10.05.2015 07:00 Beobachtung

Ausstellung in Krems: RUDOLF POLANSZKY. TRANSLINEARE STRUKTUREN - Veränderung des Grundmaterials

Rudolf Polanszky ausstellung

Seine frühen Arbeiten entwickelt er aus der Beobachtung diverser künstlerischer Strategien zur Umgehung einer „fremdbestimmten“ Steuerung des Schaffensprozesses; Bild 1: © Landessammlungen Niederösterreich, Foto: Peter Böttcher

ausstellung krems

Bild 2: © Landessammlungen Niederösterreich, Foto: Christoph Fuchs

Von: GFDK - ZEIT KUNST NIEDERÖSTERREICH

Rudolf Polanszky, 1951 in Wien geboren, ist seit Mitte der 1970er-Jahre, als er seine ersten konzeptuellen Arbeiten wie die Schweinsfettzeichnungen schuf, als freier Künstler tätig. Er lebt und arbeitet in Wien und Großengersdorf (Weinviertel). 2013 erhielt er den Würdigungspreis für bildende Kunst des Landes Niederösterreich.

Ausstellung in Krems

Seine frühen Arbeiten entwickelt er aus der Beobachtung diverser künstlerischer Strategien zur Umgehung einer „fremdbestimmten“ Steuerung des Schaffensprozesses. Die Vermeidung konstruierter Ästhetik durch das Prinzip des Zufälligen ist daher in den 1980er-Jahren auch das Thema seiner auf dem Einsatz des ganzen Körpers beruhenden Sprungfedern-, Sitz- und Wälzbilder.

Parallel dazu entstehen Super-8-Filme wie Zu einer Semiologie der Sinne (1976) sowie Foto- und Videoprojekte wie Der musikalische Affe (1979–1983), Koma (1983) und Gedächtnis und Musik (1985–1989) oder in jüngerer Zeit Stück für Tiere (2000), Modelle für transaggregate Strukturen (2007) und Hyperbolische Räume (2010). Beginnend mit den Reconstructions arbeitet Polanszky ab den 1990er-Jahren vornehmlich mit streng ausgewählten Abfallmaterialien, die er zunächst in Wandobjekten und später auch in raumgreifend skulpturaler Form zu neuen Strukturen zusammenfügt.

Dieses spontane Erzeugen einer Struktur durch die Verbindung vorhandener Elemente bezeichnet er als „Ad-hoc-Synthese“, die auf der „Jagd nach dem nicht Definierbaren hinter den Ordnungen“ zu seiner bevorzugten künstlerischen Verfahrensweise wird und der Erschaffung von Modellen für „translineare“ bzw. „transaggregate“ Strukturen dient.

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„In meiner Arbeit versuche ich durch Verzerrung und Überdehnung ebenjener mentalen Vorstellungsmuster eine Veränderung des Grundmaterials zu erzielen und mich dem Gefängnis der biologistisch-adaptiven Sinnbedingungen zu entziehen. Meine Arbeit ist so ein Ausdruck eines Quasiperpetuums der dauernden Umorganisierung über meine mentale Inventionsmaschine. Je mehr ich auf sinngebende Hinweise im Material und seiner Verwendungsweise verzichte, umso mehr muss die ‚Inventionsmaschine‘ leisten, um eine Ordnung als Verstehensbrücke des ‚Neuen‘ zu erfinden“ (Rudolf Polanszky).

31. Mai 2015 18. Oktober 2015

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