10.12.2014 09:00 Kunstverein

Ausstellung in Hannover: Jean Luc Moulène - Analyse des Lebens anhand der Ästhetik von Waren

ausstellung hannover

Zu seinen frühen Werken zählen fotografische Arbeiten, in denen Produkte des Alltags geradezu prototypisch sachlich abgelichtet sind; Courtesy Chantal Crousel, Paris

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Von: GFDK - Kunstverein Hannover

Mit der ersten großen Einzelausstellung des französischen Künstlers Jean-Luc Moulène (*1955) in Deutschland startet im Kunstverein Hannover das Programm 2015 der neuen Direktorin Kathleen Rahn.

Ausstellung in Hannover

Die Arbeiten von Jean-Luc Moulène fußen auf einer vielgestaltigen bildnerischen Analyse des Lebens anhand der Ästhetik von Waren und der Reproduktionstendenzen ihrer jeweiligen Zeit. Zu seinen frühen Werken zählen fotografische Arbeiten, in denen Produkte des Alltags geradezu prototypisch sachlich abgelichtet sind. Im Rückblick dokumentieren Moulènes Bildserien die zeitlich bedingten Veränderungen von Formen unseres Alltags durch sich wandelnde Produktionsbedingungen, zugleich aber offenbaren sie auch eine Beobachtung der Welt aus der Perspektive eines aufmerksamen Flaneurs.

Hinzu kommen Zeichnungen und Objekte, die von einer intensiven Beschäftigung mit den formalen Möglichkeiten der zeitgenössischen Kunst zeugen und das Verhalten der Form selbst – bis hin zur Mutation – erforschen.

Während Moulène international bereits in großen Einzelausstellungen zu sehen war, etwa 2005 im Museum Jeu de Paume Paris oder 2011 im Dia:Beacon, so fand sein Werk in Deutschland bisher nur partielle Beachtung: Mit der fotografischen Serie »Objets de grève« (Streikobjekte) war Moulène in verschiedenen Gruppenausstellungen vertreten. Im Mittelpunkt der Serie stehen spezifische Produkte, die von streikenden Arbeitern hergestellt wurden. Ein verändertes Erscheinungsbild dieser Waren machte auf die Forderungen der Arbeiter aufmerksam.

Freunde der Kunst

Als subtile, doch flächendeckende Intervention lässt sich Moulènes Beitrag zur documenta X (1997) verstehen. Damals lieferte der Künstler diverse Fotografien, die deutschlandweit auf Plakatwänden und in Tageszeitungen präsentiert wurden – den beiden vor den Zeiten der digitalen Bilderflut das tägliche Leben dominierenden Medien.

17.1.1.3.2015