30.05.2015 07:00 Kunsthalle

Ausstellung in Düsseldorf: CODY CHOI. Cul­tu­re Cuts - seine Ar­beits­wei­se ist von Zi­vi­li­sa­ti­ons­kri­tik ge­prägt

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Mit­te der 1990er Jah­re lebt Cody Choi in New York und nimmt ei­ne ent­schei­den­de Rol­le in der in­ter­na­tio­na­len Kunst­sze­ne ein; Courtesy PKM Gallery, Foto: Katja Illner

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Von: GFDK - Kunsthalle Düsseldorf

Mit Cul­tu­re Cuts wid­met die Kunst­hal­le Düs­sel­dorf dem Kon­zept­künst­ler Cody Choi (* 1961, Seo­ul, Süd­ko­rea) erst­mals welt­weit ei­ne Re­tro­spek­ti­ve. Chois Ar­beits­wei­se ist von Zi­vi­li­sa­ti­ons­kri­tik ge­prägt, die in viel­fäl­ti­gen Me­di­en wie Malerei, Skulp­tur, In­stal­la­ti­on, Tu­sche, Com­pu­ter­ma­le­rei und Ne­on­schrif­ten zu ei­nem Dia­log der Kul­tu­ren bei­trägt.

Ausstellung in Düsseldorf

Auf­ge­wach­sen in Seo­ul, muss die Fa­mi­lie 1983 aus Süd­ko­rea in die USA flie­hen. Cody Choi zieht nach ei­nem kur­zen Stu­di­um der So­zio­lo­gie in Seo­ul nach Los An­ge­les und be­ginnt 1985, Kunst zu stu­die­ren. Dort freun­det er sich mit sei­nem Men­tor, dem Künst­ler Mi­ke Kel­ley an, der sein In­ter­es­se für post­ko­lo­nia­le Theo­ri­en und die Dif­fe­renz der Kul­tu­ren weckt. Bei­de ver­bin­det das The­ma kol­lek­ti­ver Ängs­te und Be­geh­ren, zu­meist aus re­li­giö­sen, so­zia­len oder se­xu­el­len Prä­gun­gen ab­leit­bar. Es ent­ste­hen die ers­ten kör­per­be­zo­ge­nen Skulp­tu­ren und Kon­zept-Ar­bei­ten. Im Mit­tel­punkt steht die Su­che nach Iden­ti­tät in ei­ner frem­den Kul­tur.

Mit­te der 1990er Jah­re lebt Cody Choi in New York und nimmt ei­ne ent­schei­den­de Rol­le in der in­ter­na­tio­na­len Kunst­sze­ne ein. Vor al­lem sei­ne 1996 bei dem Ga­le­ris­ten Jef­frey Deitch ge­zeig­ten pink­far­be­nen „Den­ker“, ent­stan­den aus Toi­let­ten­pa­pier und Bep­to-Bis­mol (ei­ner ma­gen-be­ru­hi­gen­den ame­ri­ka­ni­schen Volks­me­di­zin) ma­chen ihn be­kannt. In Be­zie­hun­gen zu Mi­chel­an­ge­lo, Au­gus­te Ro­din, Mar­cel Duch­amp oder Ger­hard Rich­ter über­nimmt Choi west­li­che Kunst­wer­ke und da­mit be­reits for­mu­lier­te Hal­tun­gen, um sie im Sin­ne der Ap­pro­pria­ti­on Art neu zu de­fi­nie­ren. Er ver­han­delt so­wohl phi­lo­so­phi­sche als auch äs­the­ti­sche The­men und Kli­schees, im­mer wie­der geht es um kör­per­be­zo­ge­ne, skulp­tu­ra­le En­er­gie­spei­cher und Me­ta­bo­lis­mus (Stoff­wech­sel).

Er the­ma­ti­siert die Con­di­tio hu­ma­na, das Mensch­sein in ei­ner fremd­be­stimm­ten und ober­fläch­li­chen Um­ge­bung, in­dem er das ge­leb­te Öst­li­che sei­ner Her­kunft mit dem Fan­tas­ti­schen des ame­ri­ka­ni­schen Traums in ei­ne sub­jek­ti­ve Be­zie­hung setzt. Cody Choi: „Trotz un­zäh­li­ger Kul­tur­au­s­täu­sche ken­nen wir uns nur, aber ver­ste­hen uns nicht. Es ist so, als es­sen wir Nah­rung, aber ver­dau­en sie nicht.“ (1997)

In ei­nem da­ten­ba­sier­ten Stoff­wech­sel­pro­zess nutzt Choi 1999 das Mal­pro­gramm sei­nes Soh­nes, um di­gi­ta­le Ge­mäl­de von Tie­ren als 3-D-Com­pu­ter­bil­der zu ge­ne­rie­ren, wie mys­ti­sche To­tems, wie ei­ne ir­rea­le Fort­füh­rung (s)ei­ner Zu­kunft: die sei­nes Soh­nes als rea­ler Mensch und die der di­gi­ta­len Neu­er­schaf­fung von Wel­ten, von vir­tu­el­len Rea­li­tä­ten aus Pi­xeln.

Seit 2004 lebt Cody Choi wie­der in Seo­ul, wo er als Pro­fes­sor lehrt. In ei­nem Dia­log von Bild und Spra­che wie in den Tu­sche­ma­le­rei­en und Ne­on­schrif­ten ana­ly­siert und iro­ni­siert er neue Be­deu­tun­gen ge­gen­über ei­nem frag­wür­di­gen, ka­pi­ta­lis­ti­schen Wer­te­sys­tem. Als „Asia­te" in den USA und als „Ame­ri­ka­ner“ zu­rück in sei­ner Hei­mat be­han­deln sei­ne Ar­bei­ten viel­fäl­ti­ge Pro­blem­fel­der kul­tu­rel­ler So­zia­li­sa­ti­on und As­si­mi­la­ti­on. Der Künst­ler the­ma­ti­siert die me­di­al und kul­tu­rell pro­du­zier­ten Kon­flik­te zwi­schen Ost und West so­wie die sei­ner Mei­nung nach scho­nungs­lo­se Ver­west­li­chung Asi­ens.

Freunde der Kunst

Die Aus­stel­lungs­tour­nee wird ko­or­di­niert von John C. Welch­man, Mi­ke Kel­ley Fo­un­da­ti­on for the Arts, Los An­ge­les, und hat wei­te­re Sta­tio­nen in Zwol­le, NL, und dem MAC in Mar­seil­le.

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