29.08.2014 08:00 Galerie Ampersand

Ausstellung in Köln: Mikheil Chikladze - Malerei ist keinesfalls nur ein Medium

Mikheil Chikladze ausstellung koeln

Malerei ist gewissermaßen Selbstzweck und ein Impuls, aus dem heraus er Kunst schafft; (c) Mikheil Chikladze

Von: GFDK - Galerie Ampersand

Für Mikheil Chikladze ist Malerei keinesfalls nur ein Medium.

Ausstellung in Köln

Sie ist gewissermaßen Selbstzweck und ein Impuls, aus dem heraus er Kunst schafft. Somit ist der Prozess des Malens für ihn wichtiger als das Resultat selbst. Diese Gegebenheit trägt maßgeblich dazu bei, dass seine Gemälde Aufrichtigkeit und Anziehungskraft ausstrahlen. Interessant ist hierbei insbesondere die Machart, welche sowohl seine Leidenschaft für malerische Prozesse als auch seine ständige Suche und einen selbstkritischen Umgang widerspiegelt.

Schon seit vielen Jahren überarbeitet er nicht vollendete Leinwände, oder solche die eigens für zukünftige Projekte vorbereitet wurden. Auf diese Weise entstehen sich überlappende Farb- und Formschichten, in denen Details aus den früheren Versionen – wie kleine Inseln – auftauchen und in die neue Komposition verflochten werden. Dieser vielschichtige Bildhintergrund zeigt unterschiedliche Schaffensphasen und weist eine satte und tiefe Farbigkeit auf. Aus diesem Grund ist er ebenso interessant wie die, darin eingebetteten „neuen“ Formen. Zu bestimmten Szenen und Farben kehrt der Künstler bewusst häufig zurück, so als wolle er deren malerisches Potential vollständig ausschöpfen. Diese Bestandteile seiner Bildwelt haben mittlerweile einen hohen Wiedererkennungswert.

In einer lebendigen narrativen Formsprache kombiniert er die Versatzstücke seiner alltäglichen Erfahrungen mit politischen und gesellschaftskritischen Elementen. Ein breites Themenspektrum und eine immer wieder überraschende Besetzung der Protagonisten zeichnen seine Malerei aus. So lässt er zum Beispiel einen nordkoreanischen General – der unter der Last seiner Insignien zu zerfallen droht – und einen etwas schlüpfrig-amorphen Ex-Agenten an einem Klettergerüst gemeinsam auftreten. Mitsamt einer „verführerischen“ Allegorie der Propaganda, die aus einer phallisch ragender Kanone raugeschossen wird.

Freunde der Kunst

Auf diesem Spielplatz der politischen Eitelkeiten drängen sich alle in den Vordergrund. In der Arbeit „Kein soziales Netzwerk“ wiederum ist ein innerer Kampf zwischen dem kollektiven und privaten Ich thematisiert. Die austauschbaren Gestalten verraten die Bedingtheit des Individuums im digitalen Zeitalter. Getaucht sind diese hochaktuellen Themen in eine Farbigkeit und Leuchtkraft, die jede Zeiterscheinung und jedes Ordnungsprinzip überdauern und uns die Macht der Kunst vor Augen führen.

Tinatin Ghughunishvili-Brück
Kunsthistorikerin M.A.

am 05.09.2014

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