07.05.2014 07:00 Deichtorhallen

Ausstellung in Hamburg: Gianfranco Baruchello – Certain Ideas - erste große Retrospektive

Gianfranco Baruchello hamburg

Baruchellos künstlerische Handschrift gründet auf der Spannung zwischen ausgeschnittenen Bildelementen und Wortfetzen; © Gianfranco Baruchello

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Von: GFDK - Deichtorhallen Hamburg

Die Deichtorhallen Hamburg zeigen in der Sammlung Falckenberg gemeinsam mit dem ZKM / Karlsruhe die erste große Retrospektive des 89-jährigen italienischen Künstlers Gianfranco Baruchello in Deutschland.

Ausstellung in Hamburg

Baruchellos Arbeiten waren unter anderem mehrfach auf der Biennale in Venedig (zuletzt 2013) und der dOCUMENTA (1977 und 2012) zu sehen, sind aber im deutschsprachigen Raum bisher wenig bekannt. Die Ausstellung wird von Dirk Luckow kuratiert und zeigt knapp 150 Werke von 1957 bis 2014, darunter auch Filme und raumgreifende landwirtschaftliche Kunstprojekte wie das Giftpflanzenbeet.

Baruchellos künstlerische Handschrift gründet auf der Spannung zwischen ausgeschnittenen Bildelementen und Wortfetzen, zwischen dreidimensionalen Objekten und der reinen Malerei, mit der er seine Werke teilweise oder auch vollständig überdeckt. Seine Bildwelten konstituieren sich in den Leerräumen zwischen handschriftlicher Zeichnung und figurativer Enzyklopädie. Seine Objekte, Assemblagen und Schaukästen sind dreidimensionale Denkanleitungen und zugleich radikale Formeln ihrer unmöglichen Inventarisierung, seine Filme skurrile Etüden, die die Narration des Mediums ad absurdum führen.

Freunde der Kunst

1924 in Livorno geboren, widmet sich Gianfranco Baruchello nach einem Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und einer Anstellung in der Gesellschaft zur chemisch-biologischen Erforschung und Produktion erst Ende der 50er Jahre der Kunst. Er experimentiert mit der Leinwand als Bildträger und komponierte Objekte mit recycelten gefundenen Materialien, ab 1962 entstehen Bilder auf großen Leinwänden. Auf weißen Oberflächen platziert Baruchello sporadische Farbspuren, vage Formen und einzelne Linien. In diesen Jahren lernt Baruchello auch Marcel Duchamp kennen, mit dem ihn eine lange Freundschaft verbindet. 1965 entsteht der Film »La Verifica incerta« (1965), der anlässlich der Internationalen Berliner Filmfestspiele 2012 von Harun Farocki als »wegweisende Arbeit des Montagefilms« wiederentdeckt wird.

14. JUNI − 28. SEPTEMBER 2014 IN DER SAMMLUNG FALCKENBERG, HAMBURG-HARBURG

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