26.05.2014 08:00 Ludwig Museum

Ausstellung in Koblenz: Fabrizio Plessi - Sul viaggio. Über das Reisen

Fabrizio Plessi ausstellung

Die von Plessi ausgesuchten Materialien beziehen sich auf das kulturelle Erbe der Menschheit; Fabrizio Plessi Llaut, Installation © Fabrizio Plessi

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Von: GFDK - Ludwig Museum Koblenz

Der renommierte Künstler Fabrizio Plessi inszeniert für das Ludwig Museum in Koblenz vom 15. Juni bis 17. August 2014 eine Installation von zehn mallorquinische Fischerbooten, die in schillerndes blaues Licht getaucht, kieloben im Ausstellungsraum gestrandet sind.

Das Werk „Llaüt“ wird Plessi mit Musik des englischen Kompo­nisten Michael Nyman untermalen, der bekannt wurde durch seine Film­musik zu »The Piano« und mit dem Plessi bereits seit vielen Jahren eng zusammenarbeitet.

Ausstellung in Koblenz

Für den italienischen Künstler ist das Element Wasser ‚ein Kulturträger‘ und so führte er den H20-Stoff bereits in den 1960er Jahren als neues Material in die Kunst ein. Er kombiniert es als reales und in Video reprä­sentiertes Wasser, um u.a. die Analogie zwischen dem fließendem Was­ser und den laufenden Elektronenströmen sichtbar zu machen.

Fabrizio Plessi, der als Begründer der Video-Installation gilt und insgesamt 12-mal an der Biennale in Venedig teilnahm, spielt in seinen Arbeiten mit den Ängsten und Erwartungen des Betrachters: In seinen weltweit bekannten Installationen schafft der Künstler urbane und natürliche Räume, die symbolhaft und poetisch menschlichen Lebensraum darstel­len. Dabei thematisiert er die menschliche Entfremdung von der Natur durch die Technologie. Nach dem homöopathischen Simile-Prinzip »Ähn­liches kann durch Ähnliches geheilt werden« bedient sich Plessi der technischen Medien. In seinen Werken humanisiert er die Technik, um mit ihrer Hilfe dem Betrachter die entrückten Urelemente der Natur wieder näher zu bringen.

Freunde der Kunst

Auch die Boote in der Installation im Ludwig Museum Koblenz sind nicht nur Ausdruck seiner Faszination für das Meer, sondern sie spiegeln vor allem seine intensive Suche nach einer verlorengehenden Kultur auf der Insel wider. Durch große Fangflotten sind dort die ursprünglichen Fischer, die ihre Familien und den heimischen Markt versorgen, längst selbst vom Aussterben bedroht. Die Boote werden damit zum Mahnmal einer indus­trialisierten Welt, in der das individuelle, die kulturelle Identität mehr und mehr verschwindet.

Ergänzt wird die Ausstellung durch eine kleine Auswahl an großformatigen Zeichnungen von Fabrizio Plessi.

 

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