05.06.2014 09:00 Bonner Frauenmuseum

Ausstellung in Bonn: Single Moms – alleinstehende Mütter und ihre Lebenswelten in Kunst, Geschichte und Gegenwart

eva horstick-schmitt ausstellung single moms

Wir lesen und hören es täglich: Immer mehr Kinder in Deutschland wachsen bei nur einem Elternteil auf – meist bei der Mutter; Eva Horstick-Schmitt hat sich dem sozialkritischen Thema fotografisch angenähert (c) Eva Horstick-Schmitt

ausstellung bonn ictor Hugo Moreno

Bild 2: © Victor Hugo Moreno

bonn frauenmuseum Nana Grosse-Woodley

Bild 3: (c) Nana Grosse-Woodley

single moms ausstellung Hella Grosse

Bild 4: (c) Hella Grosse

single moms - Chinesische Künstlerinnengruppe Bald Girls

Bild 5: (c) Chinesische Künstlerinnengruppe Bald Girls

frauenmuseum single moms  Silvia Gudehu

Bild 6: (c) Silvia Gudehu

werkschau frauenmuseum bonn Silvia Philipp

Bild 7: (c) Silvia Philipp

ausstellung christine theile

Bild 8: (c) Christine Theile

Von: GFDK - Bonner Frauenmuseum

Im Bonner Frauenmuseum stellen 40 internationale Künstlerinnen zum Thema "alleinerziehende Mütter" aus. Mit dabei ist Eva Horstick-Schmitt, eine Dortmunder Künstlerin, die wir von der Redaktion Freunde der Künste mehrmals bereits auf unserem Portal vorgestellt und gewürdigt haben.

Eva Horstick-Schmitt hat sich bereits mehrmals familiären Themen gewidmet. Zuletzt dem Thema Töchter, bei der sie sich als emotionale Zeitzeugin heranwachsender Kinder versteht oder in Unretuschiert - Familien im Revier“, in der sie in über 30 Aufnahmen die soziale Lebenswirklichkeit von allein erziehenden bis hin zur Großfamilie zeigt. Aktuell läuft ihre Ausstellung Null Uhr Nacht Aktiv in Münster.

Geschichte und Gegenwart der Alleinerziehenden

Wir lesen und hören es täglich: Immer mehr Kinder in Deutschland wachsen bei nur einem Elternteil auf – meist bei der Mutter. Fast jede fünfte Frau mit Kindern ist alleinerziehend. Das Bonner Frauenmuseum hat sich des brisanten Themas nun in einer großen Ausstellung (13.4. bis 9.11.2014) angenommen.

Die Schau zeigt drei große Teile: Die Geschichte und Gegenwart der Alleinerziehenden, die internationale Situation und die Umsetzung des Themas in der Kunst.

Ausstellung in Bonn

Auftakt der Schau über zwei Etagen bildet die Historie. Hier wird schnell deutlich: Auch in früheren Jahrhunderten zogen viele Mütter infolge von Krieg und Naturkatastrophen ihre Kinder allein groß. Das war akzeptiert, solange die Moral gewahrt blieb. Als uneheliche Mütter hatten sie jedoch unter Vorurteilen, harter Bestrafung und staatlicher Vormundschaft zu leiden. Heute ist zwar eine rechtliche Gleichstellung erreicht, doch keine Chancengleichheit. Halber Lohn und doppelte Verantwortung kennzeichnen den Alltag vieler Alleinerziehender. In Ton- und Wortbeiträgen werden außerdem unbekannte und berühmte alleinerziehende Mütter präsentiert: Starke und selbstbewusste Frauen.

Die Ausstellung öffnet den Blick auch auf andere Länder

Allein in Europa waren die Gegensätze groß: Während alleinerziehende Mütter in der Gesellschaft der DDR integriert waren, durfte in Irland in den 1960er Jahren nicht öffentlich darüber diskutiert werden, dass es ledige Mütter gab. Das Spektrum aus den anderen Kontinenten reicht von Rebecca Lolosolis erstem Frauendorf Afrikas, über Flüchtlingsmütter aus Jordanien bis zum „Single Mother’s Day“ in Korea. Aus Lateinamerika werden spezielle Arbeitsplätze für „Madres solteras“ vorgestellt und aus den USA „Single Mothers by Choice“, ein Verband, der alleinstehende Frauen berät, wie sie Mütter werden können.

Freunde der Kunst

Für den Kunstteil haben mehr als 40 Künstlerinnen das Thema aufgegriffen. Das Ergebnis ist eine großartige Schau, die zeigt, wie unterschiedlich Frauen sich der Fragestellung nähern: Einige tun dies autobiografisch, viele mit Rückgriff auf literarische Zeugnisse, die Bibel und die Mythologie, oder auf berühmte Vorbilder unserer Kulturgeschichte. Auch in der Kunst wird es international: Die feministische Künstlerinnengruppe „Bald Girls“ zeigt subversive Kunst aus dem chinesischen Kulturkreis.

KÜNSTLERINNEN

Martha Barbara Augustin, Astrid Bergmann, Erika Brigitta Beyhl, Franziska Braun, Tremezza Von Brentano, Milita Doré, Petra Genster, Margit Goeltzer, Firouzeh Görgen-Ossouli, Elena Graure-Manta, Silvia Gudehus, Hella Grosse, Nana Grosse-Woodley, Erika Von der Heide, Renate Hochscheid, Thyra Holst, Mariola Maria Hornung, Eva Horstick-Schmitt, Mo Kleinen, Ruth Knecht, Heidi Kuhn, Marlene Leal da Silva-Quabeck, MAMU, Uta Meurer, Maria Möller, Conny Müscher, Brunhilde Odenkirchen, Lene Pampolha, Silvia Philipp, Ulrike Reutlinger, Ulrike Rosenbach, Inna Rust, Ulla Schenkel, Barbara Thaden, Christine Theile, Ulla Zenner

klaudia.nebelin@frauenmuseum.de