26.05.2013 08:00 bis 17. Juli 2013

Ausstellung in Hamburg: Bill Perlmutter: Europe in the Fifties. Through a Soldier‘s Lens neue Ausstellung in der Galerie Hilaneh von Kories

Bill Perlmutter:Europe in the Fifties. Through a Soldier‘s Lens

Bill Perlmutter: Europe in the Fifties. Through a Soldier‘s Lens neue Ausstellung in der Galerie Hilaneh von Kories; (c) Bill Perlmutter, Galerie Hilaneh von Kories

ausstellung in der Galerie Hilaneh von KoriesNew Yorker Fotografen Bill PerlmutterDer Blick des Fotografen auf das Europa der Nachkriegszeiteine humanistische fotografieein ehrliches Interesse an den Lebensbedingungendas Gespür des Fotografen für den besonderen MomentBilder wurden in zahlreichen Magazinen und Bildbänden veröffentlicht
Von: GFDK - Galerie Hilaneh von Kories - 8 Bilder

Vom 23.05. bis zum 17.07.2013 präsentiert die Hamburger Galerie Hilaneh von Kories Arbeiten des New Yorker Fotografen Bill Perlmutter. Der heute 80jährige Fotograf reiste ab 1954 als Auftragsfotograf der US-Armee durch Europa. „Europe in the Fifties. Through a Soldier´s Lens“ zeigt eine Auswahl seiner Aufnahmen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal und Spanien. Perlmutters Werk ist eine fotografische und historische Entdeckung und wird nun erstmals in einer deutschen Galerie gezeigt.

Der Blick des Fotografen auf das Europa der Nachkriegszeit ist unmittelbar und direkt. Nur mit geringen Vorkenntnissen und mit eher filmisch vermittelten (Vor-)Urteilen startete der junge GI seine fotografischen Reportagen. In auffälliger Weise stehen von Anfang an die Menschen im Mittelpunkt seiner Fotografien. Mit offenem Blick und sichtbarem Interesse für seine Zeitgenossen sieht und erlebt er Europa knapp zehn Jahre nach Kriegsende.

Zwar sind die Spuren des Krieges noch überall erkennbar, doch haben sich die Überlebenden wieder in ihrem Alltag eingerichtet; trotz aller Entbehrungen und Kriegserfahrungen geht das Leben weiter. Voller Neugierde hält der Fotograf Szenen und Momente des Straßenlebens fest und meist mit ebenso großer Unbefangenheit posieren und agieren die von ihm porträtierten Personen vor seiner Kamera.

Er beobachtet sie nicht, sondern nähert sich den Menschen voller Empathie, ganz im Sinne einer humanistischen Fotografie. „Die Straße wurde zur Bühne und die Menschen zu Schauspielern in einem sich ständig wandelnden und faszinierendem Theater der Wirklichkeit“, so Perlmutter über seine fotografischen Inspirationen.

Austellung in Hamburg

Im Dezember 1954 bestieg der damals 22jährige Fotograf das Truppenschiff nach Deutschland um für amerikanische Armee-Magazine zu arbeiten. Schon auf der rauen Nordsee-Überfahrt entstanden die ersten Aufnahmen mit seiner Rolleiflex. Zuvor hatte er die USA nie verlassen und war zwar über seine Zukunft ein wenig besorgt, aber „zur gleichen Zeit freute ich mich auf das zu fotografierende Europa und auf das Besuchen all jener wunderbaren Orte, von denen ich gelesen oder sie in Filmen gesehen hatte.“

So überrascht es nicht, dass sein erster Drei-Tages-Urlaub während seines Deutschlanddienstes den Fotografen gleich nach Paris zog. Auch hier lässt er sich auf den Boulevards und Plätzen vom Geschehen treiben und findet so seine ganz persönlichen Momentaufnahmen der Metropole.

Und nicht zuletzt diente eine Italienreise der Überprüfung der eigenen Vorurteile: „Ich wuchs in dem Glauben auf, dass alle Italiener Spaghetti mit roter Sauce essen und alle Frauen in Schwarz gekleidet sind. Denn bevor ich nach Europa geschickt wurde, waren die einzigen mir bekannten Italiener Bewohner der Bronx, die aus Sizilien kamen. Und: sie waren nicht meine Freunde.“ Weitere Eindrücke hatte Perlmutter aus Meisterfilmen des italienischen Realismus der Nachkriegszeit gewonnen.

Die Konfrontation mit der italienischen Realität des Jahres 1956 musste ihn daher überraschen: „Alle meine Vorurteile wurden erschüttert, als ich die meisten Italiener als sympathisch, weltoffen und optimistisch gegenüber der Zukunft erlebte. Rom war eine lebendige Geschichtsstunde und Venedig die bezauberndste Stadt, die ich je besucht habe.“

Bildende Kunst

Auch die Aufnahmen Perlmutters aus den anderen von ihm besuchten Ländern zeichnen sich durch ein ehrliches Interesse an den Lebensbedingungen und kulturellen Besonderheiten seiner europäischen Zeitgenossen aus. Wie unterschiedlich die Lebensstandards der von ihm besuchten Länder waren, lässt sich in den Bildern bis heute bemerkenswert deutlich ablesen. Und so ist auch für den heutigen Betrachter das Werk Perlmutters eine besondere Entdeckungsreise durch die europäische Nachkriegszeit.

Rund sechzig Jahre nach ihrem Entstehen zeigen die Aufnahmen das Gespür des Fotografen für den besonderen Moment. So wird jedes einzelne Motiv ein lebendiges Mosaiksteinchen der Erinnerung, das sehr genau über die damalige Zeit, aber auch über sehr persönliche Begegnungen berichtet. Durch diese intuitive Fähigkeit des Fotografen wirken seine Bilder allerdings über den historischen Moment hinaus, lassen sein Werk bis heute als höchst lebendig und sehenswert erscheinen.

Freunde der Kunst

BILL PERLMUTTER wurde am 5. September 1932 in New York geboren. Nach einem Studium der Filmtechnik und ersten fotografischen Arbeiten in New York schloss er 1954 sein Fotografiestudium an der Army Signal Corps School in Fort Monmouth, New Jersey, ab. Für zwei Jahre war er zunächst als angestellter Pressefotograf für Zeitschriften der US-Armee in Deutschland tätig, danach fotografierte er in verschiedenen europäischen Ländern und arbeitete ab 1958 als freier Fotograf. In fast sechs Jahrzehnten hat er in der ganzen Welt fotografiert.

Seine Bilder wurden in zahlreichen Magazinen und Bildbänden veröffentlicht. Er ist in diversen US-amerikanischen Museumskollektionen vertreten, u.a. in den New Yorker Sammlungen des Museum of the City und des Whitney Museum of American Art oder dem Smithsonian Museum in Washington. Heute lebt und arbeitet Bill Perlmutter in New York City.

Galerie Hilaneh von Kories
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