28.08.2013 07:00 Adagio, Zelenka und Klanggemälde

Ausstellung in Darmstadt: Dreiklang der Künste - neue Ausstellung in der Galerie Netuschil

Dreiklang der Kuenste ausstellung in der galerie netuschil darmstadt

Die Ausstellung beschäftigt sich anhand der Malerei von Gerd Winter und den Steinskulpturen des Künstlerpaares Livia Kubach und Michael Kropp mit der Grenzüberschreitung von bildender Kunst und Musik; Bild 1: Gerd Winter, Michael Nymann III, Mischtechnik/Leinwand

Livia Kubach  Michael Kropp ausstellung darmstadt

Bild 2: Livia Kubach / Michael Kropp, Verzicht auf Mitte, schwedischer Granit

Von: GFDK - Galerie Netuschil

Die Ausstellung beschäftigt sich anhand der Malerei von Gerd Winter und den Steinskulpturen des Künstlerpaares Livia Kubach und Michael Kropp mit der Grenzüberschreitung von bildender Kunst und Musik. So begleitet der Darmstädter Musiker und Komponist Martin Grebenstein die Eröffnung musikalisch und geht in seinem Spiel auf der Gitarre auf die Kunstwerke ein.

Der Maler und Radierer Gerd Winter gehört seit Anbeginn ins enge Umfeld der Galerie Netuschil, dessen Werk sie seit mehr als 25 Jahren vertritt. Die Ausstellung, die Gerd Winters Werk erneut zeigt, beschäftigt sich erstmals mit dem Thema Malerei und Musik. Für den Künstler ist die Musik zentrales Motiv seiner Malerei in einem geistigen Sinn der gegenseitigen Befruchtung zwischen den Disziplinen. Er malt nicht nach Musik und setzt Musik nicht in Bilder um. Für ihn sind die Kategorien Klang, Rhythmus und Instrumentierung gleichbedeutend tragend, in der Malerei wie in der Musik. Seine Bilder geben Zeugnis seiner tief empfundenen Musikalität, fern von jeglicher Illustrierung der Musik.

Ausstellung in Darmstadt

Gerd Winter begreift Malerei „als Parallelschöpfung zur Musik, nicht willkürlich oder beliebig, nicht die Musik als bloße Stimulans benutzend, sondern mit Mitteln von Punkt, Linie, Fläche und Farbe Rechenschaft gebend von der eigenen interpretierenden Durchdringung des musikalischen Werkes.“ Seine Bilder reflektieren Musik vom Barock bis heute klangfüllig, festlich, farbreich und orchestral. Die Titel lassen die Kongruenz zur Musik in Stimmung und Umsetzung erahnen: Choral, Requiem, Brahms 4. Sinfonie 4. Satz, Credo, Jan Disma Z. Sonate Nr. 2. Gerd Winters Bilder sind rhythmisch gesetzt im Klang der Farben und in der Poesie der Formen und entstehen aus Bewegtheit und Bewegung.

Parallel zu den Bildern zeigt die Galerie Klangskulpturen, deren sphärische Tonfolgen die Arbeiten in kosmische Dimension stellen. Die Steinskulpturen des Künstlerpaares Livia Kubach und Michael Kropp „deuten – vorbei an der undurchdringlichen Masse und unverrückbaren Wucht des Steinernen und durch sie hindurch – auf die durchlässigen, empfindlichen, lichten und dem Augenblick verbundenen Seiten des Steins. In ihnen durchdringen und durchwirken sich das scheinbar Unverbrüchliche mit dem unausgesetzt Gefährdetem, das scheinbar Ewige mit dem – oft kaum mehr wahrnehmbar – Flüchtigem.“ (Dirk Marwedel)

Bildende Kunst

Die konstruktiv, tektonisch gebauten Skulpturen erreichen in Form und Ansichtigkeit Transparenz und Leichtigkeit, die man dem harten Material Granit nicht zutraut. Aus dieser Leichtigkeit und Transparenz entstehen die besonderen, selten gehörten und eben kosmisch anmutenden Klangwelten, die „aus der Stille geboren“ werden und „wieder in sie hinein führen.“

Gerd Winter wurde1951 in Groß-Gerau geboren. 1971 entstand das erste Bild zum Thema Kreuz, ein Motiv, das der Künstler 15 Jahre variierte. Nach dem Studium (1979-84) an der Städelschule in Frankfurt/M. bei den Lehrern Hermann Nitsch, Raimer Jochims, Peter Klasen, Ernst Caramelle, Bernhard Jäger und Christian Kruck lebt er als freischaffender Maler in Roßdorf. Ernennung zum Meisterschüler 1993. Gerd Winter ist Träger des Georg Christoph-Lichtenberg-Preises und des Darmstädter Kunstpreises (Wilhelm Loth-Preis). Seit 1995 ist er Mitglied der Darmstädter Sezession.

Sein Werk zeigte er in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Arbeiten von ihm befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.

Freunde der Kunst

Livia Kubach wurde 1966 in Bad Münster am Stein als Tochter des Künstlerpaares Kubach-Wilmsen geboren. 1987-1994 studierte sie Bildhauerei an der Düsseldorfer Akademie bei Tony Cragg und Günther Uecker, als dessen Meisterschülerin sie ihr Studium abschloss.

Michael Kropp wurde 1960 in Köln geboren. Nach dem Studium der Sozialpädagogik an der Fachhochschule Köln widmet er sich bis heute vor allem der bildenden Kunst, der Steinbildhauerei und der Musik. Die Stein- und Klangsteinarbeiten des Künstlerpaares entstehen gemeinsam. Seit 1992 leben und arbeiten Livia Kubach und Michael Kropp in Münster am Stein. Sie haben ihre Arbeiten in zahlreichen Einzel und Gruppenausstellungen gezeigt. Viele Arbeiten stehen im öffentlichen Raum.

Die Ausstellung ist bis 21. September  2013 dienstags bis freitags von 14.30 bis 19 Uhr und samstags 10.00 bis 14.00 Uhr zu sehen.

Zur Finissage am Samstag, 21. September 2013 von 16 bis 19 Uhr bespielt Michael Kropp die Klangskulpturen.

info@galerie-netuschil.net