21.09.2014 09:00 einzigartige Wanderausstellung

Ausstellung in Museen Stade: Schätzle des Mittelalters - Slawischer Schmuck

ausstellung museen stade

Das Staatliche Archäologische Museum in Warschau gibt mit dieser einzigartigen Wanderausstellung Einblicke in die mittelalterliche Gesellschaft der Slawen; © Roman Soful

Von: GFDK - Museen Stade

Das Staatliche Archäologische Museum in Warschau gibt mit dieser einzigartigen Wanderausstellung Einblicke in die mittelalterliche Gesellschaft der Slawen.

Ausstellung in Museen Stade

Wertvolle Schmuckstücke haben die Menschen seit Tausenden von Jahren begeistert, sagenumwoben war der Reichtum am Hofe der Herrscher aus dem Hause der Piasten. Die Ausstellung zeigt beeindruckende Objekte von Fundplätzen im heutigen Polen, Weißrussland und der Ukraine. Mehr als 20 Jahre nach der Wende in Polen und über sieben Jahre nach dem Beitritt des Landes zur EU wird diese Sammlung nun europaweit in der breiten Öffentlichkeit präsentiert.Viele der Schätze stammen aus dem frühen 11. Jahrhundert, einer Zeit, in der sich Stade ganz langsam zu einer aufstrebenden Handelsstadt mit eigenem Münzrecht entwickelte. Damals war Stade noch größer als Hamburg.

Die frühen Münzfunde dieser Zeit im Ostseeraum zeigen deutlich, dass die Stader Fernhändler mit dem gesamten Baltikum Handelskontakte unterhielten, die zum Teil auch weit in das Landesinnere hineinreichten. Sie gehörten zur frühen Gruppe der Gotlandfahrer, die in Visby ihren zentralen Warenumschlagplatz hatten. Die Stader Grafen waren im 11. Jahrhundert auch Markgrafen der Nordmark. Ihr Einflussgebiet grenzte damit fast direkt an das Reich der Piasten im heutigen Polen.

Schmuck ist ein spannender Aspekt der menschlichen Kultur. Seine Verwendung reicht bis in die Anfänge der Menschheitsgeschichte zurück. Schmuck dient in erster Linie als Zierde und erfüllt ästhetische aber auch funktionale Ansprüche. Darüber hinaus kann er die Zugehörigkeit des Trägers zu einer bestimmten gesellschaftlichen und ethnischen Gruppe anzeigen, dessen wirtschaftlichen Statusunterstreichen oder religiöse Inhalte vermitteln. Die ausgestellten Schmuckstücke belegen, dass silberne Halsringe und Ketten auch von Männern getragen wurden. Gleichzeitig lassen sich anhand von Schmuckstücken aber natürlich auch Geschlechterdifferenzierungen vornehmen.

Freunde der Kunst

Die Exponate aus den Beständen des Staatlichen Archäologischen Museums in Warschau zeigen Schmuckstile, die typisch für Metallarbeiten der westlichen und östlichen Slawen sind. Die unterschiedlichsten Zierstile, Dekore und Schmuckformen lassen die großen technischen Fähigkeiten der frühmittelalterlichen Handwerker erkennen, auf die in der Ausstellung ein besonderes Augenmerk gerichtet wird. Im Zentrum steht aber der ästhetische Genuss, diese einzigartigen Kunstwerke auf sich wirken zu lassen.

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