29.05.2015 07:00 Ferdinand Adolph Lange zum 200. Geburtstag

Ausstellung in Dresden: Einfach - Vollkommen - Sachsens Weg in die internationale Uhrenwelt

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Sie schildert die Entstehung der ersten Präzisionsuhren bis zur Entwicklung einer hochwertigen Serienproduktion; (c) siehe Bilder

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Von: GFDK - Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Aus Anlass des 200. Geburtstags von Ferdinand Adolph Lange zeigt die Sonderausstellung „EINFACH – VOLLKOMMEN.

Ausstellung in Dresden

Sachsens Weg in die internationale Uhrenwelt“ anhand von rund 80 Exponaten die Geschichte der Präzisionsuhrmacherei in Sachsen. Sie schildert die Entstehung der ersten Präzisionsuhren bis zur Entwicklung einer hochwertigen Serienproduktion anhand der Werke dreier herausragender Persönlichkeiten. Vorgestellt werden die Werdegänge des Amateurs Johann Heinrich Seyffert (1751–1817) und des Uhrmachermeisters Johann Christian Friedrich Gutkaes (1785–1845). Als Pioniere der sächsischen Präzisionsuhrmacherei schufen sie fernab der großen Uhrenzentren in England, Frankreich und der Schweiz die Voraussetzungen für Ferdinand Adolph Langes (1815–1875) erfolgreiche Gründung einer Taschenuhrenfabrik in Glashütte.

In diesem Zusammenhang wird die maßgebliche Rolle des Mathematisch-Physikalischen Salons für die Entwicklung der Dresdner Präzisionsuhrmacherei thematisiert. Um 1780 wurde der Salon zu einem Ort der beobachtenden Astronomie und war als solcher auf die Präzisionszeitmessung angewiesen. Anknüpfend an die Bestrebungen seiner Vorgänger stellte Lange die Uhrmacherei auf eine konsequent wissenschaftliche Basis. Er konstruierte ein Uhrwerk, das hohe Präzisionsansprüche erfüllte und zugleich den Notwendigkeiten einer seriellen Fertigung genügte. Auf diese Weise produzierte er schließlich Uhren, die einfach und dabei vollkommen waren.

Freunde der Kunst

Die Ausstellung präsentiert neben den eigenen Beständen aus dem Mathematisch-Physikalischen Salon bedeutende Leihgaben, darunter so außergewöhnliche Uhren wie das 1768 von Johann Georg Thiell gefertigte, vermutlich älteste deutsche Seechronometer; eine erstaunlich frühe Präzisionspendeluhr in gestürzter Bauart; oder einen von Thomas Mudge (1715–1794) gefertigten Reisewecker aus dem British Museum, eine der wenigen Uhren, die Mudge mit seiner Erfindung, der freien Ankerhemmung, ausstattete. Ebenfalls gezeigt wird die sogenannte König Ludwig II.-Uhr von A. Lange & Söhne aus dem Museum der bayrischen Könige in Hohenschwangau, deren emailliertes Prunkgehäuse fünf Szenen aus Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ zeigt.

Mediale Vermittlung in der Ausstellung

Die Taschenuhrsammlung des Mathematisch-Physikalischen Salons wurde während der Luftangriffe auf Dresden 1945 so stark beschädigt, dass einige der ausgestellten Uhren auf konventionelle Art nicht mehr untersucht werden können. Nun geben eigens für die Ausstellung durchgeführte Computertomografien einen Einblick in das faszinierende Innenleben dieser mechanischen Uhren. Darüber hinaus erläutert eine moderne Touchscreen-Anwendung dem Besucher die Bedeutung präzise gehender Uhren bei der geografischen Längenbestimmung. Weiterhin wird ein wesentliches Bauteil hochwertiger Taschenuhren – die Ankerhemmung – in einer Animation erklärt.

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