25.11.2012 06:02 Künstlerische Auftragsarbeit

Ausstellung in München: DER ÖFFENTLICHKEIT — VON DEN FREUNDEN HAUS DER KUNST bis zum 22.09.2013

Ausstellung in München: DER ÖFFENTLICHKEIT — VON DEN FREUNDEN HAUS DER KUNST bis zum 22.09.2013

DER ÖFFENTLICHKEIT – VON DEN FREUNDEN HAUS DER KUNST, Installation von Haegue Yang, Haus der Kunst, 2012, Foto Jens Weber München

Von: GFDK - Haus der Kunst - 5 Bilder

DER ÖFFENTLICHKEIT – VON DEN FREUNDEN HAUS DER KUNST ist eine neue Serie von Auftragsarbeiten, die in den nächsten Jahren speziell für die Mittelhalle im Haus der Kunst entwickelt werden, mit Unterstützung von und in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde.

Die erste Auftragsarbeit wird von der koreanischen Künstlerin Haegue Yang (geb. 1971 in Seoul, lebt und arbeitet in Berlin) entwickelt und dem Publikum ab 9. November vorgestellt.

Wie bei Haegue Yangs Beitrag für die dOCUMENTA (13) besteht auch ihre neue Installation aus Jalousien, die von der Decke herabhängen. Sie bilden drei unabhängige, aber miteinander verbundene Teile: eine massive turmähnliche Struktur, die streitlustig gleich am Eingang platziert ist, eine dünne Wand aus luftigen Rastern, und ein voluminöses Rechteck, das zum Boden hin fragmentarisch wird. Je nach Blickwinkel überlappen sich die Jalousien in unterschiedlich vielen Lagen, und je nach Standort ändert sich das Zusammenspiel von Licht und Schatten.

Mal scheint die Installation undurchsichtig, dann wiederum völlig lichtdurchlässig.  Der Titel der Installation "Accommodating the Epic Dispersion – On Non-cathartic Volume of Dispersion" nimmt selbst viel Raum ein und bildet eine Entsprechung zu den vielen Schichten an Jalousien, die den freien Blick in den Raum mitunter verstellen. Gleichzeitig klingt darin an, dass die Inspirationsquellen der Künstlerin einen Bezug zur literarischen Verarbeitung von Migration und Diaspora haben.

Haegue Yang stammt aus Seoul, Korea, und lebt seit 1994 in Deutschland. Sie kennt die Herausforderungen an einen Menschen, der in einem fremden Land lebt. So bieten ihr Autoren und Romanfiguren mit postkolonialer oder Einwandererbiografie die Möglichkeit zu Vergleich oder Identifikation und sind Anregung für ihr eigenes Werk, das ebenfalls von Migration und Verunsicherung handelt. 

Haegue Yang übersetzt diese Themen in eine räumliche Erfahrung und führt die Abstraktion in die Erzählung ein: Der Betrachter erkundet bei seinem Rundgang durch die Installation, wie sich Raum, Maße, Gewicht und Volumen zueinander verhalten, wo Kraft und Kontrolle manifest sind, wo sie schwächer werden oder verloren gehen, wo sie neu entstehen und sich im Wiederaufbau befinden. 

Haegue Yang hat in bedeutenden internationalen Institutionen ausgestellt, darunter im BAK /basis voor actuele kunst in Utrecht, im Portikus Frankfurt, im New Museum in New York oder im Kunsthaus Bregenz. 2009 hat sie Südkorea bei der 53. Biennale in Venedig vertreten und ist vielen durch ihren herausragenden Beitrag zur dOCUMENTA (13) bekannt.

Die Auftragsarbeit wurde eigens für die Mittelhalle im Haus der Kunst entwickelt. Der 800 qm große zentrale Raum fungiert wie eine frei zugängliche öffentliche Plaza und ist ein Verbindungspunkt, an dem die unterschiedlichen Programmangebote des Hauses zusammenlaufen. Hier treffen sich die Besucher, lesen, verweilen. Es ist der geeignete Ort, um über den öffentlichen Raum nachzudenken. 

DER ÖFFENTLICHKEIT will Diskussionen anstoßen über die Normen und Ziele öffentlichen Engagements, was auch im Untertitel VON DEN FREUNDEN HAUS DER KUNST zum Ausdruck kommt. Über die Idee des Engagements hinaus bietet die neue Serie eine Perspektive für öffentliches Handeln, bei der das Kunstwerk im Mittelpunkt steht und Partizipation, Diskussion, Debatte und Austausch sich gegenseitig befördern. Jede Arbeit, die unter dem Titel DER ÖFFENTLICHKEIT entsteht, wird Besucher dazu auffordern, neu zu erkunden und zu analysieren, was Handeln im öffentlichen Raum bedeutet und wie sich der Begriff des Öffentlichen mit dem Museumsraum verbindet. 

Die Gesellschaft der Freunde fördert das Haus der Kunst seit über 50 Jahren und wird zusätzlich zu ihrem festen Beitrag die neue Serie nicht nur ideell mittragen und unterstützen, sondern vollständig finanzieren.

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