17.06.2013 07:31 mut zur lücke

Ausstellung in München: Die Lücke "Lacuna"- ein Projekt von Susanne Decker und Gerhard Baumgärtneri

Susanne Decker und Gerhard Baumgärtner nähern sich jeweils der Lücke

Susanne Decker und Gerhard Baumgärtner nähern sich jeweils der Lücke im Haus der kleinen Künste Bild1 (c) Susanne Decker, Bild2 (c) Gerhard Baumgärtner

Lücke von Gerhard Baumgärtner
Von: GFDK - Haus der kleinen Künste

Wer hat, erfährt und kennt sie nicht: die Lücke? Jeder kommt irgendwann und immer mal wieder mit Lücken in Berührung: Lücken im Lebenslauf, Lücken in der Erinnerung, Zahnlücken, Parklücken etc. Der Begriff Lücke hat viele Definitionen und je nach Kontext unterschiedliche Bedeutungen wie beispielsweise:
AUSWEG, ABSTAND, WEGFALL, BRUCH, DISTANZ, EINSCHNITT, ÖFFNUNG, VERLUST,GRABEN, PLATZ.  Gerhard Baumgärtner und Susanne Decker nähern sich jeweils der Lücke.

Ausstellung in München


Susanne Decker
Geboren 1976 in Kiel, gegenständliche und abstrakte Arbeiten vornehmlich in Blei- und Buntstift, Aquarell und Tinte, seit 2011 Arbeiten zum Thema die Lücke, ausgehend von einer starken „Lücken-Erfahrung“. Oft wiederkehrende Symbole sind Stühle, leere Kartons, Rettungsringe und Florales. Die Lücken sind laut, leise, bunt, grau, zart, grob, wolkig, heiter, neu und alt.


Susanne Decker schätzt das Pure des Zeichnens und die Intensität, die v.a. größere Formate verlangen und bringen. Man kann sich regelrecht „reinfressen“ und Strich um Strich ergibt sich ein Bild. Es wächst ähnlich einem Bodendecker in verschiedene Richtungen, das endgültige Motiv entsteht oft erst während des Zeichnens. Energien lassen sich unmittelbar aufs Papier bringen. Schwarzweiß ist für sie die beständige Basis und Farbe die akzentuierende Freundin. Die Zeichnungen sind kraftvoll, poetisch und sie möchten etwas erzählen.

www.atelier-decker.de http://www.atelier-decker.de/


Gerhard Baumgärtner
Mit seiner Kunst ist der in Gröbenzell lebende und 1955 in Ingolstadt geborene Künstler, ein Grenzgänger zwischen gegenständlicher und abstrakter Malerei. Dabei ist ihm immer der ernsthafte, intensive Dialog mit den Farben wichtig. Seine abstrakten Arbeiten sind geprägt durch spontanen, expressiven, großzügigen und gleichzeitig durchdachten Farbauftrag. Daraus resultieren Bilder, in denen bewusst gesetzte Farben ihre Kraft frei von Gegenständlichkeit entfalten.

Die Farbe ist somit das Objekt und es entsteht ein Spiel zwischen Oberfläche, Tiefe und Räumlichkeit. Durch simultane Beeinflussungen bilden sich immer wieder neue harmonische Farbenzusammenhänge. Es entstehen somit leuchtende Farbenreihen. In seinem Werk wird die „Lücke“ als Gestaltungsmittel eingesetzt. Zum einen in der bewussten inhaltlichen Darstellung, wie z. B. bei einer wolkenverhangenen Berglandschaft mit wenigen sonnigen Stellen oder einer Stadtansicht mit durch einen Krieg entstandenen Lücken.

Bei abstrakt gemalten Bildern sind bei den Betrachtern gewohnte Sehbeziehungen durch die dichte Farbgebung zunächst gestört. Bei tiefer gehender Betrachtung zeigen sich Öffnungen, d. h. Räumlichkeit, also der Zwischenraum oder die Negativform, wird fühlbar bzw. greifbar. Während des Malprozesses entstehen durch überlegtes Komponieren abwechselnd pastose und lasierend aufgetragene Farbflächen, Lücken werden freigelassen, um den unteren Farbauftrag wieder wahrnehmbar zu machen oder zugedeckt, um Zusammenhalt zu schaffen. In dieser Ausstellung zeigt er abstrakte Farbmalerei.

www.gerhard-baumgaertner.de http://www.gerhard-baumgaertner.de/

Haus der kleinen Künste
Buttermelcherstr. 18
80469 München
Mi-Sa:11:30-19 Uhr

kunstrefugium@online.de