02.03.2014 08:00 Kunsthalle

Ausstellung in Karlsruhe: Franz Ackermann - Mental Maps - Eikones

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Seine raumgreifenden Gemälde und Installationen, aber auch kleinformatigen Papierarbeiten sind geprägt von kräftigen Farben, explosiven Formen; © Franz Ackermann, Foto: Jens Ziehe, Berlin

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Von: GFDK - Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Franz Ackermann (geb. 1963 in Neumarkt St. Veit, Bayern) gehört zu den innovativsten und international renommiertesten Malern der Gegenwart. Seine raumgreifenden Gemälde und Installationen, aber auch kleinformatigen Papierarbeiten sind geprägt von kräftigen Farben, explosiven Formen und einer unerschöpflichen Fülle komplexer Bildstrukturen. Ausgebildet an den Kunstakademien von München und Hamburg lebt und arbeitet der Künstler heute in Berlin und Karlsruhe, wo er seit 2001 als Professor für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste lehrt.

Ausstellung in Karlsruhe

Kern und Ausgangspunkt seines vielschichtigen Werks sind die Mental Maps, kleinformatige Aquarelle und Gouachen, die er seit 1991 auf zahlreichen Auslandsaufenthalten und Reisen rund um die Welt anfertigt. In einer Fusion von kartografischen Strukturen, Architekturansichten und wuchernder Ornamentik erfasst er seine subjektiven Eindrücke vor Ort und berührt dabei Themenbereiche der Globalisierung, Mobilität und des Tourismus.

Für die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe entwarf Franz Ackermann eine 18-teilige Arbeit, die er maßgeschneidert für die Vitrinen des Studiensaals im Kupferstichkabinett konzipierte. Umgeben von historischen Schränken mit illustrierten Büchern, Druckgrafiken und Zeichnungen aus sechs Jahrhunderten, die nach wissenschaftlichen Kriterien systematisiert und archiviert sind, schaffen seine scheinbar chaotischen Kompositionen einen eindrücklichen Kontrast zur kunsthistorischen „Vermessung der Welt“.

Freunde der Kunst

Jeder Vitrine widmet der Künstler einem Ort, der stellvertretend für den Charakter der Badischen Residenzstadt und bisweilen auch für persönliche Erfahrungen steht. Dazu gehören der Hauptbahnhof und der Zoo genauso wie seine bevorzugte Dönerbude, das „Dörfle“ oder der Hardtwald, aber auch gesichtslose „Nicht-Orte“: Unterführungen, Brücken oder Trafohäuschen. Diese lokal besuchten Ortschaften werden in den Schaukästen kombiniert mit Fotografien der von Ackermann weltweit bereisten Megacitys und mit Bleistiftzeichnungen und Malereien in Aquarell und Acryl.

Dabei unterstreicht er den dreidimensionalen Objektcharakter der Vitrinen, indem er seine eigenen Arbeiten als Reliefs mit Einschnitten und Durchblicken konzipiert und verschiedene Objekte einbezieht. Franz Ackermann integriert seine „Fotoalben“ aus Karlsruhe in einen weltumspannenden Zusammenhang, in dem persönliches Erleben und zeitgenössische Universalität miteinander verwoben werden.

Der Dialog innerhalb seiner Werke setzt sich in den Räumen der Kunsthalle fort: In Zusammenarbeit mit den Museumskuratoren wählte er als Kontext seiner Ausstellung Werke Badischer Künstler des 19. Jahrhunderts aus. Etwa 80 Werke aus der Sammlung mit Motiven aus Baden, aber auch aus Brasilien, Frankreich oder Italien werden rund um den Vorlegesaal zu sehen sein.

presse@kunsthalle-karlsruhe.de