22.01.2013 09:00 beschäftigt sich mit monochromer Malerei

Ausstellung in der Landesgalerie für zeitgenössische Kunst, St. Pölten: RUDOLF GOESSL. Verwandlungen bis zum 12.5.2013

Ausstellung  in der Landesgalerie für zeitgenössische Kunst, St. Pölten: RUDOLF GOESSL. Verwandlungen  bis zum 12.5.2013

Bild 1: Foto: Ernst Kainerstorfer

Bild 2: Foto: Christoph Fuchs

Bild 3: Foto: Christoph Fuchs

Von: GFDK - Landesgalerie für zeitgenössische Kunst - 3 Bilder

Rudolf Goessl (* 1929) beschäftigte sich bereits Ende der 1960er Jahre als einer der Ersten in Österreich mit monochromer Malerei. Schon damals bewegten ihn die großen Fragen des Seins und es gelang ihm, die Spuren dieser Suche in meditativen Farbräumen von „unendlicher“ Tiefe festzuhalten.

Als gut informierter, aber grüblerischer Einzelgänger bewegte er sich gerne etwas abseits des Kunstbetriebes und entwickelte in den folgenden Jahrzehnten in aller Stille sein bedeutendes malerisches Werk.

Die umfassende Retrospektive versammelt nicht nur viel Unbekanntes, sie belegt zudem Goessls Rolle als „missing link“ zur Generation der „neuen Wilden“.

Biografie

1929 als jüngstes von fünf Geschwistern in Kronberg im niederösterreichischen Weinviertel geboren.
Lebt und arbeitet in Wien.

Besuch der Grundschule in Kronberg, anschließend der Bürgerschule/Hauptschule in Wolkersdorf.
1944 Beginn eines Studiums an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, unterbrochen durch die frühzeitige Einberufung zum Arbeitsdienst bis zum Kriegsende. Nach der Rückkehr im September 1945 nimmt er unverzüglich das Studium wieder auf.
1950 Diplom (Meisterklasse Max Frey).

1953 Heirat mit der Modeschöpferin Christine Pusch. Das junge Paar bezieht ein Wohnatelier in Wien, Taubstummengasse.

Bis 1957 als Grafiker und Auslagengestalter eines Wiener Warenhauses beschäftigt.

1957–1959 Besuch des Abendakts bei Herbert Boeckl an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er beschließt, künftig als freischaffender Künstler zu leben.
Seit den 1950er-Jahren besteht auch ein freundschaftliches Verhältnis zu Fritz Wotruba und dessen Meisterklasse. Dem Kreis an befreundeten jungen Künstlerkollegen gehören u. a. Joannis Avramidis, Karl Prantl, Josef Pillhofer, Andreas Urteil, Rudolf Wach, aber auch Oswald Oberhuber, Kurt Kocherscheidt und Walter Pichler an; die meisten von ihnen treffen sich regelmäßig im Café Hawelka.

Bis in die 1970er-Jahre ist Goessl neben seinem künstlerischen Schaffen als Werbegrafiker (1967 z. B. im Atelier von Arch. Karl Schwanzer für die Expo in Montreal) und Schaufenstergestalter für Wiener Innenstadtgeschäfte tätig. Besondere Erwähnung verdienen hier die kreativen Lösungen, welche er für die „Etoile“ – die jahrzehntelang den Modestil der Wiener Gesellschaft mitprägende Boutique seiner Frau - realisiert.

1970-1980 lebt er zurückgezogen und arbeitet an der Entwicklung seiner spezifischen malerischen Techniken. Da er sich mit den künstlerischen Positionen seines Jahrgangs (vor allem jener Gruppe, die sich damals in der Galerie nächst St. Stephan formiert und von einigen Kunstkritikern als Generation 29 stilisiert wird) nicht identifiziert, beschließt er, sein Einzelgängerisches Werk auch durch die Änderung seines Geburtsjahres, zuerst auf 1930 (schließlich auf 1931) aus diesem Zusammenhang zu nehmen. Einzelne Ausstellungsaktivitäten, dazwischen viel auf Reisen u. a. in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Italien, Ägypten und Griechenland, wo er auf der Insel Patmos viele Sommer mit Zeichnen und Aquarellieren verbringt.

Seit 1994 kontinuierliche Zusammenarbeit mit der Galerie Jünger, Baden bei Wien.

2000–2005 entstehen ausschließlich große Formate, darunter der 3-teilige Zyklus „Die Große Litanei“. Die Beschäftigung mit dem Metaphysischen wird fortgesetzt und findet in einer Reihe von in großen Ölgemälden 2010/11erneut einen Höhepunkt.

Kontakt

Niederösterreichische Museum Betriebs GmbH
ZEIT KUNST NIEDERÖSTERREICH
Landesgalerie für zeitgenössische Kunst
St. Pölten | Krems
Kulturbezirk 5
3100 St. Pölten 

werner@kunstnet.at