23.05.2012 07:49 zeitgenössische Photographie und Videokunst

Ausstellung in Hamburg: LOST PLACES Orte der Photographie vom 8. Juni bis 23. September 2012 von Andreas Gursky bis Tobias Zielony

siehe Text

Von: Hamburger Kunsthalle - 6 Bilder

In den letzten Jahren hat die Photographie innerhalb der künstlerischen Medien einen neuen Höhepunkt erreicht. Ausgehend von der Düsseldorfer Schule mit Künstlern wie Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff oder Candida Höfer hat sich eine junge Generation von Künstlern entwickelt, die auf unterschiedliche Weise das Thema ‚Raum’ und ‚Ort’ im Zeichen historischer
Veränderungen und sozialer Krisen aufzeigen. Mit der Ausstellung Lost Places widmet sich die Hamburger Kunsthalle diesen neuen Positionen, die in Photographie, Film und Installation verschiedenste Orte und Lebensräume und ihre zunehmende Isolierung dokumentieren.


Joel Sternfelds dokumentarische Photographien zeigen Orte, die Schauplatz eines Verbrechens waren. Thomas Demand reinszeniert reale Tatorte zunächst als Modell, um sie dann abzulichten. Beate Gütschow wiederum konstruiert in ihren großformatigen Photographien Stadt- und Naturlandschaften, die an bekannte Orte erinnern, jedoch keinen wirklichen Bezug zulassen. Sarah Schönfeld zeigt in ihren Photographien „das Bild der Erinnerung im Raum der Gegenwart“. Sie besucht alte Orte ihrer DDR-Kindheit und zeigt diese im gegenwärtigen Zustand, wobei sie beide Momente miteinander konfrontiert. Omer Fast erzählt in seiner fiktiven Video-Installation Nostalgia die Geschichte
illegaler Auswanderer aus drei verschiedenen Perspektiven.
Der französische Philosoph Maurice Halbwachs hat in seinem Buch Das kollektive Gedächtnis auf die Bedeutung „räumlicher Bilder“ für das Gedächtnis sozialer Gemeinschaften hingewiesen. Gerade weil heute die zuverlässige Verortungen von Dingen und Erinnerungen – auch durch die digitale
Photographie – nicht mehr gesichert sind, gerät dieser Anspruch ins Wanken. Was passiert mit realen Orten, wenn ein Raum die gewohnte Bedeutung verliert und zudem virtuell erfahrbar wird?

Die Ausstellung Lost Places zeigt rund 20 unterschiedliche Positionen zeitgenössischer Photographie und Videokunst zu diesem Thema mit zahlreichen Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen.


Beteiligte Künstler: Thomas Demand (*1964), Omer Fast (*1972), Beate Gütschow (*1970), Andreas Gursky (*1955), Candida Höfer (*1944), Sabine Hornig (*1964), Jan Köchermann (1967), Barbara Probst (*1964), Alexandra Ranner (*1967), Ben Rivers (*1972), Thomas Ruff (*1958), Gregor Schneider (*1969), Sarah Schönfeld (*1979), Joel Sternfeld (*1944), Thomas Struth (*1954), Guy Tillim (*1962), Jörn Vanhöfen (*1961), Jeff Wall (*1946), Tobias Zielony (*1973).

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der in den Museumsshops und unter www.freunde-derkunsthalle.de erhältlich sein wird.
Kuratorin: Dr. Petra Roettig
Kuratorische Assistenz: Luisa Pauline Fink und Andrea Völker

 

Hamburger Kunsthalle ⋅ Stiftung öffentlichen Rechts
Ansprechpartnerin ⋅ Mira Forte
presse@hamburger-kunsthalle.de ⋅ T + 49 (0)40 - 428 131 204
Glockengießerwall ⋅ D-20095 Hamburg
www.hamburger-kunsthalle.de

 

Bildlegende:

1) Sarah Schönfeld (*1979)
Wende-Gelände 01, 2006
C-Print, 122 x 150 cm
Privatsammlung / Courtesy Galerie
Feldbuschwiesner, Berlin
© Sarah Schönfeld

 

2) Joel Sternfeld (*1944)
McLean, Virginia, December 4, 1978, 1978 /
Abzug 1984
(aus der Serie American Prospects)
C-Print, 34,3 x 43,1 cm
Sammlung F. C. Gundlach, Hamburg
© Joel Sternfeld

 

3) Jeff Wall (*1946)
Insomnia, 1994
Cibachrome in Leuchtkasten (Plexiglas,
Aluminium, Leuchtröhren), 174 x 214 cm
Hamburger Kunsthalle
© Jeff Wall

 

4) Thomas Struth (*1954)
Times Square, New York, 2000
C-Print, 140,2 x 176,2 cm
Courtesy Thomas Struth, Berlin
© Thomas Struth

 

5) Tobias Zielony (*1973)
Dirt Field, 2008
(aus der Serie Trona – Armpit of America)
C-Print, 56 x 84 cm
Sammlung Halke / Courtesy KOW, Berlin
© Tobias Zielony