasst er sich mit Stilllebenfotografie und den Bildern des urbanen Raumes. Seit den 1990er Jahren, nachdem er seine Karriere als Balletttänzer beendet hatte, konzentrierte er sich auf die fotografische Auseinandersetzung mit dem Bild des menschlichen Körpers, der Geschlechterkonstruktion im Fotografischen und dem Selbstbildnis als sexuell konnotierte Manifestation.

Von der subjektiven Sicht eines sehenden Individuums auf sich selbst hat sich nun sein Blickwinkel auf seine Umgebung erweitert, auf die Welt als Reflektionsebene und auf das eigene fotografische Tun. Matthias Herrmann ist ein Reisender und Wanderer. Er liefert keine Dokumentationen oder stimmigen Bildatlanten von den Orten seiner Reisen ab, sondern legt vereinzelt Einblicke und Beutestücke vor. Er fördert sie zu Tage, er gießt sie in Bildlichkeit und macht sie damit zu Teilen einer Wirklichkeit, die erst durch sein Sehen Substanz gewinnt.

Bildende Kunst

Seine Reisen sind nicht Stichstraßen in diverse Weltgegenden, sondern Suchbewegungen in den Bilderwelten, auch denen der Kunstgeschichte. Museen als Orte der Erinnerung liefern für seinen Bilderkosmos sublime ikonische Botschaften: Bilder existieren nicht in einer luftleeren Sphäre, sondern leben in Räumen. Das Kunsthistorische Museum in Wien ist so ein Raumkontext mit Türen, Fenstern, Ecken und einer eigenen ornamentalen Folie aus Wand, Dekor und Bild. Galerieräume ebenso wie Kunstbücher sind Medien für den Transport von Bildern.

Die Fotografien von Matthias Herrmann annektieren diese Meta-Kunstwerke aus dem Fundus des Erinnerten. Sie stellen damit eine Welt her, die sich um das sehende Individuum aufbaut, die aus Gesehenem besteht wie aus Erlebtem, aus  Imaginiertem wie aus Faktischem, aus der Beschreibung des Sichtbaren, wie aus dem Anreißen der Zwischenräume. 

Freunde der Kunst

Mit etwa 100 kleinformatigen Fotografien der letzten 15 Jahre und rund 50 großformatigen Arbeiten der neuesten Schaffensperiode wird in der Ausstellung ein Überblick auf ein faszinierendes, vielschichtiges Œuvre geboten. 

christine.forstner@mdmsalzburg.at