08.08.2014 07:00 Museum für Völkerkunde Hamburg

Ausstellung in Hamburg: Tibet - Nomaden in Not

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Nahezu die Hälfte aller Tibeter waren einmal Nomaden; Bild 1: Foto: Uli Kujawski

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Bild 2: Foto: Bechert/Hauber

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Bild 3: Foto: Uli Kujawski

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Bild 4: Foto: Dieter Glogowski

Von: GFDK - Museum für Völkerkunde Hamburg

Seit 2010 organisieren die Regionalgruppe Hamburg der Tibet Initiative Deutschland e. V., die Gesellschaft für bedrohte Völker und andere sich für Tibet engagierende Organisationen gemeinsam mit dem Museum für Völkerkunde Hamburg Veranstaltungen zum Thema Tibet. Im Vordergrund stehen dabei politische und kulturelle Aspekte, wie zum Beispiel die Menschenrechtssituation im Land und Bewahrung der tibetischen Kultur im Exil.

Ausstellung in Hamburg

Vor dem Hintergrund dieser langjährigen Zusammenarbeit trat Helmut Steckel von der Tibet Initiative Deutschland mit der Idee eine Ausstellung über die auf der tibetischen Hochebene lebenden Nomaden zu realisieren, an das Museum heran. Bereits in den 1990er Jahren hatte er mehrfach Fotoausstellungen zu Tibet organisiert. Seine Ausstellung „Tibet – Zerstörung einer Hochkultur“ wurde nicht nur in Deutschland gezeigt sondern auch in St. Petersburg und Oslo.

Das Thema „Tibetische Nomaden“ ist aktuell und von politischer Brisanz: Ihre Lebensweise ist heute durch verschiedene Entwicklungsprojekte der chinesischen Verwaltung akut bedroht. Seit 2006 wurden etwa zwei Millionen tibetische Nomaden im Rahmen des chinesischen Entwicklungsprojekts „Neue sozialistische Dörfer“ – oft gegen ihren Willen – angesiedelt.

Bereits 2011/2012 beschäftigte sich das Museum für Völkerkunde in der Ausstellung „Brisante Begegnungen – Nomaden in einer sesshaften Welt“ mit den Schwierigkeiten, mit denen nomadisch lebende Gruppen heute konfrontiert sind. Mit der am 17.08. eröffnenden Ausstellung „Tibet – Nomaden in Not“ greift das Museum diese Thematik anhand der besonderen Situation der in Tibet lebenden Nomaden erneut auf. Tibet wurde nach seiner Besetzung durch chinesische Truppen 1949/1950 von China annektiert.

Fotografien aus dem alltäglichen Leben der Nomaden geben einen Einblick in ihre optimal an die schwierigen Umweltbedingungen der tibetischen Hochebene angepasste Lebensweise. Gleichzeitig sollen aber auch die Auswirkungen der chinesischen Politik auf das Leben der Nomaden und ihre Kultur gezeigt werden.

Die Fotografien werden durch eine Auswahl von Museumsobjekten begleitet, die in Verbindung mit dem Leben der tibetischen Nomaden stehen. Besonders freuen wir uns, der Öffentlichkeit die „Schützerin mit dem Weißen Schirm“ – ein tibetisches Rollbild – im Rahmen der Ausstellung erneut präsentieren zu können. Die auf dem Bild zu sehende „Schützerin“ Tsugtor Dukar wird dem

Kreis der Taras zugerechnet, die zu den weiblichen Buddhas zählen. Der Dalai Lama erklärte sie zur besonderen Schützerin Norddeutschlands.

Aber nicht nur im Inneren des Museums stehen Tibet und die dort lebenden Nomaden im Mittelpunkt: Vor dem Museum zeigt der französische Fotograf Frédéric Lemalet eine Auswahl seiner Bilder. Er verbrachte zwischen 2003 und 2014 fast vier Jahre in Tibet. Seine Reisen führten ihn kreuz und quer durch das Land, wo er die Lebensweisen der Bewohner Tibets kennen und lieben lernte. Seine eindrucksvollen Fotografien geben einen Einblick in das Leben der tibetischen Nomaden und zeigen es im Wechsel der Jahreszeiten. Sie zeugen von der großen Begeisterung des Fotografen für die tibetische Kultur.

Tibet bildet im August den inhaltlichen Schwerpunkt des Programms des Museums für Völkerkunde Hamburg. Im Bibliotheksflur des Museums wird ab dem 15. August eine dritte Fotoausstellung zum Thema Tibet zu sehen sein. Der Fotograf Olivier Adam begann 2008, tibetische Nonnen zu porträtieren, die vor der Unterdrückung durch die chinesische Staatsmacht ins indische Exil geflohen waren. Seine fotografische Arbeit wurde durch das Tibetan Nuns Project (TNP) ermöglicht. Das TNP wurde vor über 20 Jahren gegründet, um tibetische Nonnen in Indien zu unterstützen.

Freunde der Kunst

Höhepunkt des Programms ist die vom 12. bis zum 17. August dauernde Tibet-Woche, in der die beiden Ausstellungen „Tibet – Nomaden in Not“ und „Tibetische Nonnen – Widerstand und Mitgefühl“ eröffnet werden. Während dieser Zeit streuen buddhistische Mönche im Gewölbesaal des Museums ein Sandmandala, das am 17. August – dem Eröffnungstag von „Tibet – Nomaden in Not“ feierlich aufgelöst wird. Zahlreiche Vorträge und Filmvorführungen zum Thema Tibet runden das Wochenprogramm ab.

So 17. August bis So 23. November | Eröffnung 11 Uhr

Presse@mvhamburg.de