09.05.2015 08:00 Eisen- und Bronzeskulpturen

Ausstellung in Freiburg: Alberto Udaeta - Skulpturen 2004 - 2014 - Architektur und Skulptur gehen ineinander über

Alberto Udaeta ausstellung

Seine Säulen, Mauern, Kuben und Spindeln besetzen den Raum und machen ihn mit ihrer körperlichen Präsenz erfahrbar; © Leslie de León

Alberto Udaeta freiburg
Von: GFDK - Stiftung für Konkrete Kunst Roland Phleps

Die Stiftung für Konkrete Kunst Roland Phleps zeigt vom 10. Mai bis 5. Juli 2015 Eisen- und Bronzeskulpturen des spanischen Bildhauers Alberto Udaeta (*1947, Barcelona).

Ausstellung in Freiburg

Udaeta studierte an der Kunstgewerbeschule in Barcelona und war bis 1982 als freier Industriedesigner tätig. Seit seinem Umzug nach Sant Feliu de Guixols, Girona widmet er sich ausschließlich der Bildhauerei.

Bei Alberto Udaeta gehen Architektur und Skulptur ineinander über. Seine Säulen, Mauern, Kuben und Spindeln besetzen den Raum und machen ihn mit ihrer körperlichen Präsenz erfahrbar. Udaetas Eisenplastiken sind Schwergewichte, oftmals wiegen sie mehrere Tonnen und doch bewegen sie den Betrachter durch die Schönheit und Klarheit ihrer Form.

Zwei riesige Eisensäulen mit einem ungewöhnlich geschichtlichen Hintergrund beherrschen das Eingangsgeschoss der Skulpturenhalle: "Hermerico" und "Rekhiario" gehören zur Serie "La Horda" (die Horde) und nehmen Bezug auf die Bedrohung durch die Sueben, welche im 5. Jahrhundert auf die iberische Halbinsel einfielen und Hermerich zu ihrem ersten König krönten. Rechila und Rechiar folgten ihm auf den Thron. Udaeta gibt seinen Säulen zwar die Namen dieser Herrscher, nicht aber ihre Gestalt. Sie fügen sich aus übereinander gestapelten, geometrischen Abschnitten, die mit ihren länglichen, runden oder eckigen Formen eher an die Platten einer Rüstung als an ihre menschlichen Träger erinnern. Ernst und mit einer geradezu archaische Strenge treten diese Werke dem Betrachter gegenüber und nicht nur ihre imposante Größe lässt uns beeindruckt zurückweichen.

Freunde der Kunst

Alberto Udaeta untersucht zumeist in Werkserien die schier endlose Vielfalt von Formvariationen. Elegant und poetisch sind seine spindelförmigen Bronzen der Serie "Nautilus", fest gefügt wie die Wände romanischer Kathedralen ragen die Mauern seiner "Städte" auf, einfach und klar sind die "Altäre". Ganz neu ist eine große Serie von "Ambossen", in denen Material und Inhalt eine funktionelle Einheit eingehen.

Antje Lechleiter

10. Mai bis 05. Juli 2015

info@stifftung-konkrete-kunst.de