19.12.2014 07:00 eine einmalige Blütezeit

Ausstellung in München: Mit Leib und Seele - Münchner Rokoko von Asam bis Günther

ausstellung muenchen

Den Auftakt der Schau bildet das barocke Gesamtkunstwerk – die Einheit von Architektur, Malerei, Stuck und Skulptur; © Diözesanmuseum Freising, Foto: Thomas Dashuber Bild 1: Johann Baptist Straub (1704–1784) Erzengel Raphael am Hochaltar (Detail), um 1767 Holz, farbig gefasst, teilweise vergoldet

kunsthalle muenchen

Bild 2: Ignaz Günther (1725–1775) Maria Immaculata (Detail), um 1760 Holz, farbig gefasst

Mit Leib und Seele ausstellung

Bild 3: Christian Jorhan d.Ä. (1727–1804) Betender Putto am Hochaltartabernakel, 1765 Holz, farbig gefasst, teilweise vergoldet

Mit Leib und Seele muenchen

Bild 4: Franz Xaver Schmädl (1705 –1777) Putto mit Federschmuck, 1745/46 Holz, farbig und Gold gefasst

rokoko ausstellung

Bild 5: Ignaz Günther (1725–1775) Engel mit Kardinalshut am Leonhardsaltar, 1761–62 Holz, farbig gefasst

Von: GFDK - Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung

Mit dem Münchner Rokoko entwickelte sich im 18. Jahrhundert eine einmalige Blütezeit bayerischer Kunst, die auch in internationaler Perspektive beispiellos ist. In den Kunstwerken trifft heiliger Ernst auf irdische, spielerische Leichtigkeit. Ihre außergewöhnliche Ästhetik lebt von einer bis dahin nicht dagewesenen Lebensnähe, ihrer raffinierten Eleganz und von höchster handwerklicher Qualität.

Ausstellung in München

Die vielen Gesichter des Rokoko

Es ist der gemeinsamen Konzeption und Realisierung mit dem Diözesanmuseum Freising zu verdanken, dass erstmals seit 30 Jahren eine solch umfassende Schau zum Rokoko stattfinden kann. Die Ausstellung präsentiert zahlreiche herausragende Künstler, die zwischen 1720 und 1770 in München ansässig waren und das Rokoko maßgeblich prägten. So etwa die Brüder Cosmas Damian Asam (1686–1739) und Egid Quirin Asam (1692–1750) sowie Johann Baptist Straub (1704–1784), Franz Anton Bustelli (gest. 1763) und Ignaz Günther (1725–1775). Gezeigt werden rund 160 ihrer Meisterwerke, darunter vor allem Holzskulpturen und andere plastische Bildwerke aus Stuck, Ton, Porzellan und Silber, aber auch Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphik.

Den Auftakt der Schau bildet das barocke Gesamtkunstwerk – die Einheit von Architektur, Malerei, Stuck und Skulptur. Anschließend folgt ein chronologischer Parcours der Entwicklung des Münchner Rokoko: vom Gründervater Straub, über den Höhepunkt mit Günthers monumentalen Figuren, bis hin zu Anton Boos (1733–1810), dessen beruhigte Werke bereits auf den Klassizismus vorausweisen. Behandelt werden außerdem übergreifende Fragen – etwa zur Technik der Bemalung und Vergoldung der Skulpturen, zu ihrer Integration in die Architektur oder zur Werkstattpraxis der Künstler.

So nahe wie nie zuvor

Den Besucher erwartet ein beispielloses Ausstellungserlebnis: Zahlreiche bedeutende Werke aus Kirchen, Museen und Schlössern Bayerns und des ganzen Bundesgebietes werden erstmals zusammengeführt. Viele der Objekte aus Kirchen und Klöstern verlassen dieses eine Mal ihren angestammten Platz für wenige Monate und können in den Sälen der Kunsthalle gemeinsam präsentiert werden. Auf diese Weise kommen die Besucher vielen Kunstwerken so nahe wie nie zuvor.

Freunde der Kunst

Ziel der Ausstellung ist es, einen unverstellten, frischen Blick auf die Epoche zu werfen, die Kunstwerke aber auch in Zeitgeist und Glaubenswelt des Rokoko einzubinden.