19.05.2015 09:00 spannende Verbindung

Ausstellung in Potsdam: FLUXUS IMPORT/EXPORT – Emmett Williams and his Adventures in Poland

ausstellung potsdam

Emmett Williams’ erster Besuch in Polen war 1945 mit einem Versorgungsboot aus Amerika auf dem Weg nach Danzig; Emmett Williams Ehrendoktor "International Artistis´Museum" Lodz, Foto Ann Noel

Von: GFDK - museum FLUXUS+

Die diesjährige Fluxus-Sonderausstellung im museum FLUXUS+ in Potsdam zeigt die spannende Verbindung eines amerikanischen Künstlers, der in Berlin lebte, nach Polen. Der Ideen- und Gedankenaustausch zwischen den Künstlern wird in der Ausstellung anhand von Zeichnungen, Künstlerbüchern und -texten, Installationen, Collagen und Filmen gezeigt.

Ausstellung in Potsdam

Emmett Williams’ erster Besuch in Polen war 1945 mit einem Versorgungsboot aus Amerika auf dem Weg nach Danzig. Seine Mutter wurde in der Nähe von Warschau geboren und wanderte im  Alter von 16 Jahren mit Ihrer Familie in die USA aus.

Im Jahr 1981 traf Emmett Williams Jaroslaw Kozlowski, als beide an der Hochschule der Künste in Hamburg lehrten. Kozlowski ist Professor an der Akademie für Bildende Kunst in Posen. Er eröffnete die „Galeria Akumulatory“ und lud dort viele Künstler mit internationalem Ansehen, unter anderem Angehörige der Fluxusbewegung,  während der 1970er und 80er Jahre, ein. Die Ausstellungen in der „Galeria Akumulatory“ wurden sowohl von Studenten der Kunstuniversität, als auch von wichtigen Personen der Gesellschaft besucht.

Emmett Williams und seine Frau, die Künstlerin Ann Noël kamen 1981 das erste Mal nach Posen. Dort lernten sie Andrzej Dluzniewski und Cezary Staniszewski kennen, die Galerien in Warschau führten und Thomasz Wilmanski, der die „Galeria AT“ im Keller der Universität in Posen hatte, die bis heute existiert. Sie trafen weiterhin die Künstler Joanna Adamczewska, Wlodzimierz Borowsky und Hanna Luczak.

Ihre Zusammenarbeit mit Dluzniewski’s „Galeria Piwna“ führte zur Ausstellung „ON/OVER“ in der „National Gallery of Warsaw“ im Jahr 1987, die außerdem Werke von Piotr Rypsons Sammlung enthielt, welche Sie wiederum mit Staniszewskis „Galeria Riviera Remont“ zu den internationalen Kunstseminaren „ETCETERA l & ll“ 1987 und ’88 führte. Hierzu lud Emmett Williams 50 seiner internationalen und polnischen Künstler-Freunde ein.

Freunde der Kunst

Jaroslaw Kozlowski erhielt 1985 ein „DAAD Künstlerstipendium“, um für ein Jahr in Berlin zu leben und zu arbeiten. Ein weiterer DAAD – Gast in diesem Jahr war Ryszard Wasko. Er schrieb bereits mit dem ersten „Construction in Progress“ – Event, 1981 in Lodz und 1985 in München, Kunstgeschichte. Des Weiteren war er Kurator der Ausstellung „PS1“ in New York. Emmett Williams und Ann Noël freundeten sich mit seiner Familie an.

Als sie 1990 wieder nach Lodz zurückkehrten, eröffnete Ryszard Wasko das „International Artists’ Museum“ und erklärte Emmett Williams zu dessen Ehrendirektor bzw. Präsident. Es fanden viele “CinP” – Events in Israel, Australien und Polen während des gesamten Jahrzehnts statt. Ein weiterer Künstler aus Lodz, Wojciech Bruszewski, ein Gast des „DAAD – Künstlerprogramms“ aus den frühen 1980ern, war ebenfalls in die Organisation des Museums involviert.

Im filmraum des museum FLUXUS+ wird der Film “Rub-a-Dub-Dub” über ein “Fluxus-Banquet” von 1995 von Maria Wasko gezeigt.

13. Juni – 30. August 2015

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