15.02.2013 07:00 Eröffnung am 28. Februar 2013 um 19.30

Ausstellung in Hamburg: HANS-PETER FELDMANN - zeigt die Entwicklung des Künstlers bis zu den aktuellsten Werken bis zum 2.6.2013

Ausstellung in Hamburg: HANS-PETER FELDMANN - zeigt die Entwicklung des Künstlers bis zu den aktuellsten Werken bis zum 2.6.2013

© VG Bild-Kunst, Bonn

Von: GFDK - Deichtorhallen Hamburg - 5 Bilder

Hans-Peter Feldmann (geboren 1941 in Düsseldorf) wurde in den frühen 1970er Jahren mit enzyklopädischen Fotoserien bekannt, für die er sich aus dem großen Fundus der alltäglichen Bilder bediente. Seine lebenslange Faszination für das Sammeln macht ihn zu einem Archivar der visuellen Kultur. Mittlerweile zählt er zu den großen deutschen Künstlern, die wie Gerhard Richter und Sigmar Polke einen spürbaren Einfluss auf die nachfolgende Künstlergeneration haben.

Die am 1. März 2013 in den Deichtorhallen Hamburg beginnende »Kunstausstellung« zeigt die Entwicklung des Künstlers bis zu den aktuellsten Werken. Feldmann überwindet die scheinbare Kluft zwischen Kunst und Alltag und taucht die vorgefundenen Dinge des Alltags, die triviale Welt bis hin zu Amateurfotos, Spielzeug und Nippes in ein poetisches, persönliches Licht. Seine Arbeiten wurden u.a. im Guggenheim Museum New York, auf der Documenta und auf der Biennale von Venedig gezeigt.

Die Ausstellung in den Deichtorhallen Hamburg ist den zentralen Serien und Installationen, Skulpturen und Bildern Feldmanns aus über vier Jahrzehnten gewidmet. Bis heute haben sie nichts von ihrer Verführungskraft, dem subtilen Humor und ihrer Leichtigkeit verloren. Er führt Kinderwelten vor, es geht bei ihm erotisch zu, dann wieder sind seine Werke hochpolitisch, − jeweils eine Mischung aus Ready Made und künstlerischem Eingriff.
Von der Installation eines geisterhaften Schattenspiels über die für 500 Euro von Frauen auf der Straße abgekauften Handtaschen, deren Inhalt in der Ausstellung präsentiert wird, bis zu dem künstlerischen »Funkturm« der Ausstellung auf dem Deichtorplatz, Michelangelos »David«, neun Meter hoch und in schriller Farbigkeit gestaltet, ist in der Schau alles enthalten, was Feldmanns Werk so besonders macht.

Für die Hamburger Ausstellung hat Hans-Peter Feldmann mehrere Überraschungen parat: Bereits auf dem Parkplatz steht inmitten der parkenden Autos ein Wagen auf dem Kopf, dann grüßt der monumentale David auf dem Deichtorplatz und im Foyer der Ausstellung ist ein Malatelier für Kinder vom Künstler eingerichtet.

Hans-Peter Feldmann »findet« seine Arbeiten in den Bildwelten des normalen Alltags, in trivialen Medien wie Fernsehen, Magazinen oder Kitsch-Postkartenserien, aber auch in der klassischen Kunst. Eine Serie von HSV-Fußballern, Porträts von Erdbeeren oder ein einfaches Kartenhaus steht so neben einem überarbeiteten Modigliani oder David.

Durch kleinen Eingriffe veränderte klassische Gemälde zwingen den Betrachter zum genauen Hinsehen, holen die hohe Kunst vom Sockel und untergraben Konnotationen von Reichtum und sozialem Status. Feldmann entfernt beispielsweise aus Seestücken die repräsentativen Schiffe, malt Honorationen auf klassischen Porträts oder Geldscheinen rote Nasen oder fügt Courbets Akt eine von Sonnebräune befreite Bikinizone bei. Viele Werke des Künstlers stellen auf spielerische Weise den Traum idealer Schönheit in Frage, auf dem die Traditionen westlicher Kunst beruht. Sie hinterfragen Konventionen des auratischen Kunstwerkes ohne die hohe Kunst im Kern anzugreifen.

Auch politische Themen durchziehen des Werk Feldmanns. In der Serien über 9/11 stellt er die Titelblätter internationaler Zeitungen des darauffolgenden Tages zusammen, ein von der üblichen Geschichtsschreibung befreiter Blick auf ein Jahrhundert wird in der Arbeit »100 Jahre« geworfen. In dieser sind 100 Porträts von Menschen im Alter zwischen Null und Hundert vereint.

Die Ausstellung ist in Kooperation mit der Serpentine Gallery, London und der Bawag Foundation in Wien entstanden.

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