16.02.2013 07:00 ERÖFFNUNG: FREITAG, 01. MÄRZ, 19 UHR

Ausstellung in Bremen: DIE GEOMETRIE DER DINGE - MARKUS AMM, SARA BARKER, CHARLOTTE MOTH UND ROBIN WATKINS bis zum 5.5.2013

Ausstellung in Bremen:   DIE GEOMETRIE DER DINGE - MARKUS AMM, SARA BARKER, CHARLOTTE MOTH UND ROBIN WATKINS bis zum 5.5.2013

Bild 1: Markus Amm

Bild 2: Robin Watkins

Von: GFDK - GESELLSCHAFT FÜR AKTUELLE KUNST E.V. BREMEN

Die Geometrie der Dinge in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst zeigt Werke von Markus Amm, Sara Barker, Charlotte Moth und Robin Watkins, die sich auf unterschiedliche Weise
„mit Punkten, Geraden, Ebenen, Abständen, Winkeln etc. beschäftigen, sowie mit denjenigen (...) Methoden, die im Zuge einer systematischen (...) Behandlung dieses Themas entwickelt wurden.“ [1] Die vier Künstler/innen sind dem Besonderen im Geometrischen auf der Spur, der Geometrie, die sich in genutzten Formen oder kunsthistorischen Traditionen offenbart, die sich im Alltäglichen oder in physikalischen Experimenten entdecken lässt.

Dabei formuliert der Ausstellungstitel weniger einen strikten, thematischen Rahmen als vielmehr eine lockere, formale Klammer, um verschieden argumentierende, künstlerische Positionen zusammen zu führen. Die Geometrie der Dinge als „Sprache der Menschheit“ [2]
und allem zugrunde liegender „Rhythmus“ [3] ist in jedem der vier vertretenen Ansätze zu entdecken – mal offensichtlich, mal eher versteckt. Sie ist der gemeinsame Nenner, der die Werke in einer Raumsituation zusammenbringt, ohne ihre individuellen Sichtweisen ein-
zuengen. Sie bietet die Plattform, auf der sich die Arbeiten in ihrer Vielfalt ausbreiten können.

Die Malerei von Markus Amm (*1969 in Stuttgart, lebt in Berlin) konzentriert sich auf Frage-
stellungen, die um die Grenzen und Möglichkeiten der Malerei, um tatsächlichen und konstruierten Raum sowie um Illusion und Realität kreisen. Einflüsse avantgardistischer Kunstrichtungen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Geometrische Grundformen und eine reduzierte Farbigkeit als die visuellen Ausdrucksmittel, die etwa im russischen Konstruktivismus, bei De Stijl oder im Bauhaus entwickelt wurden, bestimmen seine Formensprache. Dabei bedient er sich durchaus auch tradierter Materialien, jedoch in einer erneuerten Art der Verwendung: Kalk z.B. dient seit dem 14. Jahrhundert als Grundierung von Leinwänden, um deren Oberfläche für das Auftragen der Farbe zu glätten. Bei Amm aber wird die Kalkgrundierung oft zum eigentlichen Bildgegenstand, die Präsenz des eigentlichen Trägermediums damit verstärkt und zur Aussage des Bildes. Für Die Geometrie der Dinge entwickelt der Künstler vor Ort eine raumgreifende Wandmalerei und kombiniert sie mit einer Anzahl von Gemälden und Photogrammen.

Die Skulpturen von Sara Barker (*1980 in Manchester, lebt in Glasgow) muten wie drei-
dimensionale Zeichnungen an, die sich mittels linearer Holzleisten, Betonflächen, Metall-
schienen und Glas in den Raum ausbreiten und mit ihrem Umfeld in Beziehung setzen, es unterbrechen, erweitern oder spiegeln. Fläche und Raum, Innen und Außen verschränken sich und werden zur Einheit. Eine fragile Einheit, in der die zugrunde liegenden, geometrischen Linien wirken, als seien sie immer eine Spur aus dem Gleichgewicht gebracht und kurz vor dem Einsturz. Für Die Geometrie der Dinge entwickelt Sara Barker eine neue Serie von Arbeiten, die verstärkt die Fragen nach Größenverhältnissen und ihrer Präsentation im Raum ausloten. Die Gegensatzpaare Monumentalität – Fragilität, Innen – Außen, Präsenz – Auflösung, Architektur – Skulptur, Raum – Linie, die seit jeher die Grundpfeiler von Barkers künstlerischer Arbeit bilden, werden so noch entschiedener formuliert und stehen für eine ständige Weiterentwicklung ihres Schaffens auf der Grundlage gleich bleibender Fragestellungen.

Charlotte Moth (*1978 in Carshalton, UK, lebt in Paris) ist der Geometrie der Dinge ganz direkt auf der Spur, wenn sie ihr auf ihren Reisen nachspürt, sie in Architekturen oder alltäglichen Anordnungen aufstöbert und schließlich in Fotografien, Filmen oder skulpturalen Anordnungen bannt. Sie schafft selbst keine geometrisch inspirierten Anordnungen, sondern nimmt geometrische Formen dort auf, wo sie sie im Alltag vorfindet. In Anlehnung an wichtige film- oder kunsthistorische Referenzfiguren (z.B. Eileen Gray, Kurt Schwitters oder Le Corbusier) entwickelt sie das Vorgefundene weiter und gesteht ihm eine neue Kraft zu. Wichtige Ergänzung ist ihr dabei der architektonische Präsentationsraum, auf dessen „innewohnendes Gefühl von Geometrie“ (Moth) ihre Arbeiten reagieren. Moth entwickelt ihre Ausstellungsbeiträge dementsprechend in enger Zusammenarbeit mit und für die Räume der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst.

Robin Watkins (*1980 in Stockholm, lebt in Berlin) greift alltägliche Objekte auf, um ihre versteckten Besonderheiten in experimentellen Versuchsanordnungen vor Augen zu führen, die Poetik in scheinbar banalen Vorgängen offen zu legen. Im Ergebnis ist es die Geometrie als Rhythmus, der den Dingen zugrunde liegt, sind es die zyklischen Abläufe in der Natur, denen Watkins in Fotografien und Objekten nachgeht. Sein Augenmerk richtet sich etwa auf die Kommunikation getrockneter Bohnen, die Schönheit von Früchten zwischen Natur und Künstlichkeit oder das Bildpotential von Obstetiketten. Abgebildete oder objekthafte Repräsentationen von ruhenden Körpern, verrinnender Zeit oder anderen spannungsvollen Stadien alltäglicher Erfahrungen ergeben zusammen ein Bild zwischen Konstanz und unvermeidbarer Veränderung im Fluss der Zeit. Dabei setzt er eine bewusst reduzierte, nahezu zarte Bildsprache ein, die den Gegenstand bedingungslos in den Vordergrund stellt, ihn aber mit minimalen Gesten präzise unterstützt.

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