18.12.2012 08:30 das buch als umfassendes kulturelles symbol

Ausstellung in Köln: Bücher - Die Ausstellung des russischen Fotografen Vadim Gushchin bis zum 28.2.2013

Ausstellung in Köln: Gushchin, Vadim Bücher - Die Ausstellung des russischen Fotografen Vadim Gushchin bis zum 28.2.2013

(c) Vadim Gushchin

Von: GFDK - in focus galerie - 2 Bilder

Die Ausstellung des russischen Fotografen Vadim Gushchin in der in focus Galerie zeigt einen Ausschnitt aus verschiedenen Serien, die er seit 2007 zu den Thema Buch geschaffen hat.

Das Buch wird hier nicht nur als literarischer Gegenstand verstanden, sondern vielmehr als ein umfassendes kulturelles Symbol. Die früheren Schwarz-Weiß-Fotografien sind nach einer Typologie von Objekten entstanden. Der Künstler verwendete Bücher seiner Bibliothek, die er wie Denkmäler auf einem Sockel platzierte.

In einer weiteren Serie, die auch seiner Privatbibliothek gewidmet ist, arrangiert Gushchin Bücherstapel zu monolithischen Blöcken. Dabei sind die Titel nicht zu sehen. Der Betrachter schaut auf die Seiten. Der Künstler lässt offen, ob es sich um billige Kriminalromane oder um philosophische Werke, die die Welt verändert haben, handelt. „Es sind rätselhafte Bücher in denen möglicherweise eine explosive geistige Energie konzentriert ist“, sagt der Fotograf. Die Ästhetik seiner Schwarz-Weiß-Arbeiten gleicht eher dem Porträt als den Prinzipien der klassischen Stillleben.

In seinen aktuellen farbigen Serien zeigt Gushchin eine ganz andere Interpretation des Buches. Sie sind emotionaler und im Gegensatz zu den kühlen Schwarz-Weiß-Fotografien basieren sie vor allem auf Farbkomposition. Der Künstler nimmt bewusst Bezug auf das nationale kulturelle Erbe. Er bedient sich der Bildsprache des Suprematismus und Konstruktivismus, die sich in Russland auf die Ikonen bezieht. Damit unterstreicht er seine nationale Identität. Bücher hatten schon immer eine große Bedeutung in der russischen Kultur, die in der Moderne auf Namen wie Tolstoi, Dostojewski und Tschechow basiert.

Die Bilder der Ausstellung sind eine stille visuelle Provokation im Zeitalter von Hörbüchern und elektronischen Lesegeräten. Diese Werkserie des Moskauer Künstlers ist eine Hommage an das Buch als sinnlich erfahrbarer Gegenstand, als emotional aufgeladenes Symbol unseres kollektiven Wissens und als ein zu bewahrender kultureller Schatz. – Ulrike Lahmann, Kuratorin

Eröffnung am Samstag, den 12. Januar 2013,
19.00 – 21.30 Uhr in Anwesenheit des Fotografen.
Öffnungszeiten:
vom 15.01. bis 02.02.13: Di. - Sa. von 16 – 20 Uhr,
vom 03.02. bis 28.02.13: gerne nach telefonischer Vereinbarung.

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