28.11.2012 07:58 Saarland – Kunst der 50er Jahre

Ausstellung in Saarbrücken: Aufbruchsstimmung im Saarland: 29 Künstlerpositionen der 1950er Jahre bis zum 07.04.2013

Ausstellung in Saarbrücken: Aufbruchsstimmung im Saarland: 29 Künstlerpositionen der 1950er Jahre bis zum 07.04.2013

August Clüsserath, Liegender Akt, um 1951, Öl auf Hartfaser, 48,8 x 90,5 cm, Privatbesitz, Foto: Stiftung Saarländischer Kulturbesitz

Von: GFDK - Stiftung Saarländischer Kulturbesitz

Ab dem 24. November 2012 bietet die Ausstellung „Saarland – Kunst der 50er Jahre“ im Saarland.Museum | Moderne Galerie einen umfassenden Überblick über die faszinierende Aufbruchszeit der Bildenden Kunst im Saarland der 1950er Jahre. Die ausgewählten 29 Künstlerpositionen zeigen in beeindruckender Weise das frühe Anknüpfen der saarländischen Kunst an die Moderne der 30er Jahre, die durch den Nationalsozialismus abrupt unterbrochen wurde.

Die Ausstellung verdeutlicht, wie die stilbildende „subjektive fotografie“ von Otto Steinert und die bahnbrechenden experimentellen Materialbilder von Max Mertz Anfang der 1950er Jahre den Anschluss an die internationale Kunst fanden. Ausgewählte Werke von Oskar Holweck und Leo Erb illustrieren den Aufschwung der Kunst im Saarland auf die Höhe der Weltkunst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts. Auch Boris Kleint ist vertreten, der 1957 die „neue gruppe saar“ ins Leben rief, deren Mitglieder meist ungegenständlich arbeiteten.

Dieses vielfältige kulturelle Leben entfaltete sich vor dem Hintergrund einer politisch und gesellschaftlich bewegenden Zeit im autonom gewordenen Saarland. Länderübergreifende Begegnungen deutscher und französischer Kultur wurden durch die mit staatlicher Hilfe gewährten Paris-Stipendien und ein vom französischen Staat gefördertes kulturelles Leben forciert, sodass auf Basis der französischen und deutschen Vorkriegsmoderne eine aufregende Avantgardebewegung entstand.

Das Saarland.Museum unter der Leitung von Rudolf Bornschein stellte seine Sammlung bedeutender Werke des 19. und 20. Jahrhunderts zusammen. Trotz massiver öffentlicher Anfeindungen seitens konservativer politischer Kräfte setzte Rudolf Bornschein den Erwerb des „Blauen Pferdchens“ von Franz Marc für das Saarland.Museum durch. Gemeinsam mit der „Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk“ trugen die Ausstellungen im Saarland.Museum maßgeblich zum Ansehen des Saarlandes und seines Kunstschaffens bei. Der Saarländische Künstlerbund, nach Kriegsende neu formiert, prägte gleichfalls in besonderer Weise das Kunstschaffen und Ausstellungswesen dieser Zeit.

Die Ausstellung „Saarland – Kunst der 50er Jahre“ veranschaulicht die Öffnung hin zum internationalen Kunstgeschehen und präsentiert die bahnbrechenden Neuerungen einer Zeit, in der die Landeshauptstadt Saarbrücken zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Neuerungsbewegung wurde. Das Potenzial dieser Epoche wird in der Zusammenschau der Ausstellung wie nie zuvor erfahrbar.

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