22.02.2015 09:00 vielschichtiges Werk

Ausstellung in Düsseldorf: Gerhard Hoehme: Relationen, Werke von 1964 bis 1986

Gerhard Hoehme ausstellung

Im Kontext der Relationen konzentriert sich ein separater, museal konzipierter Ausstellungsteil auf zwei der wichtigsten Schüler seiner ersten Akademieklasse: Sigmar Polke und Chris Reinecke; © Foto Gerhard und Margarete Hoehme-Stiftung Museum Kunstpalast Düsseldorf

Von: GFDK - Beck & Eggeling

Mit seinen bildnerischen und plastischen Arbeiten, den Zeichnungen und Rauminstallationen, die sich oft erst allmählich in ihrer faszinierenden Materialität erschließen, leistete Gerhard Hoehme einen entscheidenden Beitrag zur internationalen Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Ausstellung in Düsseldorf

In seinem offenen, vielschichtigen Werk hat er die Grenzen des Bildes und des Bild-Raums stets aufs Neue befragt und erweitert. Von Beginn an suchte der Maler den Dialog mit dem Betracher, unabhängig davon, wie sich das Werk jeweils materialisiert. Die subtilen Verbindungen zwischen den Dingen oder Relationen – so der Titel seines manifestartigen Texts aus dem Jahr 1968 – sind hier Schlüsselbegriffe zum Verständnis des Künstlers.

Im Februar 2015 wäre Gerhard Hoehme 95 Jahre alt geworden. Die Galerie Beck und Eggeling nimmt dies zum Anlass einer umfassenden Werkschau, die Bilder und raumbezogene Arbeiten aus den 1960er, 1970er und 1980er Jahren präsentiert. Malerei und konzeptuelle Strenge stehen hier kontrastreich nebeneinander.

Die Ausstellung konzentriert sich auf Hoehme als experimentellen Künstler: Bereits Ende der 1950er Jahre hatte er sich von informellen Bildkonzepten gelöst und beschritt – besonders auch im Hinblick auf die von ihm verwendeten, teils “kunstfernen”, industriellen Materialien – eigene, verblüffend neue Wege, deren große kunsthistorische Relevanz erst heute sichtbar wird.

Von 1961-1984 arbeitete der Künstler, der 1951 aus der DDR in den Westen übergesiedelt war, als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie. Hoehme, dessen Interesse an soziologischen und kunstpolitischen Themen sich auch in zahlreichen Texten manifestierte, gab vielzählige Anregungen weiter – so, wie er seinerseits Inspirationen in sein eigenes Werk aufnahm. Im Kontext der Relationen konzentriert sich ein separater, museal konzipierter Ausstellungsteil auf zwei der wichtigsten Schüler seiner ersten Akademieklasse: Sigmar Polke (1941-2010) und Chris Reinecke (*1936).

Freunde der Kunst

Die Papierarbeiten Polkes, die Ironie und Witz mit malerischer Finesse kombinieren, stammen ursprünglich aus dem Nachlass Hoehmes, der seinem damaligen Studenten 1966 ein größeres Konvolut von Zeichnungen abkaufte. Von der scharfsinnigen Beobachterin Chris Reinecke, die ein außergewöhnliches – in Zeichnung, Malerei und Aktion eingebettetes – konzeptuelles Werk geschaffen hat, werden neben einer aktuellen, raumgreifenden Arbeit (2014) Werkbeispiele aus den 1960er Jahren gezeigt: Sie stammen aus der Zeit, bevor Reinecke mit Jörg Immendorff die künstlerisch-politischen Lidl-Aktionen initiierte (1968-1970).

In der Ausstellung Relationen werden ebenfalls Fotos von Erika Kiffl aus der Serie Gerhard Hoehme im Atelier, Neuss-Selikum, 1978 zu sehen sein. Kuratorin: Dr. Susanne Rennert

26. Februar bis 25. April 2015

info@beck-eggeling.de