09.04.2014 08:00 Welterbe Zollverein Essen

Ausstellung in Essen: Produktive Stadtlandschaften - informiert über aktuelle Herausforderungen der Stadt- und Regionalentwicklung

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Wer baut heute und für wen? Welche Ziele werden aktuell mit der Flächenentwicklung verfolgt, und wie sehen die Prozesse zur Entwicklung und Realisierung aus; Bild 1: (c) Claudia Dreysse

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Bild 2: (c) MAI

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Bild 3: Regionalverband Ruhr: Ideenwettbewerb, Zukunft Metropole Ruhr, 2013

Von: GFDK - Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW

Das M:AI möchte mit der gleichnamigen Ausstellung über aktuelle Herausforderungen der Stadt- und Regionalentwicklung informieren.

Ausstellung in Essen

Dabei wird „Produktive Stadtlandschaften“ besonderes Augenmerk auf urbane Frei- und Grünflächen richten. Es geht um Tendenzen der Flächenentwicklung, entsprechende Planungsprozesse, beispielhafte Projekte, Beteiligte und unterschiedliche Interessen. Die Ausstellung wird vom 15. Mai bis zum 29. Juni 2014 auf dem Welterbe Zollverein (Kammgebäude Kokerei) gezeigt.

Wer baut heute und für wen? Welche Ziele werden aktuell mit der Flächenentwicklung verfolgt, und wie sehen die Prozesse zur Entwicklung und Realisierung aus? Welche Wertigkeit besitzt heute Landschaft in der Stadt und in städtischen Regionen? Diese Fragen stehen am Anfang der Ausstellung. Der Umgang mit Freiflächen in der Stadt,  am Stadtrand und in polyzentrischen Regionen unterliegt einer wachsenden Dynamik: Denn das Grün wird heute nicht mehr nur als Freizeitraum entwickelt, es übernimmt oft mehrere Funktionen zugleich: die der Biomassegewinnung zum Beispiel, der Energieerzeugung, der Stadtreparatur und ist Baulandreserve für Gewerbeentwicklung.

Verbauten und unverbauten Raum in ein Gleichgewicht zu bringen, damit beschäftigt sich Stadtentwicklung immer wieder von neuem. Städtische Regionen wandeln sich derzeit rasant durch eine Vielzahl von Einflüssen: Dazu gehören der demografische Wandel, der Klimawandel, neue Arbeitsweisen, Anforderungen an Mobilität und Fragen der effizienten Energienutzung. Sie lassen vollkommen neue Stadtgesichter und Raumstrukturen denkbar werden. Freiraumgestaltung und die Verbindung von Arbeits- und Lebensräumen erlangen immer größere Bedeutung.

Bei der Entwicklung von Stadtlandschaften bestimmen ökonomische, ökologische, gewerbliche und gesellschaftliche Erwartungen die Entwicklung von Stadtquartieren, innerstädtischen Brachen, aufgelassenen Infrastrukturen, militärischen Konversionsflächen oder ehemals  industriell genutzten Flächen in Stadtnähe. Der Nutzungsdruck von unterschiedlichsten Seiten ist extrem, die neuen Raumnutzungskonzepte sollen möglichst viele Interessen und Erwartungen bedienen. Auch das Interesse der Bürgerschaft an Mitarbeit und Gestaltung ist gewachsen.

Gerade in Nordrhein-Westfalen, wo man es mit einer hohen Besiedelungsdichte und einem enormen Funktionsdruck zu tun hat, ist man zwangsläufig mit der Aufgabe konfrontiert, Landschaftsräume sehr bewusst und zukunftsprägend zu gestalten. Das in Europa einmalige Projekt des Emscher Landschaftsparks, in den 1990ern entwickelt, wird fortgeschrieben und ständig erneuert. Es steht daher auch im Mittelpunkt der Ausstellung: Kaum eine Region verfügt über ein solches Themenspektrum was die Landschaftsentwicklung anbelangt.

Freunde der Kunst

Am Beispiel des Emscher Landschaftsparks lässt sich die Vielschichtigkeit von Stadt- und Regionalentwicklung demonstrieren. Aktuell ist das Projekt mit besonderen Herausforderungen konfrontiert: Die Planer beschäftigt derzeit das nötige Pflege- und Schutzmanagement, ebenso der Umbau des Emschersystems, eines offenen Abwassersystems, die Wahrnehmung der Region als Kulturlandschaft, veränderte Formen des Flächenmanagements, und nicht zuletzt neu ausgerichtete Förderprogramme wirken auf das Großprojekt ein. Vielfältige Freizeitangebote, Urban-Gardening als eine neue Form des sozialen Miteinanders, der Mangel an schnell verfügbaren Gewerbeflächen oder der wachsende Bedarf an Energieflächen für Solar- oder Windanlagen sowie zur Erzeugung von Biomasse müssen in der Planung berücksichtigt werden. Naherholung steht zum Teil gewerblichen Nutzungsideen gegenüber, Wachstum und Schrumpfungsprozesse beteiligter Kommunen beeinflussen die Ausprägung des Parks in der Zukunft.

Das Projekt Emscher Landschaftspark zählt zu den international herausragenden Beispielen einer regionalen Landschaftsentwicklung. Von ihm gehen viele Impulse ins In- und Ausland aus. Die Ausstellung wird „um den Emscher Landschaftspark herum“ nationale und internationale Beispiele zeigen, die den aktuellen Umgang mit Freiraum und neuen Formen von Park- und Landschaftsformen veranschaulichen.

Eine Kooperation mit dem Regionalverband Ruhrgebiet, der Emschergenosenschaft und der Stiftung Zollverein.

15.5.2014 – 29.06.2014

a.kolkau@mai.nrw.de