13.11.2014 09:00 Kunsthaus Graz

Ausstellung in Graz: Damage Control - Art and Destruction Since 1950

ausstellung kunsthaus graz

In allen Sparten der Kunstproduktion kann man ab der Mitte des 20. Jahrhunderts ein gesteigertes Interesse am Begriff der Zerstörung oder der Demontage festmachen; Günter Brus, Der helle Wahnsinn, 1968, (c) BRUSEUM

Von: GFDK - Universalmuseum Joanneum

Mit der Ausstellung Damage Control widmet sich das Kunsthaus Graz ab 13. November 2014 auf zwei Ausstellungsebenen einer tiefgreifenden, historischen Untersuchung des Themas „Zerstörung in der Kunst des 20. Jahrhunderts“. Parallel dazu zeigt das BRUSEUM einen europäisch-österreichischen Schwerpunkt mit einem Kapitel über die Wiener Aktionisten zwischen 1968 und 1972.

Sei es als spektakuläre oder auch als kathartische Reaktion auf die beiden Weltkriege, auf die Atombombe und auf die immer präsenten Bilder der Zerstörung in Zeitschriften und Fernsehen – die Kunst hat einer Welt der Gewalt immer wieder den Spiegel vorgehalten. In allen Sparten der Kunstproduktion kann man ab der Mitte des 20. Jahrhunderts ein gesteigertes Interesse am Begriff der Zerstörung oder der Demontage festmachen.

 

Ausstellung in Graz


Damage Control zeigt damit eine Entwicklung auf, die – über die Kunst hinausgehend – die Geschichte des letzten Jahrhunderts nachzeichnet und bis zu den heutigen Ängsten vor den Bedrohungen des Terrorismus, vor Naturkatastrophen und anderen Desastern reicht. Während die Ausstellung im Kunsthaus Graz internationale Positionen von Malerei, Film, Foto, aber auch Skulptur, Installation und Performance von Künstlerinnen und Künstlern wie Monica Bonvicini, Gordon Matta-Clark, Gustav Metzger, Robert Rauschenberg, Ed Ruscha, Steve Mc Queen, Jeff Wall etc. zeigt, widmet sich das BRUSEUM ganz speziell der Body Art.

Damage Control. Body Art and Destruction 1968-1972

Der Aspekt der künstlerischen Zerstörung in Form der Body Art, den die vom Hirshhorn Museum in Washington konzipierte Schau im Kunsthaus Graz ausspart, wird durch die Ausstellung im BRUSEUM ergänzt. Zentrales Thema ist die Body Art zu ihrer Anfangszeit unter dem speziellen Blickwinkel der aktionistischen Selbstverletzung. Die präsentierten Videoarbeiten von Vito Acconci, Terry Fox, Bruce Nauman, Dennis Oppenheim, Keith Sonnier und William Wegman zeigten im Wesentlichen „the use of the artist’s own body as sculptural material“.


Freunde der Kunst

 

Sie zeigten jedoch auch bereits die Dekonstruktion und Destruktion dieses neuen skulpturalen Materials und damit die Selbstverletzung der Künstler als künstlerischen Akt. Im Rahmen der Ausstellung bietet sich die einmalige Gelegenheit, die späten Aktionen von Günter Brus im internationalen Kontext zu verorten und zu überprüfen, ob er wirklich der erste war, der seinen Körper im Rahmen einer Performance verletzte und damit als „Begründer der Body Art“ gelten kann, als der er immer wieder bezeichnet wird.


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