15.11.2014 07:00 Museum Ostwall

Ausstellung in Dortmund: Vom Abbild zum Zeichen - Rudolf Wiemer zum 90. Geburtstag

ausstellung dortmund

Bereits in den 1970er Jahren kamen Zeichnungen in das MO, auf denen Wiemer Stadtansichten oder Küstenbilder in Bleistift oder Tusche festgehalten hat; (c) Rudolf Wiemer

rudolf wiemer ausstellung
Von: GFDK - Dortmunder U

Zum 90. Geburtstag Rudolf Wiemers zeigt das Museum Ostwall im Grafik-Kabinett eine Auswahl von Druckgrafiken, Zeichnungen und Skizzen des Dortmunder Künstlers.

Ausstellung in Dortmund

Die Darstellung des Menschen steht im Zentrum dieser Ausstellung. In Holzschnitten und Prägedrucken hat sich Rudolf Wiemer mit dem menschlichen Körper auseinandergesetzt und dabei dessen grundlegende Formen herausgearbeitet: Bei „Eros“ und „Sexus“ stehen die voluminösen Wölbungen des weiblichen Aktes im Vordergrund. In seinen Darstellungen menschlicher Torsi reduziert Wiemer die Körper auf die für ihn charakteristischen Zeichen: Linie und Rundung werden zu Symbolen des Männlichen und Weiblichen.

Mit den beiden Holzschnitten „Passionsgang I“ und „Passionsgang II“ (1993) greift Wiemer die Formsprache der 1950er Jahre noch einmal auf: Die Darstellung einer Gruppe von Menschen bewegt sich an der Grenze zur geometrischen Abstraktion. Mit Senkrechten einerseits und Diagonalen andererseits formiert Wiemer eine dicht gedrängte Masse und setzt diese gleich darauf in Bewegung.

Den zweiten Strang der Ausstellung bilden die Landschaften und Stadtansichten, die Wiemer auf seinen Reisen auf die dänische Insel Bornholm oder ins holländische Amsterdam erforscht hat. Auch hier ist die Suche nach dem charakteristischen, dem prägenden Zeichen augenfällig: Die Linien, mit denen Wiemer in Arbeiten wie „Dänemark“ oder „Amsterdam“ Hafen- oder Stadtansichten einfängt, spiegeln sowohl die dynamische Bewegung der Boote auf dem Wasser als auch das Statische der Architektur.

Anders hingegen die Holzschnitte, mit denen sich der Künstler an der schroffen Küstenlandschaft Bornholm abarbeitet: Hier werden die massiven Felsenbrocken in kantige geometrische Formen übersetzt, die sich gegen die Gerade des Horizonts stemmen.

Freunde der Kunst

Neben den druckgrafischen Arbeiten ermöglichen Skizzen und ein Original-Druckstock aus dem Nachlass Rudolf Wiemers einen Einblick in die Arbeitsweise des Künstlers. So wird in verschiedenen Vorstudien zu den „Bornholm“-Bildern die schrittweise Annäherung an das Motiv sichtbar; eine Zeichnung, der Druckstock und schließlich das fertige Bild lassen die Entstehung der „Wintervögel“ nachvollziehen.

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