20.01.2014 09:00 Frauen

Ausstellung in Düsseldorf: Van Horn zeigt "Click, Click" - Raphael Danke und Miroslav Tichy

ausstellung duesseldorf van horn

Raphael Danke erkannte seine Verwandschaft mit Tichy; (c) siehe Bild

Von: GFDK - Van Horn

Der Titel der Ausstellung entstammt dem "Click, Click" das der Exzentriker, Multimillionär und Surrealist Edward William Frank James ausstieß wenn er einen speziellen Moment  in seiner Erinnerung festhalten wollte.

Ausstellung in Düsseldorf

Raphael Danke erkannte seine Verwandschaft mit Tichy, nachdem er bei einem Sammler eines seiner Werke un­mittelbar neben einer Fotografie von Tichy  installiert sah und entwickelte daraus seine Ausstellung bei Van Horn. Beide Künstler behandeln die Qualität der Zerstörung und der Schönheit. Hierbei geht es ihnen nicht um ein 'perfektes Bild', sondern um das Sehen und Festhalten eines Eindrucks, der keineswegs durch tech­nische Perfektion besticht. Sowohl in thematischer als auch in technischer Hinsicht weisen Tichy und Danke Parallelen auf, die eine gemeinsame Ausstellung nahelegen.

Bildende Kunst

Danke verwendet eine Handykamera und Tichy nutzte minder­wer­tige Ap­pa­rate, die er aus alltäglichen Fund­stücken zu­sam­menbaute. Dadurch kommt es vielfach zu Über- oder Un­ter­belichtungen und ver­schwom­menen Motiven. Danke zerstört durch das Belichten von Magazinseiten die zugrundeliegenden  Bilder in Ihrer ursprünglichen Form. Bei Tichy hingegen stellt sich eher eine zwangsläufige Form der Destruktion ein: weil er Zeit seines Lebens nie bestrebt war, seine Arbeiten in Ausstellungen zu präsentieren, ging der Künstler entsprechend sorglos mit diesen um. So haben die Bilder heute vielfach Flecken und Kratzer, was zum Charme und poetischen Charakter der Wer­ke beiträgt.

Freunde der Kunst

Frauen bilden das zentrale Motiv im Schaffen beider Künstler. Jahrzehntelang fotografierte Tichy Frauen in alltäglichen Situationen in Kyjov. Auf diese Weise ergeben sich natür­liche, ungestellte Szenen mit immanenten voyeuristischen Anklängen. Durch die technische Imperfektion zeigen die Bilder eine individuelle Form der weibli­chen Schönheit, die sich oftmals zwi­schen Traum und Realität zu bewegen scheint. Einen ähnlichen Effekt erzielt Danke, indem er sich einzelner Seiten aus Modezeitschriften bedient, auf denen hauptsächlich weibliche Modelle zu sehen sind, die er hinterleuchtet und abfotografiert. So verschmelzen Rückseite und Vorderseite des Magazins auf einer Ebene miteinander.

Frauen bilden das zentrale Motiv im Schaffen beider Künstler

Darüber hinaus arbeitet Danke mit Collagen, deren Ausgangsbasis ebenfalls Modezeitschriften sind. Es ent­stehen ab­strakte Formen und Architekturen, die den ursprünglichen Körper zum rätselhaften, ungegen­ständ­lichen Objekt werden lassen. Dankes Ar­bei­­ten sind als surrealistische Kommentare auf die zeitgenössische Modeindustrie zu verstehen, durch deren Produkt­maschinerie ein verzerrtes Körperbild und konsequent eine neue Form und Qualität von Fetisch generiert wird. Danke wird in der Ausstellung zudem zum ersten Mal seine "Beinskulpturen" zeigen, die direkten Bezug auf Tichys Fotos nehmen.

info@van-horn.net