16.09.2013 09:00 Maler, Bildhauer und Grafiker

Ausstellung in Dresden: Georg Baselitz. Hintergrundgeschichten - eine ganz persönliche Ausstellung

Georg Baselitz. Hintergrundgeschichten ausstellung in dresden

Radikal inszeniert Georg Baselitz seine persönlichen „Hintergrundgeschichten“; Bild 1: © Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Estel / Klut

Georg Baselitz. Hintergrundgeschichten ausstellung skd

Bild 2: Privatbesitz, © Georg Baselitz, Foto: Jochen Littkemann, Berlin

Von: GFDK - Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Auf Einladung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden entwickelte der Maler, Bildhauer und Grafiker Georg Baselitz aus Anlass seines 75. Geburtstags für Dresden eine ganz persönliche Ausstellung.

Ausstellung in Dresden

Geboren und aufgewachsen in Deutschbaselitz bei Kamenz besuchte Georg Baselitz (*1938) Mitte der 1950er Jahre als Jungendlicher die Dresdner Kunstsammlungen. Dort sah er unter anderem Bilder von Ferdinand von Rayski und lernte die Hauptwerke der Alten Meister kennen. Nach Rayskis Landschaftsstudie „Wermsdorfer Wald“ malte Baselitz 1969 „Der Wald auf dem Kopf“ ‒ sein erstes Bild, bei dem das Motiv auf dem Kopf steht. Diese prägende Begegnung mit den Dresdner Bildern klingt bis heute in seinem Werk nach und beinhaltet zugleich den Leitgedanken der Ausstellung: Baselitz im Dialog mit den Alten Meistern.

Freunde der Kunst

In den noch nicht restaurierten Paraderäumen des Residenzschlosses, wo die historische, von der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg gezeichnete Substanz auf die Sachlichkeit eines Rohbaus trifft, stiftet Georg Baselitz ebenso eigenwillige Nachbarschaften zwischen ausgewählten Werken der Gemäldegalerie Alte Meister, der Galerie Neue Meister sowie dem Kupferstich-Kabinett und eigenen Bildern aus den letzten 15 Jahren.

Dafür ließ er u.a. Gemälde von Raffael, Cranach, Vermeer, Rembrandt, Rayski, Monet und einen Holzschnitt von Caspar David Friedrich reproduzieren und für die Gegenüberstellung im Format an seine eigenen Bilder angleichen. So trifft beispielsweise die Sixtina auf ihr streitbares Gegenbild „Statement“, das Porträt der „Königin Maria Josepha“ von Anton Raphael Mengs korrespondiert mit einem Bildnis von Baselitz‘ Ehefrau Elke und Monets „Pfirsichglas“ wird zu einem „Volkstanz“.

Bildende Kunst

Im Zwiegespräch artikulieren sich ganz unterschiedliche ‒ formal-ästhetische und auch inhaltlich-motivische ‒ Beziehungen zwischen den scheinbar ungleichen Nachbarn. Radikal inszeniert Georg Baselitz seine persönlichen „Hintergrundgeschichten“, die ihn mit den Dresdner Werken verbinden, in den großartigen Kulissen der Kunstgeschichte.

presse@skd.museum