28.12.2015 07:59 kunsthalle düsseldorf

Ausstellung in Düsseldorf: Die Kunsthalle zeigt den chinesischen Konzeptkünstler SONG Dong

In­stal­la­ti­on Was­te Not des Konzeptkuenstlers Song Dong in Duesseldorf

Be­ste­hend aus ei­nem Holz­haus und über 10.000 Haus­halts­ob­jek­ten sei­ner El­tern, ge­währt die­se Ar­beit nicht nur ei­nen in­ti­men Ein­blick in die Fa­mi­li­en­ge­schich­te des Künst­lers (c) Song Dong, Kunsthalle Düsseldorf

Von: GFDK - Kunsthalle Düsseldorf

Die Kunst­hal­le Düs­sel­dorf wid­met dem chi­ne­si­schen Künst­ler SONG Dong (* 1966 in Pe­king, lebt und ar­bei­tet dort) ei­ne um­fas­sen­de Re­tro­spek­ti­ve sei­nes bis­he­ri­gen Werks.


SONG Dong zählt zu den be­kann­tes­ten in­ter­na­tio­nal agie­ren­den Künst­lern Chi­nas und gilt seit den 1990er-Jah­ren als ei­ner der wich­tigs­ten Ver­tre­ter chi­ne­si­scher Kon­zept­kunst. Sei­ne künst­le­ri­sche Pra­xis ver­eint ei­ne Viel­zahl von Me­di­en und ex­pe­ri­men­tel­len Ar­beits­wei­sen.
Ba­sie­rend auf bio­gra­fi­schen Er­leb­nis­sen the­ma­ti­siert er, wie sich kul­tu­rel­le und ge­schicht­li­che Er­eig­nis­se so­wie wirt­schaft­li­che und po­li­ti­sche Um­stän­de kon­sti­tu­tiv auf das in­di­vi­du­el­le Le­ben aus­wir­ken. Sei­ne Wer­ke zeich­nen sich durch ei­ne aus­drucks­star­ke Bild­spra­che aus, die auf fein­sin­ni­ge Wei­se dif­fi­zi­le Le­bens­si­tua­tio­nen kon­kret be­schreibt. In­dem der Künst­ler stets ei­nen per­sön­li­chen Zu­gang wählt, bie­tet er den Be­trach­tern die Mög­lich­keit zur Iden­ti­fi­ka­ti­on.

Ausstellungs-Highlight ist die In­stal­la­ti­on Was­te Not

High­light der Schau und erst­ma­lig 2005 in Pe­king – spä­ter auch im Mo­Ma in New York – prä­sen­tiert, ist die groß­flä­chi­ge In­stal­la­ti­on Was­te Not. Be­ste­hend aus ei­nem Holz­haus und über 10.000 Haus­halts­ob­jek­ten sei­ner El­tern, ge­währt die­se Ar­beit nicht nur ei­nen in­ti­men Ein­blick in die Fa­mi­li­en­ge­schich­te des Künst­lers, son­dern sie do­ku­men­tiert auch ein wich­ti­ges Stück chi­ne­si­scher Kul­tur­ge­schich­te. Das Hor­ten von Din­gen war zu­nächst auf­grund der kri­ti­schen wirt­schafts­po­li­ti­schen Si­tua­ti­on ei­ne Not­wen­dig­keit, nach dem Tod des Va­ters ent­wi­ckel­te es sich für Songs Mut­ter zu ei­ner ob­ses­si­ven Pra­xis, um Ver­lust und Ein­sam­keit zu ver­drän­gen.

Für die Rea­li­sie­rung von Was­te Not be­zog Song sei­ne Mut­ter und wei­te­re Fa­mi­li­en­mit­glie­der ak­tiv ein und setz­te da­mit ei­nen Pro­zess der Trau­er­be­wäl­ti­gung in Gang. Als Kon­zept­künst­ler kreist Song um The­men wie Zeit und Ver­gäng­lich­keit, Er­in­ne­rung und Ver­lust, Ver­gan­gen­heit und Ge­gen­wart so­wie um das Ver­hält­nis von Lee­re und Fül­le, in­ne­rer und äu­ße­rer Welt. Ei­ne we­sent­li­che Be­deu­tung kommt da­bei dem Tao­is­mus zu, in dem die Un­aus­weich­lich­keit des Wan­dels und das Hier und Jetzt im Mit­tel­punkt ste­hen. So z.B. in sei­ner auf der dO­CU­MEN­TA (13) ge­zeig­ten Ar­beit Do­ing Not­hing Gar­den, oder in den Ar­bei­ten Wa­ter Dia­ry und Ea­ting the Ci­ty, die bei­de eben­falls in der Kunst­hal­le zu se­hen sein wer­den.

Ausstellung vom 6. De­zember 2015 – 13. März 2016

Ku­ra­to­ren: Mark Wil­son, Sue-an van der Zi­jpp und Gre­gor Jan­sen

Aus­stel­lung und Ka­ta­log sind ei­ne Ko­ope­ra­ti­on mit dem Gro­nin­ger Mu­se­um, Nie­der­lan­de.