15.03.2015 07:00 physisch als auch metaphorisch

Ausstellung in Düsseldorf: SIGUNE SIÉVI / SUSANNE PAESLER - PROZESSION DER SCHATTEN (PARADE OF SHADOWS)

ausstellung duesseldorf van horn

Die Entscheidung Susanne Paeslers Arbeiten einmal mit ihren Eigenen gemeinsam zu zeigen stand für Sigune Siévi schon von Beginn ihres Kennenlernens an fest; (c) Sigune Siévi, Halskette, 2014

Von: GFDK - VAN HORN

In ihrer zweiten Ausstellung bei VAN HORN hat sich Sigune Siévi die von ihr geliebte, früh verstorbene Malerin Susanne Paesler als Gegenüber ausgewählt.

Ausstellung in Düsseldorf

"Prozession der Schatten" als Titel der Ausstellung ist sowohl physisch als auch metaphorisch zu verstehen. Schatten, Spiegelung und Licht sind grundlegende Themen denen sich Siévi bildhauerisch in ihren Objekten nähert. Genauer gesagt interessiert sie der Übergang von Licht zu Schatten, der Moment in dem das Tageslicht durch Kunstlicht ersetzt wird und durch das daraus entstehende Schattenspiel ein intimes Zwielicht entsteht.

Gesteigert wird dies durch die Materialien mit denen die Künstlerin arbeitet: ihre Arbeiten bestehen aus lackiertem Holz - teils hochglänzend, teils matt - mit integrierten Neonglaslichtobjekten, die eigene Schatten und Lichträume erzeugen. Siévis Spiegelobjekte, erzeugen neue Raumebenen, wenn sich das Neonlicht in den Leuchtskulpturen optisch überschneidet.

Das Experimentieren mit Raumebenen und Raumgrenzen spielt auch in Susanne Paeslers Tafelmalereien eine wesentliche Rolle, allerdings ist die Verbindung zwischen ihr und Sigune Siévi viel eher von emotionaler Natur. Siévi spricht gar von einer Art einseitigen Besessenheit, die sie seit ihrem Kennenlernen empfinde. Einseitig deshalb, weil Paesler damals schon im Sterben lag und lediglich noch ein Schatten ihres ursprünglichen Wesens war. Eine Erklärung für den von ihr gewählten Ausstellungstitel, der sicher auch als Referenz an die verstorbene Künstlerin zu verstehen ist.
Die Entscheidung Susanne Paeslers Arbeiten einmal mit ihren Eigenen gemeinsam zu zeigen stand für Sigune Siévi schon von Beginn ihres Kennenlernens an fest. Laut eigener Aussagen hatten die Werke der verstorbenen Künstlerin "sofort von mir Besitz ergriffen", so sehr, dass einige zur unmittelbaren Inspirationsquelle für ihre eigenen Arbeiten wurden.

Freunde der Kunst

Ferner sieht Siévi in Paeslers künstlerischen Ansätzen alle die für sie selbst relevanten bild- und formsprachlichen Mittel verwirklicht: "Ich entwickele Etwas, aus Etwas was ein Anderer vor mir schon einmal als Zeichen gesetzt hat {...} so besteht eine direkte Verbindung bis zur Steinzeit.{...} Es ist das was man eine persönliche Handschrift nennt, eine eindeutig wiedererkennbare Unterschrift, das Signé, wie es Susanne nannte."

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