09.03.2013 08:00 vom 6.4.2013 in der Kunsthalle

Ausstellung in Düsseldorf: Micha­el Kun­ze. Hal­kyo­ni­sche Ta­ge - Sur­re­al an­mu­ten­de Sze­ne­ri­en bis zum 30.6.2013

Ausstellung in Düsseldorf: Micha­el Kun­ze. Hal­kyo­ni­sche Ta­ge - Sur­re­al an­mu­ten­de Sze­ne­ri­en bis zum 30.6.2013

(c) Courtesy Contemporary Fine Arts, Berlin ,Photo: Jochen Littkemann, Berlin

Von: GFDK - Kunsthalle Düsseldorf - 3 Bilder

Die Ma­le­rei von Micha­el Kun­ze (*1961 in Mün­chen) steckt vol­ler li­te­ra­ri­scher, phi­lo­so­phi­scher, kunst- und ar­chi­tek­tur­his­to­ri­scher Re­fle­xio­nen. Sur­re­al an­mu­ten­de Sze­ne­ri­en, uto­pi­sche Land­schaf­ten und fu­tu­ris­tisch-apo­ka­lyp­ti­sche Ar­chi­tek­tur­pro­spek­te ver­bin­den sich mit Zi­ta­ten aus z.T. viel­fach ver­ges­se­nen kul­tu­rel­len Kon­tex­ten.

Die Aus­stel­lung prä­sen­tiert Ar­bei­ten aus den letz­ten 20 Jah­ren sei­nes Schaf­fens, das den Spu­ren ei­ner „Schat­ten­li­nie“ der Mo­der­ne folgt, die von Ar­nold Böck­lins „To­ten­in­sel“ bis zu Lars von Triers An­ti­christ“ und „Me­lan­co­lia ei­nem la­by­rin­thi­schen und ge­schichts­ver­wo­be­nen Bild/Text ver­pflich­tet ist. Ein zen­tra­les Mo­tiv hier­für sind die „Hal­kyo­ni­schen Ta­ge“: Der von Kopf­weh ge­plag­te Fried­rich Nietz­sche ver­wen­de­te die Me­ta­pher im­mer dann, wenn die Hö­hen­luft der En­ga­di­ner Ber­ge sein Lei­den lin­der­te.

Doch die Me­ta­pher geht be­wusst über den per­sön­li­chen Be­zug hin­aus. In der Brut­zeit des Eis­vo­gels (gr. Hal­kyon) zur Win­ter­son­nen­wen­de soll es süd­lich der Al­pen be­son­ders kalt, klar und wind­still sein. Auf der hier­in my­thisch be­schwo­re­nen Nord-Süd-Ach­se wer­den – schein­bar bei­läu­fig – die Mo­ti­ve ei­ner pan­the­is­ti­schen Er­in­ne­rung und ei­ner kli­ma­tisch rei­ni­gen­den Kul­tur­wan­de­rung wach, die mehr ver­spre­chen als nur die Ver­rin­ge­rung von Kopf­schmer­zen. Micha­el Kun­ze ver­sucht, dem weit­rei­chen­den trans­his­to­ri­schen und kul­tur­kri­ti­schen Po­ten­zi­al nach­zu­spü­ren, das in der fremd klin­gen­den An­ru­fung ent­hal­ten ist und das in di­ver­sen Un­ter­strö­mun­gen der Mo­der­ne bis heu­te ein kon­tras­tie­ren­des, oft schwer ein­zu­ord­nen­des Ei­gen­le­ben führt.
 
Aus­stel­lung und Ka­ta­log ent­ste­hen in Ko­ope­ra­ti­on mit der Na­tio­nal­ga­le­rie Ber­lin.

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Kunsthalle Düsseldorf

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