07.04.2013 09:00 Inszenierung und Verschleierung

Ausstellung in Köln: Die Galerie ampersand zeigt in der Ausstellung „Teflon/2“ Zeichnungen des holländischen Künstlers Bas Louter

ausstellung  in Köln: Die Galerie ampersand zeigt in der Ausstellung „Teflon/2“ Zeichnungen des holländischen Künstlers Bas Louter

Louters Arbeiten verweisen auf eine Sphäre des Halbbekannten, deren Ikonografie zwar noch den Reflex der Wiedererkennung auslöst, die aber längst im Begriff ist sich aufzulösen (c) Galerie ampersand

Von: GFDK - Galerie ampersand

Die Galerie ampersand zeigt in der Ausstellung „Teflon/2“ Zeichnungen des holländischen Künstlers Bas Louter. Louter konfrontiert den Betrachter mit großformatigen Portraits, deren individuelle Züge er durch geometrische Muster überlagert und ersetzt.

Er bedient sich eines Darstellungsmodus der klassischen Portraitdarstellung und übersteigert diesen durch die Überdimensionalität der Formate zu einer Monumentalinszenierung, die einen beinahe propagandistischen Ausdruck entfaltet. Die große Geste der Inszenierung wird jedoch konterkariert durch die Unkenntlichmachung des Dargestellten. Als Vorlagen verwendet der Künstler zumeist Fotografien weitestgehend unbekannter Hollywoodschauspieler vergangener Tage. Ein Anschein des einstmals Bekannten jedoch bereits Verblassten und Archivierten durchzieht die Zeichnungen.

Louters Arbeiten verweisen auf eine Sphäre des Halbbekannten, deren Ikonografie zwar noch den Reflex der Wiedererkennung auslöst, die aber längst im Begriff ist sich aufzulösen, um ihren Weg in die Ruhestätten des Musealen und Antiquarischen aufzusuchen. Grafit und Holzkohle modellieren hierbei die Figuren aus einer Patina aus Staub und verweisen sie in eine Welt des einstmals Gewesenen.

Durch die Geometrisierungen und Patterns greift der Künstler jedoch in diesen Bildraum ein und löscht nicht nur die Wesenszüge der Figuren aus, sondern verleiht ihnen auch eine gewisse Dauer und Beständigkeit. Der räumlichen Modellierung, die TiefeniIllusion erzeugt, setzt er eine flächige Geometrisierung entgegen.

Das Individuelle, Zufällige wird durch Allgemeingültiges, Berechenbares ersetzt. Der Künstler betreibt ein Spiel zwischen Darstellung und Auslöschung, Inszenierung und Verschleierung, Absenz und Präsenz, Präsentation und Repräsentation. Nicht zufällig entstand diese Werkreihe in Los Angeles, der Wahlheimat des Künstlers. Louter setzt sich mit dem rhythmischen Pulsieren einer sich ständig erneuernden Inszenierungsmaschinerie auseinander, die Identitäten produziert und wieder auslöscht.

Falko Bürschinger

Kontakt

Galerie ampersand
Venloer Straße 24
50672 Köln

info@galerie-ampersand.de