25.03.2012 07:10 bis 6. Mai 2012 - Hamburg

Ausstellung in Hamburg - Mobilität und Flexibilität - Wahlverwandtschaften. Imaginationen des Nomadischen in der Gegenwartskunst

Quelle - Museum für Völkerkunde Hamburg

Von:

Nomaden haben Hochkonjunktur. Schlagwörter wie Mobilität und Flexibilität fließen wie selbstverständlich durch unsere (post-)modernen Diskurslandschaften.

Sie artikulieren sich in ständig wechselnden Arbeitsverhältnissen, Freizeitstress und laufenden Projekten an unterschiedlichen Orten, quellen in Form unaufhörlich aktualisierter Informationen aus dem World Wide Web, diffundieren als Gespräche einer global vernetzten und mobilen Kommunikation und manifestieren sich in Form flexibler Holzregal-Cluster in unseren Wohnzimmern.

Doch was hat die Beweglichkeit der Nomaden mit den Mobilitätszwängen der (post-)modernen Sesshaften zu tun? Ist „ihre“ Mobilität nicht eine Überlebensstrategie und „unsere“ eine Zeitgeisterscheinung? Welche Bilder entwerfen Künstler, die sich nomadische Methoden zu eigen gemacht haben?

Fragen wie diese wirft die Gruppenausstellung Wahlverwandtschaften. Imaginationen des Nomadischen auf, die sich mit der Beziehung von Nomaden und Sesshaften auseinandersetzt.  

Wahlverwandtschaften. Imaginationen des Nomadischen in der Gegenwartskunst - bis 6. Mai 2012 - Hamburg

Nach Gemeinsamkeiten suchend, geht es den bildenden Künstlern darum, Stereotype aufzubrechen. Durch die Sprache unterschiedlicher Medien wie Installationen, Gemälde, Fotografien, Videoportraits, Psychogeographien, Wissenslandschaften und Textilverarbeitungen illustrieren 12 internationale Gegenwartskünstler, wie sich nomadisches Denken nicht nur in der Kunstproduktion, sondern auch im sesshaften Denken äußert.

Die sowohl künstlerischen als auch utilitaristischen Ansätze zu nomadischem Denken und Handeln fördern Affinitäten und Kontroversen zutage: auf der einen Seite die Sympathien der Künstler, die sich teilweise mit Nomaden identifizieren und deren Kultur und Lebensweise in ihre Werkkomplexe mit einbeziehen.

Auf der anderen Seite das Interesse der Forschung, der Informatik und der Politik, das sich das nomadische Denken und dessen Bewegungsabläufe einverleibt, um damit neue intelligente Formen der Netzwerkanalyse, Kriegsführung und Kriminalitätsbekämpfung zu entwickeln.

Durch dieses breite Darstellungsspektrum führt die Ausstellung dem Betrachter auch den eigenen Umgang mit dem Fremden vor Augen und verheimlicht dabei nicht, dass die Grenze zwischen Erlebtem und Imaginierten auch durchaus fließend sein kann.

Erfahrung und Fantasie verdichten sich in den gezeigten nomadischen Objekten zu neuen Bildern und Narrativen, die nicht nur neue Wahlverwandtschaften enthüllen, sondern dem Betrachter auch ungewohnte Lesarten abverlangen.

Quelle:
http://www.voelkerkundemuseum....  

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